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Hornhauttransplantation (Teil 1)

Durch verschiedene Erkrankungen und Verletzungen können Narben auf der Hornhaut des Auges entstehen, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen. Insbesondere wenn es sich um eine fortschreitende Krankheit handelt, die zu einem zunehmenden Sehverlust führt, muss gehandelt werden. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker informieren Sie darüber, dass bereits entstandene Narben und Eintrübungen nicht rückgängig gemacht werden können. Verschiedene therapeutische Ansätze können also lediglich das Ziel haben, eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Sehvermögens ist hingegen mit konservativen Methoden nicht möglich.

Eintrübungen lassen sich nicht rückgängig machen

Haben die Eintrübungen der Hornhaut ein zu großes Ausmaß erreicht, bleibt daher im Wesentlichen nur die Hornhauttransplantation. In einem operativen Eingriff tauscht der behandelnde Augenarzt dabei den getrübten Teil der Hornhaut gegen die ungetrübte Hornhaut eines Spenders aus. Wer sich für einen solchen Eingriff interessiert, muss allerdings die Risiken kennen. Sowohl der Augenarzt als auch der Optiker sind hier kompetente Ansprechpartner. Mit diesen und anderen Experten sollten Betroffene insbesondere das Risiko der Abstoßung diskutieren. Die Gefahr ist zwar vorhanden, sie kann aber durch die richtige Auswahl des Spendergewebes stark reduziert werden.

Wann eine Abstoßungsreaktion droht

Zum Problem kann die Immunabwehr des Körpers werden. Das Immunsystem erkennt körperfremde Zellen und bekämpft sie. Dadurch kann es zu den Abstoßungsreaktionen kommen. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker können allerdings zur Beruhigung beitragen, indem sie auf eine wichtige Tatsache hinweisen: In der Hornhaut gibt es normalerweise keine Blutgefäße. Die für die Abwehr zuständigen Immunzellen befinden sich aber im Blut und kommen deshalb im Normalfall nicht mit der transplantierten Hornhaut in Bewegung. Anders sieht es nur dann aus, wenn der Augenarzt eine Vaskularisation diagnostiziert. Darunter versteht man eingesprosste Blutgefäße in der Hornhaut, die dort als Folge einer Erkrankung entstanden sind. In diesem Fall erstreckt sich die Immunabwehr auch auf die Hornhaut, die Gefahr der Abstoßung ist entsprechend erhöht. Die Hornhautbank, bei der die Spenden koordiniert werden, steht dann vor der Aufgabe, eine möglichst gut passende Hornhaut zu finden. Die Experten gleichen die Eigenschaften des Gewebes mit den Daten des Patienten ab und wählen die Spenderhornhaut entsprechend aus. Möglichst große Übereinstimmungen in der Gewebestruktur lassen das Risiko einer Abstoßung vergleichsweise gering erscheinen. Es liegt dann allerdings oft immer noch über 50 Prozent.

Regelmäßige Kontrolle nach dem Eingriff

Mehr als 90 Prozent der Patienten, bei denen keine Vaskularisation vorliegt, bei denen also nicht mit einer Abstoßungsreaktion zu rechnen ist, können nach der Transplantation wieder gut sehen. Da Augenärzte und Optiker auf die überragende Bedeutung strengster Hygiene während des Eingriffs und auch während der Heilung hinweisen, treten nur selten Infektionen auf. Insbesondere im ersten Jahr nach dem Eingriff sollten allerdings regelmäßige und häufige Termine beim Augenarzt und beim Optiker im Kalender stehen. Das Ziel besteht darin, Hinweise auf mögliche Gegenreaktionen des Körpers oder auf Entzündungen möglichst frühzeitig zu entdecken. Der Optiker beschränkt sich auf die reine Kontrolle, der Augenarzt kann bei Bedarf zusätzlich auch entzündungshemmende Medikamente oder andere erforderliche Präparate verschreiben.