Lexikon»Kontaktlinsen»Harte Kontaktlinse

Harte Kontaktlinse

Die meisten Kontaktlinsen, die heutzutage beim Optiker zu bekommen sind, bestehen aus einem Silikon-Hydrogel. Das Material ist sehr weich und gut verträglich. Daneben gibt es harte Kontaktlinsen, die auch als formstabile Linsen bezeichnet werden. Sie spielten bis vor einigen Jahren eine deutlich größere Rolle, wurden dann aber zunehmend von den weichen Alternativen verdrängt. Eine Reihe von Kunden fragt beim Optiker allerdings unverändert gezielt nach harten Linsen. Worin sich die verschiedenen Linsenarten unterscheiden und was die jeweiligen Vor- und Nachteile sind, das können Sie am besten mit Ihrem Optiker besprechen.

Unterschiede zwischen harten und weichen Linsen

Legen Sie eine harte und eine weiche Kontaktlinse nebeneinander, dann fällt Ihnen sicherlich zunächst der Größenunterschied auf. Eine weiche Linse entspricht in etwa den Abmessungen der Hornhaut, eine harte Linse ist deutlich kleiner. Das hat praktische Folgen: Eine gut angepasste weiche Linse verändert ihre Position im Auge nur in sehr geringem Maße und macht sämtliche Bewegungen eins zu eins mit. Die harte Linse hingegen ist deutlich beweglicher auf dem Tränenfilm. Das hat eine tendenziell bessere Versorgung des Auges mit Sauerstoff und mit Feuchtigkeit zur Folge. Rötungen und Reizungen, wie sie nach langem Tragen von weichen Kontaktlinsen auftreten können, sind deshalb beim Einsatz von harten Linsen sehr viel seltener zu beobachten. Viele Optiker und Augenärzte sind der Meinung, dass nicht nur der Tragekomfort von formstabilen Linsen auf Dauer höher ist, sondern dass diese Linsen auch bessere Sehleistungen ermöglichen. Die Spontanverträglichkeit der weichen Modelle ist jedoch um einiges höher, so dass die Hürden für Einsteiger hier niedriger sind.

Gute Ergebnisse bei starken Fehlsichtigkeiten

Vor allem bei sehr starken Fehlsichtigkeiten und bei besonderem Korrekturbedarf spricht aus fachlicher Sicht einiges für harte Linsen. Die meisten Optiker vertreten die Ansicht, dass sich beispielsweise eine Hornhautverkrümmung oder ein Keratokonus, eine kegelförmige Hornhautverformung, mit formstabilen Linsen wesentlich besser korrigieren lassen. Dasselbe gilt für viele andere komplizierte Formen der Fehlsichtigkeit. Hat der Optiker die Linsen einmal an das jeweilige Auge angepasst, liefern sie in der Regel sehr gute Ergebnisse. Harte Linsen sind beim Optiker immer teurer als weiche Linsen. Dafür können sie aber auch deutlich länger genutzt werden, so dass sich der vermeintliche Nachteil wieder relativiert. Formstabile Kontaktlinsen können bei guter Pflege ohne Schwierigkeiten bis zu 24 Monate lang benutzt werden.

Ein Woche Eingewöhnungszeit

Harte Linsen werden anfangs in stärkerem Maße als Fremdkörper wahrgenommen als weiche Linsen. Der wesentliche Grund dafür ist in der geringeren Größe der formstabilen Linsen zu finden. Wegen ihrer kleineren Abmessungen sind ihre Ränder im Gegensatz zu weichen Linsen häufig nicht vom Lid bedeckt. Bei jedem Blinzeln stößt das Augenlid daher an den Rand der Linse. In den ersten Tagen kann das jedes Mal zu einem unangenehmen Gefühl führen. Wer mit seinem Optiker darüber spricht, erfährt jedoch, dass das Fremdkörpergefühl zumeist nach spätestens einer Woche nachlässt. Das Auge hat sich dann an die neue Situation gewöhnt, und die Linsen werden kaum noch wahrgenommen.