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Hagelkorn / Chalazion

Im Bereich des Augenlids sitzen verschiedene Talgdrüsen. Verstopfen sie, kann sich das Sekret stauen und einen Knoten bilden. Dieser verhärtet, und im Bereich drumherum entsteht eine Entzündung. Augenarzt und Optiker sprechen in diesem Fall von einem Hagelkorn oder einem Chalazion. Da die Entzündung auch chronisch werden kann, sollte sie vom Augenarzt behandelt werden. Der Fachmann kann auch ausschließen, dass es sich um ein Gerstenkorn handelt. Die Symptome stellen sich nämlich in beiden Fällen sehr ähnlich dar. Beim Gerstenkorn sind allerdings Bakterien im Spiel, beim Hagelkorn in der Regel nicht. Trotzdem kann es in seltenen Fällen zu einer Entzündung der Bindehaut und zu Beeinträchtigungen der Sehkraft kommen. Ein Besuch beim Optiker oder Augenarzt minimiert dieses Risiko.

Ein kleiner Knoten am Augenlid

Im Normalfall entwickelt sich das Chalazion relativ langsam und ist nicht mit Schmerzen verbunden. Allerdings klagen viele Betroffene über ein Druckgefühl. Es entsteht insbesondere dann, wenn das Hagelkorn bereits eine gewisse Größe angenommen hat. Es kann, wie der Name bereits vermuten lässt, tatsächlich die Ausmaße eines Hagelkorns annehmen. Der Knoten ist zumeist am Augenlid zu finden, und zwar entweder auf der oberen oder der unteren Seite. Kleinere Hagelkörner sind in der Regel nur unangenehm, beeinträchtigen aber nicht das Sehvermögen. Hat das Chalazion ein sehr großes Ausmaß, übt es unter Umständen Druck auf den Augapfel aus oder reibt bei jeder Bewegung des Lids an ihm. Spätestens dann ist ein schnelles Einschreiten des Augenarztes wichtig – zumal gerade durch Reibungen auf dem Augapfel das Risiko einer Bindehautentzündung deutlich ansteigt. Das Auge reagiert mit der vermehrten Bildung von Tränenflüssigkeit als Abwehrreaktion. Außerdem hören Optiker und Augenärzte von Betroffenen oft, dass die Sensibilität gegenüber hellem Licht deutlich zunimmt.

Sinnvolle Untersuchung beim Augenarzt

Die Diagnose ist für den Augenarzt oder Optiker sehr einfach. Hat das Chalazion nur eine geringe Größe und beeinträchtigt es die Sehfähigkeit nicht, klingt es auch ohne Behandlung meist von selbst wieder ab. Bleibt es jedoch langfristig bestehen oder kehrt es immer wieder, muss der Augenarzt nach den tieferen Ursachen suchen. Insbesondere muss ausgeschlossen werden, dass das Hagelkorn lediglich ein Symptom für eine andere und womöglich schwerer wiegende Erkrankung ist. Falls erforderlich, kann der Augenarzt Tropfen oder Salben verschreiben, welche die Entzündung hemmen. Der Einsatz einer Rotlichtlampe ist ebenfalls hilfreich, weil die Wärme das Auge beim Abbau des überschüssigen Sekrets unterstützt. Gut geeignet für eine sanfte und zugleich wirksame Behandlung sind auch warme Kompressen mit feuchten Tüchern.

Gute Hygiene zur Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich dem Chalazion am besten durch besondere Hygienemaßnahmen. Haben Sie häufiger mit einem Hagelkorn zu kämpfen, empfehlen Ihnen Ihr Augenarzt und Ihr Optiker vielleicht die Reinigung der Augenlider und der Wimpern mit Hilfe von Wattestäbchen. Diese sollten sie mit warmem Wasser befeuchten und am besten einmal täglich nutzen. Wichtig: Verwenden Sie immer neue Stäbchen und tragen Sie Reinigungs- und Pflegemittel oder Salben nur nach Rücksprache mit Ihrem Augenarzt auf.