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IOL Kalkulation (Berechnung)

Wenn die natürliche Linse Ihres Auges ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann, muss sie gegen eine künstliche Linse (Intraokularlinse) getauscht werden. Bei einer Intraokularlinsen-Kalkulation  steht deshalb eine professionelle Berechnung anhand Ihrer Patientendaten im Vordergrund. Damit der Eingriff gelingen kann, muss die IOL optimal an die Beschaffenheit des Auges angepasst werden. Dies gewährleistet die IOL Kalkulation. Am Ende dieses Verfahrens steht fest, welche Intraokularlinse beim betreffenden Patienten die besten Ergebnisse verspricht.

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Einführung

Die Linse ist ein wichtiger Teil des optischen Systems im Auge. Sie ist wesentlich für die Brechung des einfallenden Lichts verantwortlich. Werden die Strahlen in der Linse zu stark oder zu schwach gebrochen, kann kein scharfes Bild auf der Netzhaut entstehen. Der Betroffene leidet dann entweder unter Kurzsichtigkeit oder unter Weitsichtigkeit. Beide Sehfehler lassen sich mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen ausgleichen. Beide Methoden stoßen jedoch bei sehr stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit an ihre Grenzen. Diese Grenzen können sowohl praktischer als auch ästhetischer Natur sein. Manche Sehfehler sind so komplex, dass sich zum Beispiel mit Brillengläsern keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen lassen. Mitunter wären die erforderlichen Gläser auch so dick und schwer, dass sich die Anfertigung einer entsprechenden Brille verbietet. Hier kann dann die Implantation einer Intraokularlinse die beste und sinnvollste Lösung sein.

Grauer Star als Grund für eine IOL

Auch wenn keine oder nur eine geringe Fehlsichtigkeit vorhanden ist, wird der Austausch der natürlichen Linse mitunter nötig – und zwar dann, wenn es krankhafte Veränderungen im Inneren der Linse gibt. Insbesondere bei Menschen ab dem 65. Lebensjahr kommt es häufig zu einer Trübung der Linse. Der Augenarzt diagnostiziert dann eine Katarakt, die auch als Grauer Star bekannt ist. In einem frühen Stadium ist diese Krankheit nur mit relativ geringen Einschränkungen verbunden. Schreitet die Eintrübung jedoch weiter fort, sieht der Patient immer schlechter. Da es keine erfolgversprechende konservative Therapie gibt, empfiehlt der Augenarzt irgendwann die Operation, bei der eine Intraokularlinse eingesetzt wird. Auch hier ist dann eine korrekte IOL Bestimmung erforderlich.

Hochmoderne Messgeräte für die IOL Kalkulation

Für die fachgerechte IOL Kalkulation stehen dem Augenarzt hochmoderne Messgeräte zur Verfügung, wie sie beispielsweise das japanische Unternehmen Tomey entwickelt und herstellt. Der OA-2000 – Optischer Analyzer erleichtert die Wahl der richtigen IOL ebenso wie beispielsweise die TMS-5 – Scheimpflug-Topographie. Sie liefert dem Arzt eine dreidimensionale, stark vergrößerte Abbildung der Hornhautoberfläche. Wie auf einer Landkarte kann der Mediziner die einzelnen Regionen der Cornea in Augenschein nehmen und den operativen Eingriff auf der Grundlage dieser Erkenntnisse planen.