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Kataraktoperation

Die Kataraktoperation wird bei Patienten durchgeführt, die am Grauen Star (Katarakt) leiden. Im Verlauf der Operation wird die körpereigene, getrübte Augenlinse gegen eine künstliche Linse (IOL) ausgetauscht. Die Kataraktoperation gehört mit rund 650.000 Operationen jährlich zu der am häufigsten durchgeführten Operation in Deutschland und ist die einzige Methode die Erkrankung Katarakt (Grauer Star) effektiv zu behandeln. Wird die Kataraktoperation zur rechten Zeit durchgeführt, ist die frühere Angst an einem Grauen Star eines Tages zu erblinden heutzutage unbegründet.

Indikation

Durch die Eintrübung der körpereigenen Augenlinse beim Grauen Star kommt es zu einer verschleierten bzw. verschwommenen Sicht und einer diffusen Brechung einfallender Lichtstrahlen. Auch Fahrten mit dem Auto bei Dunkelheit werden zunehmend zum Problem, weil die Blendempfindlichkeit bei einem grauen Star massiv erhöht ist. Des Weiteren kann es zu Doppelbildern beim Sehen und einer verzögerten Anpassung (Adaption) an wechselnde Lichtverhältnisse kommen. Generell raten der Augenarzt und der Optiker in der Regel dann zur Kataraktoperation, wenn das Sehvermögen bereits relativ stark nachgelassen hat und wenn der Patient unter subjektive Beschwerden leidet.

Abbildung eines Auges mit grauem Star
© Alila Medical Media / Fotolia

Vorbereitung

Bevor die Kataraktoperation durchgeführt werden kann, erfolgt noch einmal eine gründliche Untersuchung der Augen. Der Augenarzt stellt durch unterschiedliche Messungen fest, wie starkt die Linsentrübung die Sehschärfe des Patienten beeinträchtigt. Durch weitere Untersuchungen mit der sog. Spaltlampe wird diagnostiziert, ob die Linsentrübung ausschließlich durch den Grauen Star verursacht oder ob die Hornhaut und die Netzhaut des Auges gegebenenfalls auch geschädigt sind. Sind alle Untersuchungen erfolgt, beginnt der eigentliche operative Eingriff, der zwischen etwa 15 bis 20 Minuten pro Auge dauern kann.

aumedo Check-up

Durchführung

Die Kataraktoperation kann unter Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt werden. In manchen Fällen kann zusätzlich die Gabe eines Betäubungsmittels mit einer feinen Nadel sinnvoll sein, die neben dem Augapfel angesetzt wird. Mit der Hilfe spezieller Augentropfen wird die Pupille weitgestellt und eine eingesetzte Klammer hält das Auge während der Operation konstant offen.

Kataraktoperation mit Ultraschall (Phakoemulsifikation)

Das am häufigsten eingesetzte Operationsverfahren wird als Phakoemulsifikation bezeichnet. Dabei führt der Augenarzt einen wenige Millimeter langen Schnitt an der Hornhaut durch und öffnet die Linsenkapsel, um in das Innere des Auges zu gelangen. Mit Hilfe von Ultraschall verflüssigt er den getrübten Linsenkern und saugt ihn ab. Nun bleibt nur die leere Hülle der Kapsel zurück, die glasklar ist. Hier implantiert der Augenarzt nun die zuvor maßgefertigte künstliche Linse (IOL). Sie besteht zumeist als Acrylaten oder Silikonen, die sehr weich sind. Sie können in gefaltetem oder gerolltem Zustand ins Auge eingebracht werden, so dass die winzig kleine Öffnung des Augapfels ausreicht. Sie ist so gering dimensioniert, dass sie sich nach dem Ende der Operation in den meisten Fällen von selbst wieder verschließt. Nur selten muss der Augenarzt extrem feine Nähte setzen. Der Eingriff endet mit dem Aufbringen eines Verbandes, der dem Auge in den ersten Stunden den nötigen Schutz bietet.

Kataraktoperation mit einem Laser

Bei Kataraktoperationen mit dem Laser muss der Operateur die Linsenkapsel nicht mehr mit chirurgischen Methoden von Hand öffnen, sondern überlässt diese Aufgabe einem sog. Femtosekundenlaser. Dieser kann die Linse punktgenau öffnen und spielt auch im weiteren Verlauf der Operation eine wichtige Rolle. Mit dem Laser kann der Augenarzt die natürliche getrübte Linse behutsam zertrümmern, so dass diese problemlos abgesaugt werden kann. Das ist die Voraussetzung dafür, dass in der Kapsel anschließend genug Platz für die künstliche Linse ist(IOL). Bei den bislang üblichen Verfahren ist ein Ultraschall für die Zerstörung der körpereigenen Linse zuständig, der aber unter bestimmten Bedingungen das Risiko von Schäden an der Augenstruktur birgt. Bei der Kataraktoperation mit Laser besteht diese Gefahr nicht. Die Kataraktoperation mit einem Laser endet ebenfalls mit dem Aufbringen eines Verbandes, der das Auge im Anschluss an den Eingriff schützen soll.

Katarakt Augenoperation (Grauer Star)
© Helgaundhaegar / Fotolia

Nachsorge

Am Tag nach der Operation findet die erste Kontroll- und Nachsorgeuntersuchung statt. Bei dieser Gelegenheit wird der Salbenverband entfernt. In den darauffolgenden Tagen nach der Operation ist eine intensive Behandlung der Augen mit einer antibiotischen Salbe und Augentropfen erforderlich. Es wichtig, dass die verordneten Augentropfen zuverlässig und in der vorgegebenen Dosis angewendet werden damit es zu keinerlei Folgekomplikationen kommt. Außerdem sollte sich der Patient in den ersten Wochen nach der Operation schonen und zum Beispiel Sport nur nach Absprache mit dem Augenarzt treiben. Durch das minimal-invasive Verfahren und die sehr kleinen Schnitte an der Hornhaut, schreitet der Heilungsverlauf in der Regel schnell voran. Bis die vollständige Sehfähigkeit erreicht ist, sollten Patienten dennoch etwas Geduld mitbringen.

Erfolgsrate

Für einen erfahrenen Augenarzt stellt der operative Austausch der natürlichen gegen eine künstliche Linse Routine dar. Die Kataraktoperationen gelten als sehr effektiv. In ca. 90 % der Fälle wird durch die Operation eine deutliche Sehverbesserung erreicht. Mit einer Komplikationsrate von weniger als 5% ist die Kataraktoperation eines der sichersten Verfahren im Bereich ambulanter Operationen.

Kosten

Im Normalfall übernehmen die meisten privaten und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei einer Kataraktoperation. Je nach Linsenart und Operationsverfahren können diese zwischen ca. 1.800 € und 3.000 € je Auge schwanken. Ein Vorabvergleich unterschiedlicher Klinken/Praxen lohnt sich, um Inklusivleistungen und Kosten für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen zu vergleichen. Um bei der eignenen Krankenkasse wirklich auf Nummer sicher gehen, ist es ratsam, sich vor einer Operation mit den Angeboten an die Krankenkasse zu wenden und die Kostenübernahme zu klären.

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Von |2018-07-09T10:29:01+00:002. Mai 2018|
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