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Hornhautvernetzung

Zu den möglichen krankhaften Veränderungen der Hornhaut zählt der Keratokonus. Er ist gekennzeichnet durch eine Verformung der Hornhaut, die ihre runde Form verliert und sich zunehmend nach vorne wölbt. Der Betroffene hat dadurch sich verstärkende Schwierigkeiten, scharf zu sehen. Dies ist oft der Anlass für einen Besuch beim Augenarzt oder Optiker. Insbesondere der Arzt kann verschiedene Untersuchungen anstellen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Vermutet er einen Keratokonus, schaut er sich die Hornhaut an, misst ihre Form und ermittelt auch die Dicke der Hornhaut. An der Stelle, an der sie am weitesten vorgebeugt ist, neigt die Hornhaut zum Ausdünnen. Eventuell strömt an dieser Stelle auch vermehrt Wasser ein, was zusätzliche Trübungen zur Folge hat.

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Zunächst kann eine Brille helfen

Die Verschlechterung der Sehleistung lässt sich in vielen Fällen durch eine vom Optiker entsprechend angepasste Brille ausgleichen. Wenn die Verformung weiter voranschreitet, stößt der Optiker mit seinen Möglichkeiten jedoch an Grenzen. In Absprache mit dem Augenarzt kann er zu harten Kontaktlinsen raten, die Druck auf die Hornhaut ausüben. Die weitere Wölbung lässt sich dadurch in vielen Fällen zumindest für eine gewisse Zeit aufhalten. Eine nachhaltigere Lösung stellt allerdings die Hornhautvernetzung dar, bei der der Augenarzt die natürliche Struktur des Auges mit gezielten Maßnahmen stärkt.

Wenn das Netz aus Kollagenfasern zu schwach wird

Angriffspunkt sind die Kollagenfasern, die im Gewebe der Hornhaut zu finden sind. Diese Fasern sind wie ein Netz miteinander verbunden und gewährleisten im gesunden Auge die notwendige Stabilität. Fest verbundene Fasern tragen also dazu bei, die Hornhaut in der richtigen Form zu halten. Wenn nun der Optiker oder Augenarzt Hinweise auf eine Vorwölbung der Hornhaut finden, bedeutet das in den meisten Fällen, dass das Netz aus Kollagenfasern zu schwach ist. Die Hornhautvernetzung verfolgt daher das Ziel, das natürlicherweise vorhandene Netz wieder zu stärken und falls erforderlich neu aufzubauen. Seit seiner erstmaligen Vorstellung wurde das Verfahren stetig weiterentwickelt. Viele Patienten, die sich für eine Hornhautvernetzung entschieden haben, hatten anschließend keine weiteren Schwierigkeiten mehr mit einer verformten Hornhaut. In welchem Verhältnis der Nutzen und mögliche Risiken in Ihrem Fall zueinander stehen, das besprechen Sie am besten in Ruhe mit Ihrem Augenarzt oder Optiker.

Vitamine und UVA-Licht als Therapie

Entscheiden Sie sich für eine Hornhautvernetzung, muss der Augenarzt zunächst die obere Schutzschicht der Hornhaut entfernen. Nur so ist es möglich, mit der anschließenden Behandlung direkt die richtige Gewebeschicht zu erreichen. Mit verschiedenen Präparaten, die unter anderem Vitamin B2 enthalten, wir die Lichtempfindlichkeit gesteigert. Anschließend bestrahlt der Arzt die Hornhaut für einen gewissen Zeitraum gezielt mit UVA-Licht. Hier genügt in der Regel eine Bestrahlung von 30 Minuten Dauer. Das ultraviolette Licht regt die Vernetzung der Kollagenfasern untereinander an, das Netz wird also wieder dichter. Es ist zwar nicht stark genug, um bereits eingetretene Verformungen der Netzhaut rückgängig zu machen. Ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus lässt sich aber in vielen Fällen verhindern.