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Hornhauttransplantation (Teil 3)

Eine gesunde Hornhaut ist durchsichtig und kristallklar. Sie lässt Licht hindurch und gibt den Blick auf die Iris sowie die schwarze Pupille frei. Dank ihrer Festigkeit übernimmt die Hornhaut eine wichtige Schutzfunktion für die hinter ihr liegenden Teile des Auges. Zugleich trägt sie, im Zusammenspiel mit der Linse, durch die Brechung des einfallenden Lichts zum scharfen Sehen bei.

Der Aufbau der Hornhaut

Den komplexen Aufbau der Hornhaut lassen Sie sich am besten von Ihrem Augenarzt erläutern. Er informiert Sie über die insgesamt fünf Schichten, die unter dem Mikroskop sichtbar werden. Ganz außen befindet sich das Epithel als vorderste Schutzschicht. Sie erinnert an die oberen Hautschichten und hat mit ihnen die Fähigkeit gemeinsam, nach Verletzungen schnell wieder zu heilen. Dieser Prozess wird durch die permanente Erneuerung der Zellen begünstigt. Auf der Innenseite der Hornhaut ist eine weitere Zelllage zu finden, die der Augenarzt als Endothel bezeichnet. Ihre wichtigste Aufgabe besteht in der Regulierung des Feuchtigkeitsgehaltes. Die kleinen Zellen versorgen die Hornhaut mit Flüssigkeit und pumpen zugleich überschüssiges Wasser ab. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, dass in der Hornhaut jederzeit ein für die klare Sicht optimales Feuchtigkeitsniveau herrscht. In der Mitte der Hornhaut befindet sich das Stroma, das rund 90 Prozent zur Gesamtdicke der Hornhaut beiträgt. Es weist eine feine Struktur auf und ist in gesundem Zustand vollkommen durchsichtig. Die verschiedenen Bereiche der Hornhaut sind durch zwei Membranen, die Bowan- und die Descement-Membran, voneinander getrennt.

Wann eine Transplantation erforderlich wird

Durch Verletzungen oder Erkrankungen kann die Hornhaut so stark beschädigt werden, dass sie ihre wesentlichen Eigenschaften verliert und ihre wichtige Funktion nicht mehr erfüllen kann. Ist die Hornhaut getrübt, kann sie nicht mehr zur Herstellung scharfer Bilder beitragen oder ist sie nicht mehr fest genug, kann der Augenarzt eine Transplantation empfehlen. Mögliche Ursachen für eine irreparable Beschädigung der Hornhaut können ein Keratokonus, Verätzungen, Verbrennungen oder Infektionen sein. Manchmal wirken sich auch erblich bedingte Faktoren oder Stoffwechselstörungen negativ aus. Bei bestimmten Erkrankungen kommt es auch zu einem fortschreitenden Abbau der Hornhaut, die somit laufend dünner wird und deshalb ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen kann. Die Entscheidung für eine Transplantation fällt in Deutschland rund 5.000 Mal pro Jahr.

Verschiedene Verfahren zur Auswahl

Der Fachbegriff für die Hornhauttransplantation lautet Keratoplastik. Nur in sehr seltenen Fällen wird während des Eingriffs eine komplette Hornhaut transplantiert. In der Regel tauscht der Augenarzt lediglich den zerstörten oder erkrankten Teil des Gewebes aus. Wird die Hornhaut in ihrer gesamten Dicke ersetzt, spricht man von durchgreifender Keratoplastik. Setzt der Augenarzt lediglich einzelne Teilschichten ein, so nennt man dies lamelläre Keratoplastik. Der operierende Mediziner schneidet jeweils einen kreisrunden Teil aus der Hornhaut aus und fügt ein exakt gleich großes Stück aus der Spenderhornhaut ins Auge ein. Anschließend fixiert er das Implantat mit feinsten Nähten eines Nylonfadens. Alternativ kann der Augenarzt die Operation auch mit Hilfe eines Lasers ausführen. Ob diese sogenannte Femto-Kerastoplastik oder die herkömmliche Methode in Ihren Fall besser geeignet ist, das sollten Sie in jedem Einzelfall mit dem Augenarzt besprechen. Die Operation mit dem Femtosekundenlaser ist keine Kassenleistung. Die zusätzlich entstehenden Kosten müssen Sie deshalb aus eigener Tasche bezahlen.