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Keratokonus

Als Keratokonus bezeichnen der Augenarzt und der Optiker eine Erkrankung des Auges, die zu einer Vorwölbung und Verformung der Hornhaut führt. Betroffene sind in ihrer Sehfähigkeit stark beeinträchtigt. Anfangs lassen sich die Schwierigkeiten mit einer Brille oder auch mit Kontaktlinsen vom Optiker in den Griff bekommen. Wenn der Augenarzt die erforderlichen Korrekturwerte ermittelt und der Optiker die Gläser professionell schleift, lässt sich der Sehfehler ausgleichen. Schreitet der Keratokonus jedoch weiter voran, stößt der Optiker mit seinen Möglichkeiten zunehmend an Grenzen.

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Wenn sich die Hornhaut ungleichmäßig wölbt

Problematisch ist insbesondere, dass sich die Hornhaut vielfach nicht gleichmäßig wölbt, sondern mit der Zeit eine unregelmäßige Form annimmt. Entsprechend schwierig ist es, die durch die Wölbung verursachten Verzerrungen in der Wahrnehmung durch entsprechende Brillengläser auszugleichen. In enger Absprache mit dem Augenarzt rät der Optiker in solchen Fällen häufig zum Einsatz von Kontaktlinsen. Besonders geeignet sind harte Kontaktlinsen, die ihre Form behalten und dadurch in gewissen Umfang der Verformung der Hornhaut entgegenwirken können. Sie drücken die Hornhaut also in eine relativ natürliche Form. Doch auch wenn der Optiker Linsen findet, die perfekt zum Auge passen, kommt der Zeitpunkt, an dem der formende Effekt der Kontaktlinse nicht mehr ausreicht. Die Wölbung entwickelt sich weiter, so dass die Linse irgendwann keinen ausreichenden Druck mehr ausüben kann.

Stille oder progressive Form der Erkrankung

Die beschriebenen Probleme betreffen den fortschreitenden Keratokonus. Es gibt ihn allerdings auch in einer stillen Form, die deutlich häufiger als die progressive anzutreffen ist. Hier kommt es zwar ebenfalls zu einer Vorwölbung der Hornhaut, diese verändert sich jedoch kaum. Sofern die Verformung zu Sehfehlern führt, lassen sich diese durch eine Brille oder Kontaktlinsen vom Optiker gut ausgleichen. Eine Behandlung ist hier im Regelfall nicht erforderlich. Betroffene sollten dennoch regelmäßig den Augenarzt aufsuchen und ihre Hornhaut begutachten lassen. Während bei der stillen Form des Keratokonus also im Wesentlichen die Beobachtung genügt, muss der progressive und sich oft aggressiv entwickelnde Keratokonus behandelt werden.

Die Hornhaut wird immer dünner

Neben den Beeinträchtigungen des Sehvermögens birgt der Keratokonus vor allem die Gefahr, dass die Hornhaut durch die fortschreitende Wölbung an einigen Stellen immer dünner wird. Sie kann sogar in einigen Bereichen brechen, wodurch Narben entstehen. Solche Vernarbungen reduzieren die Fähigkeit zum scharfen Sehen erheblich. Der Augenarzt versucht deshalb im Rahmen der Therapie, die weitere Wölbung so weit wie möglich einzudämmen. Der Augenarzt kann ringförmige Segmente in die Hornhaut implantieren, um deren weitere Verformung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist mit den heute bekannten Behandlungsmethoden nicht möglich. In letzter Konsequenz bleiben nur die Entfernung der verformten Hornhaut und das Einbringen einer neuen Hornhaut. Diese Transplantation ist allerdings sehr aufwändig und mit verschiedenen Risiken verbunden. Insbesondere besteht die Gefahr, dass das Auge die transplantierte Hornhaut abstößt. Selbst wenn die Operation gelingt, berichten Patienten ihrem Arzt und ihrem Optiker von starken Schwankungen der Sehschärfe. Dieser Effekt lässt in der Regel erst einige Monate nach der Operation nach. Schwerer wiegt die begrenzte Haltbarkeit von transplantierter Hornhaut. Im Durchschnitt ermöglicht der Eingriff dem Patienten etwa zehn Jahre lang scharfes Sehen, danach wird eine erneute Operation erforderlich. Und diese ist dann wiederum mit den genannten Risiken verbunden.