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Intraokularlinsen (IOL)

Intraokularlinsen (lateinisch: intra ‚innerhalb‘; oculus ‚Auge‘) sind künstliche Linsen, die im Rahmen der Behandlung des Grauen Star eingesetzt werden und gegen die körpereigene, eingetrübte Linse ersetzen. Einfallende Lichtstrahlen können dadurch wieder problemlos auf der Netzhaut des Auges gebündelt werden. Außerdem können Intraokularlinsen zur Korrektur starker Fehlsichtigkeiten eingesetzt werden.

Aufbau

Die Intraokularlinsen (IOL) sind immer nach dem gleichem Prinzip aufgebaut und bestehen aus der zentralen optischen Linse und den seitlichen anschließenden Haptik, die für einen guten Halt der Linse im Auge sorgen. Der optische Teil der Intraokularlinsen (IOL) hat einen Durchmesser von 5-7 mm an deren Rand elastische Schlaufen befestigt sind.

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Formen von Intraokularlinsen

Aufgrund ihrer unterschiedlicher Materialien können IOLs in unterschiedliche Formen eingeteilt werden:

Weiche und faltbare Intraokularlinsen bestehen entweder aus Acryl, Silikon oder Hydrogel und benötigen aufgrund Ihrer Flexibilität nur einen kleinen Einschnitt (3mm) um in Ihr Auge implantiert zu werden.

Harte IOLs hingegen sind auschließlich aus Polymethylmethacrylat. Dieses Material kennt man außerhalb der Praxis des Augenarztes als Acrylglas oder Plexiglas. Des Weiteren unterscheidet man einteilige und mehrteilige Intraokularlinsen (IOL), die entweder aus einem Material oder einer Kombination mehrerer Materalien bestehen.

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Aufteilung nach optischen Eigenschaften

Aufgrund der unterschiedlichen optischen Eigenschaften lassen sich Intraokularlinsen in Standard- und Premiumlinsen unterscheiden. Beide Varianten sind grundsätzlich geeignet die Grauer Star-geschädigte Linse zu ersetzen und einen Lichteinfall ins Auge zu ermöglichen. Standard-IOLs ermöglichen darüber hinaus die Korrektur einer Kurz– oder Weitsichtigkeit. Die teuren Premium-Intraokularlinsen sind außerdem in der Lage weiter optische Funktionen zu erfüllen. Je nach Ausführung unterscheidet man folgende Formen:

  • die häufigste implantierte IOL ist die positiv brechende monofokale Intraokularlinsen. Diese wird beim ursprünglich normalsichtigen Patienten eingesetzt.
  • torische Intraokularlinsen: spezielle nicht häufig verwendete Form der IOLs, die bei starken Hornhautverkrümmungen implantiert wird und zu den Premium-IOLs zählt.
  • negativ brechende Intraokularlinse: Wird in das Auge ursprünglich extrem kurzsichtiger Patienten implatiert.
  • Multifokale-IOLs: Diese IOL soll Patienten mittels zwei (bifokal) oder mehr Brennwerten ein Leben ohne Lesebrille und ein klares Sehen bei verschiedenen Entfernungen ermöglichen. Auch diese Linsenform zählt zu den Premiumlinsen.
  • akkommodierende Intraokularlinsen: sollen nach der Katarakt-OP Nah- wie Fernsicht ermöglichen und die Funktionen der natürliche Augenlinse nachahmen indem sie Ihre Form ändert.
  • phake Intraokularlinsen: Diese Form ermöglicht Korrekturen extrem starker Fehlsichtigkeiten. Im Gegensatz zur normalen IOL-Implantation findet hier kein Linsenaustausch statt. Die die phake Intraokularlinse wird zusätzlich zur natürlichen Linsen in das Auge implantiert.
  • asphärische IOLs: Anders als normale sphärische IOLs sind asphärische Intraokularlinsen nicht kugelförmig geformt sondern peripher flacher. Einfallende Randstrahlen werden nicht so stark gebrochen wie bei spärischen (kugelförmigen) IOLs und haben einen gemeinsamen Brennpunkt. Daher ermöglichen diese Art der IOLs ein schärferen Kontrastsehen in der Dämmerung und bei Dunkelheit.

Voruntersuchungen bei einer IOL-Implantation

Für die Implantation einer IOL sind eine Reihe an Voruntersuchungen notwendig. Dabei ist es wichtig, dass das Auge präzise vermessen werden, um die passende Brechkraft der IOL zu bestimmen. Gleichzeitig sollte eine Bestimmung bisheriger Fehlsichtigkeiten bzw. Erkrankungen an den Augen erfolgen. Dabei stehen Ihrem Augenarzt mittels Ultraschall, Laser oder der IOL Kalkulation sehr spezielle Verfahren zur Verfügung, die eine genaue, schnelle und komfortable Messung möglich machen.

IOL-Implantation/Kataraktoperation

Eine Kataraktoperation zur Implantation einer IOL finden in den meisten Fällen ambulant statt. Unter örtlicher Betäubung wird die Pupille medikamentös erweitert, ein kleiner Einschnitt angelegt und im ersten Schritt die körpereigene Linse mittels Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Dabei bleibt die Umhüllung der Linse (Kaspelsack) meist erhalten und dient dem nun stattfindenden Einsetzen der IOL als Positionierungsmöglichkeit. Nach der richtigen Positionierung der Linse ist die Operation abgeschlossen.

Kataraktoperation© Alila Medical Media / Fotolia

Risiken und Nebenwirkungen einer Operation

Das Implantieren von Intraokularlinsen (IOL) stellt für einen erfahrenen Augenarzt beinahe Routine dar. Mehr als 700.000 Mal werden die Operationen allein in Deutschland Jahr für Jahr ausgeführt. Deshalb sind die Art und Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen von der Erfahrung des Operateurs, der verwendeten Technik und Faktoren des Patienten ab.

Generell lässt sich sagen, dass die Implantation einer IOL im Rahmen einer Kataraktoperation eine sehr niedrige Komplikationsrate von unter 1% hat. Bei den Nebenwirkungen kann es sich um Verletzungen der Hornhaut, Blutungen, das Reißen des Kapselsackes oder einen Druckabfall des Augeninnendrucks handeln. Als häufigste Komplikation nach einer Operation gilt der sog. „Nachstar“ bei dem nicht restlos entfernte Zellen der entfernten Linse für eine Trübung beim Sehen sorgen können. Diese Trübung kann relativ einfach und problemlos mit Hilfe einer Laserbehandlung (Laserkapsulotomie) entfernt werden. Eine weitere selten auftretende Komplikation ist das zystische Makulaödem. Bei diesem bilden sich im Zeitraum von ein bis drei Monate nach der Operation Zysten auf der Retina (Netzhaut), die entweder komplikationslos von selbst verschwinden oder im schlimmsten Fall für Netzhautlöcher sorgen können. Die ernsthafteste Nebenwirkung ist sicherlich eine Infektion im Auge (Endophthalmitis) die aber bei modernen Operationsverfahren mit 0,05% eine sehr geringe Rate aufweist.

Durch den Austausch Ihrer natürlichen Linse gegen eine Intraokularlinse kann es zu Änderungen der Brechkraft für das scharfe Sehen kommen. Dabei ist sowohl die Fern- als auch die Nahsicht betroffen da eine Intraokularlinse (IOL) nicht in der Lage ist für die gleichen Änderungen der Brechkraft des Auges zu sorgen wie eine normale Augenlinse. Deshalb wird die Brechkraft der IOL meist so berechnet, dass das Auge eine scharfe Fernsicht hat und Betroffene für das Nahsehen eine Lesebrille benötigen. Mit Hilfe von moderne multifokale oder akkommodierende IOLs kann dieser Effekt zu einem gewissen Grade kompensiert, nicht aber verhindert werden.

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Von |2018-06-04T15:12:00+00:002. Juni 2018|
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