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Glaskörper

Beim Glaskörper handelt es sich um eine gelartige und durchsichtige Masse, die fast vollständig aus Wasser besteht. Er nimmt den größten Raum im menschlichen Auge ein und liegt zwischen Netzhaut, Linse und dem Ziliarkörper. Die einzelnen Bestandteile werden durch eine Membran zusammengehalten. Lediglich zwei Prozent der Masse des Glaskörpers bestehen aus Hyaluronsäure. Der Anteil der Kollagenfasern ist noch geringer. Obwohl der Glaskörper also im Wesentlichen aus Wasser besteht, sorgt er dafür, dass das Auge seine Form behält. Dies ist entscheidend, damit das von der Linse gebrochene Licht auf der Netzhaut ein klares Bild ergeben kann.

Das Alter hinterlässt Spuren im Glaskörper

Erkrankungen des Glaskörpers und Veränderungen an seiner Struktur sind fast immer eine Begleiterscheinung des Alters. Wer eine Verschlechterung seiner Sehkraft feststellt oder andere Probleme wahrnimmt, die früher nicht auftraten, sollte das Gespräch mit seinem Optiker oder gleich mit dem Augenarzt suchen. Wenn es lediglich darum geht, die aktuelle Sehschärfe zu messen und sie mit Werten aus der Vergangenheit zu vergleichen, genügt ein schneller Check beim Optiker. Wenn jedoch der Verdacht besteht, dass eine ernsthaftere Erkrankung vorhanden sein könnte, ist der Besuch beim Augenarzt unumgänglich. Der Mediziner kann untersuchen, ob es beispielsweise zu Blasen innerhalb des Glaskörpers gekommen ist. Sie können als Folge des schlechteren Stoffwechsels im Alter zustande kommen, wenn die im Glaskörper vorhandenen Kollagenfasern kleiner werden. Auch andere Verletzungen oder eine zu starke Verflüssigung des Glaskörpers können vorwiegend bei älteren Menschen auftreten.

Auf diese Alarmsignale sollten Sie achten

Hören der Optiker oder der Augenarzt von Linien im Sichtfeld, die die Form von Ringen oder Schlangen haben, gilt als das stets als Alarmsignal. Im schlimmsten Fall könnte auch die Membran schrumpfen, die zuvor für eine feste Verbindung zwischen dem Glaskörper und der Netzhaut gesorgt hat. Das könnte sogar einen Riss oder eine Ablösung der Netzhaut zur Folge haben. Verschiedene Krankheiten wie Diabetes gelten als zusätzliche Risikofaktoren.

© Alila Medical Media / Fotolia

Der Augenarzt nimmt das gesamte Auge in den Blick

Aus Erfahrung wissen der Augenarzt und auch der Optiker, dass Erkrankungen des Auges nur selten allein auf den Glaskörper beschränkt bleiben. Häufig sind auch andere Teile des Sehkörpers betroffen. Deshalb schaut sich der Augenarzt bei einer gründlichen Untersuchung auch nicht nur den Glaskörper an, sondern nimmt den Rest des Auges ebenfalls unter die Lupe. Umgekehrt gilt, dass der Augenarzt beispielsweise bei einem Verdacht auf Grauen Star auch den Glaskörper in seine Untersuchung einbezieht. Generell ist die Gefahr einer Katarakt, also einer Trübung der Linse, etwa ab dem 50. Lebensjahr deutlich erhöht. Ist eine Vitrektomie, also eine Operation am Glaskörper erforderlich, verbindet der Augenarzt diesen Eingriff oftmals mit einem Austausch der bereits getrübten Linse. Das Risiko eines sich schnell entwickelnden Grauen Stars gilt nach einer Operation am Glaskörper als deutlich erhöht. Vor einer komplizierteren Aufgabe steht der Augenarzt dann, wenn die Erkrankung auch die Netzhaut betrifft. Zwar stehen auch für diesen Bereich gut erprobte und erfolgversprechende Operationsmethoden zur Verfügung. Die Sinneszellen der Netzhaut erholen sich nach einem operativen Eingriff jedoch nur sehr langsam. Während nach einer Kataraktoperation, bei der künstliche Linsen an die Stelle der natürlichen Linsen implantiert werden, oft schon nach acht bis zwölf Wochen die volle Sehschärfe erreicht ist, nimmt die Heilung der Makula wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Wer seinen Augenarzt oder Optiker nach einem Zeithorizont fragt, erfährt, dass die vollständige Heilung bis zu einem Jahr dauern kann.

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Von |2018-06-01T13:35:45+00:002. März 2017|
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