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Hornhaut-Neovaskularisierung

Als Neovaskularisation bezeichnen Mediziner die Neubildung und Wucherung von Gefäßen an verschiedenen Stellen des Körpers. Es handelt sich nicht um die im Wachstumsprozess von Kindern normale Neubildung von Gefäßen, sondern um eine krankhafte Veränderung im Erwachsenenalter. Auch Augenarzt und Optiker kennen dieses Phänomen, denn zu den Regionen, die betroffen sei können, gehören die Augen. Hier zeigt sich die Neovaskularisation zumeist auf der Hornhaut. Da dort eigentlich keine derartigen Gefäße vorhanden sein sollten, ergibt sich für den Betroffenen eine Einschränkung der Fähigkeit zum klaren Sehen.

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Narben auf der Hornhaut

Wenn der Augenarzt nach den Ursachen forscht, kann er in vielen Fällen eine frühere und inzwischen abgeheilte Hornhautentzündung als Auslöser ausmachen. Während des Heilungsprozesses entstehen häufig Narben, die dann zu den genannten Beschwerden führen. Generell gilt: Wenn sich die Sehleistung spürbar verändert, in der Regel also verschlechtert, sollten Sie stets Ihren Optiker oder Augenarzt aufsuchen. Nur durch eine gründliche Untersuchung lässt sich feststellen, ob hinter den Veränderungen möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung steckt.

Kontaktlinsen als mögliche Auslöser

Findet der Augenarzt keine Anzeichen für eine Erkrankung, beginnt die Suche nach anderen möglichen Ursachen. Hier rücken in vielen Fällen Kontaktlinsen in den Fokus. Wer unter Fehlsichtigkeit leidet, muss sich vom Optiker eine Sehhilfe anfertigen lassen. Wenn der Optiker die Gläser der Brille exakt nach den Vorgaben des Augenarztes schleift und somit die notwendigen Korrekturwerte erreicht, kann der Betroffene klar sehen. Manche Menschen sind Brillenträger aus Überzeugung, sie nutzen das Gestell als modisches Accessoire. Andere fügen sich in die Notwendigkeit und wählen zum Beispiel eine randlose Brille, die möglichst wenig auffällt. Eine wachsende Zahl von Fehlsichtigen möchte sich aber mit dem Zwang zum Brille tragen nicht abfinden. Sie bekommen beim Optiker als Alternative Kontaktlinsen, die es in vielen verschiedenen Varianten zu kaufen gibt: Tageslinsen, Monatslinsen, weiche Linsen, harte Linsen – die Auswahl ist groß. Die Patienten sollten die Wahl der richtigen Kontaktlinsen für ihr Auge mit dem Augenarzt oder Optiker besprechen. Und sie sollten unbedingt die Hinweise der Experten zum richtigen Umgang mit dieser Art von Sehhilfe beherzigen. Denn werden die Linsen zu lange getragen oder kommen die falschen Linsen zum Einsatz, kann auch das zu einer Neovaskularisation führen.

Das Auge braucht genügend Sauerstoff

Problematisch ist es vor allem, wenn das Auge aufgrund der Kontaktlinsen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Die Veränderungen auf der Hornhaut erkennt der Augenarzt mit Hilfe der Spaltlampe. Wenn Kontaktlinsen als Auslöser für die Neubildung der Gefäße infrage kommen, raten der Augenarzt und der Optiker vermutlich zum Verzicht auf die Linsen. Ob dieser Verzicht vorübergehend oder von Dauer sein muss, entscheiden die Fachleute im Einzelfall. Sie sollten die Ratschläge und Empfehlungen von Augenarzt und Optiker in jedem Fall ernst nehmen. Manchmal hilft auch bereits der Wechsel der Kontaktlinsen. Manche Anbieter haben Linsen im Angebot, die besonders durchlässig für Sauerstoff sind und die deshalb auch bei sehr langem Tragen keine Schäden am Auge verursachen.