Iris

Die Augenfarbe gehört zu den äußeren Eigenschaften, die uns bei anderen Menschen als erstes auffallen. Für die Entstehung der Farben ist die Regenbogenhaut zuständig, die vom Augenarzt und Optiker korrekt als Iris bezeichnet wird. Sie ist die Blende des Auges und hat eine sehr wichtige Funktion: Sie ist zuständig für die Regulierung des Lichteinfalls. Die Entscheidung darüber, in welcher Menge und Intensität Lichtstrahlen ins Innere des Auges gelangen, fällt also zu wesentlichen Teilen im Bereich der Iris. Sie verfügt über einen eigenen Muskel, der sie öffnen oder schließen kann.

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Anzahl der Pigmente bestimmt die Augenfarbe

Die Irismuskulatur ist mit dem Ziliarkörper verbunden. Sie regiert auf die Helligkeit der Umgebung. Ist es dunkel, wird die Iris weiter geöffnet, um mehr Lichtsignale aufzunehmen. An hellen und sonnigen Tagen wird die Sehöffnung verengt. Bei der genaueren Analyse der Iris offenbaren sich zwei verschiedene Schichten. Den vorderen Teil nennt der Augenarzt Stroma. Hier geben Pigmentzellen den Ton an, die letztlich auch für die Augenfarbe verantwortlich sind. Die Pigmente filtern das Licht, und die Anzahl der Zellen entscheidet über die Farbwirkung des Auges. Liegt der Pigmentanteil hoch, erscheinen die Augen braun. Menschen mit einem niedrigeren Anteil an Pigmenten in der Regenbogenhaut haben blaue, grüne oder graue Augen. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker können Ihnen erklären, dass die Struktur der Stroma bei jedem Menschen ganz individuell ist. Ähnlich wie ein Fingerabdruck ist anhand der Iris eine eindeutige Erkennung möglich. Deshalb werden die entsprechenden Informationen auch dort gespeichert, wo es um biometrische Verfahren zur Identifizierung geht. Es gibt außerdem Mediziner, die anhand der Iris Rückschlüsse auf den Zustand des gesamten Köpers für möglich halten. Man spricht in diesen Zusammenhang von der Irisdiagnostik.

Albinismus als Defekt der Iris

Auch die Iris selbst kann aber Erkrankungen aufweisen, die der Optiker oder der Augenarzt entdecken. Der vermutlich bekannteste Defekt ist der Albinismus. Die Betroffenen haben keinerlei Pigmente in der Iris, die deshalb durchsichtig wirkt. Die nicht farbige Regenbogenhaut gibt den Blick frei bis auf den Hintergrund des Auges, dessen Blutgefäße für einen rötlichen Eindruck sorgen. Problematischer ist allerdings die mit dem Albinismus verbundene Sehbehinderung. Die Iris kann wegen der fehlenden Pigmente ihre eigentliche Funktion als Blende nicht wahrnehmen. Das Auge hat also den sonst üblichen Schutz gegen zu großen Lichteinfall nicht. Blendungen stellen für Albinos daher ein großes Problem dar.

Erkrankungen der Regenbogenhaut

Ihr Augenarzt und jeder Optiker kennen mit der Aniridie eine weitere Anomalie: Hier haben die Betroffenen zumeist von Geburt an gar keine Iris. Ist sie zwar vorhanden, weist sie aber andere Defekte auf, ist von Kolombe die Rede. Schließlich können im Bereich der Regenbogenhaut auch Entzündungen vorkommen, für die allerdings häufig andere Grunderkrankungen verantwortlich sind. Zu nennen sind hier in erster Linie Rheuma und Morbus Bechterew.