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Hydrophilie

Hydrophile Kontaktlinsen besitzen die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und zu speichern. Wenn Sie eine solche Linse tragen, bemerken Sie relativ bald den Unterschied zu herkömmlichen Linsen: Die wasserspeichernden Linsen bieten Ihnen mehr Komfort und ein besseres Tragegefühl. Dieses hält auch nach vielen Stunden noch an. Weil die Versorgung des Auges mit Feuchtigkeit und mit Sauerstoff bei den hydrophilen Linsen besonders gut ist, kommt es selbst nach zehn oder zwölf Stunden nicht zu Reizungen und Rötungen des Auges. Wenn Sie Ihre Linsen häufig relativ lange am Stück tragen möchten, sollten Sie sich bei Ihrem Optiker nach wasserspeichernden Sehhilfen erkundigen.

Die Linsen funktionieren wie ein Schwamm

Wörtlich aus dem Altgriechischen übersetzt, bedeutet Hydrophilie „Wasser liebend“. Die so bezeichneten Stoffe ziehen also Wasser an – im Gegensatz zu hydrophoben Materialien. Diese stoßen Wasser eher ab. Hydrophile Linsen bestehen nicht nur selbst zu einem großen Teil aus Wasser, sondern sie können Teile der Flüssigkeit im Auge aufnehmen und speichern. Dabei handelt es sich insbesondere um die Tränenflüssigkeit, die von Drüsen direkt im Auge gebildet wird. Die Kontaktlinsen können die gespeicherte Feuchtigkeit Stück für Stück wieder abgeben. So ist für eine permanente Benetzung der Linsen gesorgt, was sich positiv auf das Tragegefühl auswirkt. Zugleich sind die Kontaktlinsen optimal gegen Austrocknung geschützt.

Weiche Kontaktlinsen müssen immer feucht bleiben

Zu den Besonderheiten der weichen Kontaktlinsen gehört, dass sie immer von einer Feuchtigkeitsschicht bedeckt sein müssen. Solange sich die Linsen im Auge befinden, wird die vorhandene Flüssigkeit mit jedem Lidschlag verteilt. Wer zu trockenen Augen neigt, der kann zusätzlich mit Nachbenetzungslösungen nachhelfen. Entsprechende Produkte, die auch für Allergiker geeignet sind, erhalten Sie beim Optiker. Sobald Sie eine weiche Linse aus dem Auge entnommen haben, müssen Sie die Linse in eine Reinigungslösung bzw. in ein Pflegemittel einlegen. Ihr Optiker kann Ihnen erläutern, was andernfalls geschehen würde: Eine nicht mehr mit Feuchtigkeit benetzte Linse verliert schnell ihre Form, schrumpft zusammen und wird hart. Sie ist dann nicht mehr zu gebrauchen und muss ersetzt werden. Wenn Sie weiche Monats- oder Halbjahreslinsen tragen, ist es also sehr wichtig, die Linse immer feucht zu halten. Eine Tageslinse hingegen erfordert nach dem Herausnehmen keine weitere Aufmerksamkeit, da sie ja nur für den einmaligen Gebrauch ausgelegt ist.

Gut geeignet für trockene und empfindliche Augen

Ihre Hydrophilie lässt manche Kontaktlinsen für trockene und empfindliche Augen als besonders geeignet erscheinen. Ihr Optiker kann Ihnen spezielle Linsen mit einer besonders ausgeprägten Fähigkeit zur Speicherung von Flüssigkeit vorstellen. Fragen Sie Ihren Optiker auch dann nach hydrophilen Linsen, wenn Sie beim Einsatz von herkömmlichen Linsen unter Reizungen oder unter einem Fremdkörpergefühl gelitten haben. Mit den „Wasser liebenden“ Modellen gehören diese Schwierigkeiten in vielen Fällen der Vergangenheit an. Die Verträglichkeit gilt unter Optikern und Augenärzten als sehr gut, mit Komplikationen ist nur selten zu rechnen. Auch die Eingewöhnungszeit fällt entsprechend kurz aus.