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Gerstenkornbehandlung

Als Gerstenkorn bezeichnen der Augenarzt und der Optiker kleine oder auch größere Entzündungen, die sich an den Lidern bilden können. Neben der Innenseite der Augenlider könnten auch die äußeren Kanten am Übergang zu den Wimpern betroffen sein. Die Infektion befällt in der Regel die Drüsen, die für die Produktion von Talg und Schweiß zuständig sind. Zu den typischen Symptomen gehören entzündete und oft gerötete Knötchen. Im Normalfall ist ein Gerstenkorn harmlos, und zumeist heilt es von allein wieder ab. Ohne dass es einer Einwirkung von außen bedarf, öffnet sich das Gerstenkorn nach einer Weile. Der Eiter, der sich in seinem Inneren angesammelt hatte, fließt ab. Dies birgt theoretisch die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion. Es kann deshalb sinnvoll sein, mit dem Optiker und dem Augenarzt über mögliche Gegenmaßnahmen zu sprechen. Eine Möglichkeit stellt die Anwendung von Salben oder Augentropfen dar, die Antibiotika enthalten und dadurch eine weitere Verbreitung der Bakterien verhindern.

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Nur der Augenarzt darf das Gerstenkorn öffnen

Mitunter wird das Gerstenkorn als sehr unangenehm und auch schmerzhaft empfunden, wenn es bei jeder Bewegung des Lids über die Oberfläche des Auges reibt. Der Augenarzt kann in einem solchen Fall zu dem Schluss kommen, dass eine Öffnung des Gerstenkorns angezeigt ist. Dafür ist zumeist nur ein kleiner Stich erforderlich, für den eine örtliche Betäubung genügt. Der wichtigste Tipp, den Sie vom Augenarzt und vom Optiker erhalten, lautet: Öffnen Sie das Gerstenkorn niemals selbst. Sie könnten dadurch die Infektion verschlimmern und die Heilungschancen deutlich reduzieren.

Während der Entzündung keine Kontaktlinsen tragen

Um das Abklingen des Gerstenkorns auf schonende Weise zu beschleunigen, können Sie beim Optiker eine Rotlichtlampe erhalten. Diese erzeugt eine Wärme, die zur Linderung der Beschwerden beitragen und die Heilung befördern kann. Dringend abzuraten ist während der akuten Phase der Entzündung vom Kontaktlinseneinsatz. Lassen Sie sich, falls Sie bislang keine Brille haben, eine solche Sehhilfe vom Optiker anpassen. Setzen Sie Kontaktlinsen erst wieder ein, wenn das Gerstenkorn vollständig verschwunden ist und wenn Ihr Augenarzt grünes Licht gegeben hat. Nutzen Sie keine Tageslinsen, sondern zum Beispiel Monatslinsen, ist eine gründliche Reinigung unverzichtbar. Sonst besteht die Gefahr, dass erneut Bakterien ins Auge gelangen.

Hygiene ist die beste Vorbeugung

Wenn Sie die Tipps vom Optiker und vom Augenarzt beherzigen, verläuft ein Gerstenkorn in den meisten Fällen unproblematisch – zumindest solange es sich um die äußere Form der Entzündung handelt. Ein inneres Gerstenkorn kommt zwar seltener vor, ist dafür aber mit deutlich größeren Komplikationen verbunden. Die Entzündung sitzt dann unter dem Augenlid, und deshalb besteht hier eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung auf andere Bereiche des Auges wie die Bindehaut oder die Augenhöhle. Um das zu verhindern, rät der Augenarzt bei der inneren Form des Gerstenkorns fast immer zum Einsatz von antibiotikahaltigen Tropfen. Mitunter ist es sinnvoll, zusätzlich auch Antibiotika als Tabletten einzunehmen. Der Verlauf der Entzündung muss sorgfältig vom Augenarzt beobachtet werden. Außerdem sollten Betroffene gemeinsam mit ihrem Arzt und dem Optiker nach möglichen Ursachen für das Gerstenkorn suchen, um einer erneuten Entstehung möglichst effektiv vorbeugen zu können. Schon mit einer besseren Hygiene lässt sich oft vieles bewirken und die Zahl der Keime im Auge deutlich reduzieren. Dies ist gerade für Eltern von kleinen Kindern ein wichtiger Ansatzpunkt: Der Nachwuchs muss lernen, dass er sich nicht mit ungewaschenen Fingern ins Auge fassen darf.