Lexikon»Erkrankungen»Hagelkorn (Chalazion)

Hagelkorn (Chalazion)

Als Hagelkorn (Chalazion) bezeichnet man in der Augenheilkunde einen Knoten im Bereich des Augenlides, der durch chronische Entzündungen von Talgdrüsen entsteht. Durch die Verstopfung der Drüsengänge kommt es zu einem langsamen Anschwellen der Talgdrüsen und es entsteht ein harter, leicht verschieblicher Knoten an Ober- oder Unterlid. Im Gegensatz zu einem Gerstenkorn sind Entzündungsanzeichen nur gering vorhanden und Schmerzen fehlen meist völlig. Einzig ein Druckgefühl ist wahrnehmbar.

Hagelkorn – Ursache

Die Ursache eines Hagelkorns ist meinst spontan und liegt in den Abbauprodukten, die bei dem Abbau körpereigener Enzyme in den Ausführungsgängen der Talgdrüsen entstehen. Anders als beim Gerstenkorn sind allerdings keine Bakterien im Spiel. Die körpereigenen Abbauprodukte lagern sich im umliegenden Gewebe am Augelid an und lösen dort eine langsam fortschreitende, chronische Entzündung aus. Diese Entzündung sorgt wiederrum dafür, dass Immunzellen zum Entzündungsherd gelockt werden und dann für die Entstehung des harten, spürbaren Knoten sorgen.

Sollten Sie zu immer wiederkehrenden Hagelkörnern neigen, sollten Sie seltenere Ursachen durch Ihren Augenarzt ausschließen lassen. Zu diesen Ursachen können unter anderem Diabetes mellitus, eine Immunschwäche oder ein Lidtumor gehören.

Symptome

Im Normalfall entwickelt sich das Chalazion relativ langsam und ist meist schmerzfrei, jedoch oft mit einem unangenehmen Druckgefühl auf Ihr Auge verbunden. Es zeigt sich als verschieblicher Knoten an Ihrem oberen oder unteren Augenlid, der auf Erbsengröße anwachsen kann. Meist treten im Bereich des Hagelkorns Rötungen und Schwellungen auf. Ihr Auge reagiert mit der vermehrten Bildung von Tränenflüssigkeit als Abwehrreaktion. In seltenen Fällen kann durch die zwischen Lid und Bindehaut eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) entstehen.

Therapie

In den meisten Fällen ein eine Therapie eines Hagelkörns ästhetische Gründe. Anders als bei Gerstenkörner muss dafür aber eine längere Therapie eingeplant werden. Im Rahmen einer Therapie sprechen Hagelkörner meist sehr gut auf feucht-warme Umschläge an, die mit einer sanften Lidmassage verbunden werden. Mehrmals täglich angewandt sorgen diese Umschläge für eine Verflüssigung des angestaute Sekret, sodass es leichter abtransportiert werden kann. Der Einsatz einer Rotlichtlampe ist ebenfalls hilfreich, weil die Wärme das Auge beim Abbau des überschüssigen Sekrets unterstützt. Entzündungshemmende Augentropfen oder Augensalben helfen bei gereizter und entzündeter Bindehaut. Sollten alll diese Maßnahmen nicht genügen und das Chalazion nach wie vor bestehen, kann es chirurgisch durch einen kleinen Hautschnitt entfernt werden.

Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich dem Chalazion am besten durch besondere Hygienemaßnahmen. Haben Sie häufiger mit einem Hagelkorn zu kämpfen, empfiehlt sich die Reinigung der Augenlider und der Wimpern mit Hilfe von Wattestäbchen. Diese sollten sie mit warmem Wasser befeuchten und am besten einmal täglich nutzen. Wichtig: Verwenden Sie immer neue Stäbchen und tragen Sie Reinigungs- und Pflegemittel oder Salben nur nach Rücksprache mit Ihrem Augenarzt auf.