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Glasmaterialien

Haben Sie Probleme beim Lesen der Zeitung? Oder können Sie Passanten auf der anderen Straßenseite nur unscharf erkennen? Dann wird es Zeit für einen Sehtest. Beim Augenarzt oder beim Optiker werden die Werte ermittelt, die Ihre Brille haben muss. Wenn die Korrektionswerte feststehen, werden sie in Ihrem Brillenpass notiert. Bei der Herstellung der Brille muss sich der Optiker exakt an diese Werte halten, damit Sie mit Ihrer Brille optimal sehen können. Welche Form Ihre Brille haben soll und welche Gläser in die Fassung eingeschliffen werden, das können Sie selbst entscheiden. Die Entscheidung für ein bestimmtes Brillenmodell und für ein spezielles Glasmaterial sollten Sie in Ruhe treffen. Wenn sie gut verarbeitet ist, können Sie Ihre Brille mehrere Jahre lang tragen. Nehmen Sie sich deshalb gemeinsam mit dem Optiker die Zeit, die bestmögliche Fassung und das optimale Material auszuwählen. Grundsätzlich können Sie sich hier zwischen Silikat-Gläsern und Kunststoffgläsern entscheiden.

Mineralisches Glas verliert an Bedeutung

Zwar gibt es im Einzelfall gute Gründe, auf mineralisches Glas statt Kunststoff zu setzen. Der Trend ist jedoch unverkennbar: In den vergangenen Jahren haben Brillen mit echtem Glas zunehmend Marktanteile verloren, während Kunststoff für immer mehr Kunden beim Optiker das Material der Wahl ist. Zu den wichtigsten Argumenten gegen mineralisches Glas gehören dessen relativ hohes Gewicht und das höhere Verletzungsrisiko. Wenn die Brille beschädigt wird, gelten Gläser aus Kunststoff als weniger riskant fürs Auge. Heute spielt mineralisches Glas deshalb nur noch eine untergeordnete Rolle.

Kunststoffgläser aus Acetat und Optyl

Die meisten Kunden wählen beim Optiker Kunststoffgläser für Ihre Brillen. Die Materialien, die hier eine herausragende Rolle spielen, sind Acetat und Optyl. Während Acetat einen hohen Anteil an natürlicher Baumwolle enthält und sich besonders gut zum Einfärben eignet, gilt Optyl als sehr leicht und widerstandsfähig zugleich. Zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Glasmaterialien kann Ihnen Ihr Optiker detaillierte Informationen geben.

Verschiedene Beschichtungen für mehr Komfort

Nur relativ wenige Brillen erhalten Gläser aus unbehandeltem Kunststoff. In den meisten Fällen nimmt der Optiker verschiedene Veredelungen vor, die entweder ästhetische oder praktische Vorteile mit sich bringen. In der Praxis findet die Veredelung der Brillengläser insbesondere durch das Aufbringen zusätzlicher Schichten statt. So kann der Optiker die Oberfläche mit einer Extrahärtung besonders kratzfest und bruchsicher machen – gerade für Sportbrillen eine sehr wichtige Funktion. Fast immer ist zudem eine Entspiegelung sinnvoll. Eine Brille mit nur geringen Reflexionen sieht einerseits besser aus und bietet andererseits mehr Sehkomfort. Wenn Sie den Reinigungsaufwand für Ihre Brille reduzieren möchten, fragen Sie Ihren Optiker nach einem sogenannten Clean Coat. Es handelt sich dabei wiederum um eine Beschichtung, die einen Lotuseffekt für Ihre Gläser mit sich bringt. Der große Vorteil: Schmutz hat keine Chance, sich festzusetzen. Die Oberfläche reinigt sich von selbst, denn sie ist in hohem Maße schmutz- und wasserabweisend.