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Hornhauttransplantation (Teil 2)

Normalerweise ist die Hornhaut des Auges klar und ungetrübt. Für scharfes Sehen ohne Einschränkungen spielt sie eine wichtige Rolle. Ihr Augenarzt und Ihr Optiker kennen allerdings eine Reihe von Erkrankungen und Defekten, die die Funktionsfähigkeit der Hornhaut deutlich einschränken können. Insbesondere Eintrübungen, die sich einmal etabliert haben, lassen sich auch mit den besten Behandlungsverfahren nicht rückgängig machen.

Narben auf der Hornhaut reduzieren das Sehvermögen

Haben die Einschränkungen, die mit den Eintrübungen verbunden sind, das Maß des Erträglichen überschritten, kann der Augenarzt dem Patienten im Wesentlichen nur noch durch eine Hornhauttransplantation helfen. Medizinisch sinnvoll ist dieser Schritt in erster Linie dann, wenn die Hornhaut bereits weitgehend undurchsichtig geworden ist. Die Ursache dafür sind häufig Narben, die als Folge von Entzündungen entstehen. An vorderster Stelle sind hier Herpesviren zu nennen. Auch Verletzungen des Auges sowie altersbedingte Veränderungen können den Zustand der Hornhaut so weit verschlechtern, dass der Augenarzt und der medizinisch versierte Optiker zur Transplantation raten. Mitunter treten die Schwierigkeiten auch nach einer Operation auf, seltener findet der Augenarzt bei der Suche nach den Ursachen Hinweise auf angeborene Defekte.

Hornhaut von einem passenden Spender finden

Bei der Hornhauttransplantation handelt es sich um eine besondere Form der Organspende. Es ist also ein Spender erforderlich. Menschen können vor ihrem Tod darüber entscheiden, ob nach dem Ableben einzelne Organe entnommen und anderen Menschen eingepflanzt werden dürfen. Die Festlegung gilt auch für die Hornhaut bzw. es kann eine spezielle Bereitschaftserklärung für die Hornhautspende unterschrieben werden. Auch die Angehörigen haben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, ihre Zustimmung zu erteilen. Verstirbt ein Mensch, der sich als Spender zur Verfügung gestellt hat oder dessen Hinterbliebene die Entnahme der Hornhaut erlauben, so kommt diese zur so genannten Hornhautbank. Dort wird das Transplantat untersucht und für die weitere Nutzung vorbereitet. Wichtig sind insbesondere Test auf mögliche Krankheitserreger wie HIV oder Hepatitis-Viren, die im Blut des Spenders enthalten sein können. Ergeben sich keine entsprechenden Hinweise, wandert die Hornhaut in den Brutschrank, wo sie vier bis sechs Wochen bleiben kann. Der Patient, der das Transplantat erhalten soll, kann so von seinem Augenarzt auf die Operation vorbereitet werden. Der Betroffene hat auch noch einmal die Möglichkeit, Details des bevorstehenden Eingriffs in Ruhe mit seinem Augenarzt, seinem Optiker und anderen Fachleuten zu besprechen.

Meistens wird nur ein Teil der Hornhaut ausgetauscht

In vielen Fällen kann die Hornhauttransplantation ambulant durchgeführt werden. Der Augenarzt löst aus dem Auge des Patienten den Bereich der Hornhaut, der von den Eintrübungen betroffen ist, fügt den entsprechenden Teil der gespendeten Hornhaut ein und vernäht ihn. Der behandelnde Arzt tauscht also in den meisten Fällen nicht die komplette Hornhaut aus, sondern lediglich einen bestimmten Teil. Dabei handelt es sich in der Rege um jenen Bereich um die Pupille herum. Außerhalb dieses zentralen Bereichs fallen möglicherweise vorhandene Eintrübungen weniger ins Gewicht.