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IOL Master (Teil 2)

Für verschiedene Behandlungen beim Augenarzt ist eine möglichst exakte Vermessung des Auges von großer Bedeutung. Lange Zeit galt die Ultraschall-Biometrie als die beste Möglichkeit, die Augenlänge, die Tiefe der Vorkammer und den Radius der Hornhaut zu ermitteln. Alternativ kann der Augenarzt auch eine Spaltlampe einsetzen, die mit einer digitalen Kamera verbunden ist. Seit einigen Jahren ist mit dem IOL Master jedoch eine neue und noch präzisere Messtechnik verfügbar.

Messungen ohne Berührung des Auges

Ihr Augenarzt kann Ihnen einen wesentlichen Vorteil des IOL Master gegenüber der herkömmlichen Messtechnik erläutern: Hier kommen Laserstrahlen statt Ultraschall zum Einsatz, und das gesamte Verfahren arbeitet berührungsfrei. Die Messung ist also besonders schonend für das Auge und erfordert keinerlei Betäubung. Der Augenarzt ist deshalb in der Lage, die Messungen mit höherer Präzision durchzuführen. Insbesondere vor dem Einsetzen künstlicher Linsen sind optimale Messergebnisse für den maximalen Erfolg der Behandlung entscheidend. Ein Einsatz des IOL Master ist aber auch bei der Anpassung von Kontaktlinsen sinnvoll, um wirklich optimale Ergebnisse zu erzielen.

Genauere Ergebnisse als mit herkömmlicher Technik

Die Lasertechnik im IOL Master arbeitet mit höchster Präzision und weist gegenüber den traditionellen Messmethoden eine geringere Fehlerquote auf. Ihr Augenarzt kennt einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sämtliche Daten, die das Gerät ermittelt, stehen unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung vollständig zur Verfügung. Der Augenarzt kann die Messergebnisse mit seinem Computer abrufen und abspeichern. Die digitale Aufbereitung der Daten ermöglicht auch effektive Langzeitbeobachtungen. Viele Erkrankungen des Auges entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Auch die Verschlechterung des Sehvermögens verläuft oft schleichend. Durch regelmäßige Untersuchungen mit dem IOL Master werden selbst minimale Abweichungen sichtbar. Dem Augenarzt stehen per Mausklick die Daten von vielen Monaten oder Jahren zur Verfügung. Sie liefern ihm wertvolle Informationen über die Entwicklung von möglichen Augenerkrankungen. Zudem erkennt der Mediziner, ob das Auge in seiner Struktur stabil ist oder ob sich hier Veränderungen ergeben. Die Vielzahl an Messdaten erlaubt eine wesentlich präzisere Diagnose, und entsprechend steigen auch die Heilungschancen.

Die Krankenkassen bezahlen die Untersuchung nicht

Obwohl der IOL Master aus der Sicht der meisten Experten gegenüber traditionellen Untersuchungsmethoden eine Reihe von Vorteilen bietet, handelt es sich nicht um eine Kassenleistung. Während die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Untersuchungen mit der Spaltlampe und mit Hilfe von Ultraschall ersetzen, verweigern sie die Leistung im Fall der modernen Lasertechnik. Viele Patienten, die beispielsweise am Grauen Star erkrankt sind, wollen aber auf die hochpräzise Messung mittels Laser nicht verzichten. Sie wissen, dass bei der Anpassung einer Kunstlinse schon kleinste Messfehler die Qualität des Sehens beeinträchtigen können. Viele Betroffene entscheiden sich daher nach Rücksprache mit ihrem Augenarzt dafür, die Kosten für den Einsatz des IOL Master selbst zu tragen.