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Funktion des Sehnervs

Die Funktion des Sehnervs (nervus opticus) besteht darin, die auf der Netzhaut ankommenden Lichtreize zum Sehzentrum des menschlichen Hirns weiterzuleiten. Dabei besteht der Sehnerv aus den gebündelten Nervenfasern der Netzhaut bzw. der Fotorezeptorzellen. Nur wenn der Sehnerv die umgewandelten Lichtreize ins Gehirn transportiert, jönnen dort dreidimensionale Bilder entstehen. Somit gilt: Das eigentliche Sehen findet im Gehirn statt. Und hierbei hat der Sehnerv des Auges eine entscheidende Funktion.

Einführung Netzhaut

Der Ort, an dem die einfallenden Lichtstrahlen im Auge gebündelt werden, ist die Netzhaut. Sie ist bedeckt mit einer großen Zahl von Fotorezeptoren. Bei diesen Sinneszellen unterscheidet man zwischen Stäbchen und Zapfen. Beide zusammen sammeln die nötigen Informationen über Helligkeit und Dunkelheit sowie über die Farben im einfallenden Licht. Der Brennpunkt der Lichtstrahlen liegt im zentralen Punkt der Netzhaut. Und dort befindet sich an ihrer Hinterseite der Übergang zum Sehnerv. Er stellt die etwa vier bis fünf Zentimeter lange direkte Verbindung zwischen der Netzhaut und dem Gehirn dar.

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Lichtstrahlen werden zu elektrischen Impulsen

Der Informationsfluss auf Nervenbahnen funktioniert im menschlichen Körper durch elektrische Impulse. Das gilt auch für den Sehnerv. Damit der Sehnerv im Auge seine Aufgabe erfüllen kann, müssen also zunächst die Lichtimpulse in elektrische Impulse umgewandelt werden. Dies geschieht in Bruchteilen einer Sekunde. Anschließend wandern die Impulse mit hoher Geschwindigkeit zum Gehirn. Auf einer „Kreuzung“ (Chiasma opticum) werden dabei die Informationen des rechten Auges in die linke Hirnhälfte geschickt, die Impulse vom linken Auge in die rechte Hirnhälfte.

Das Gehirn „baut“ die Bilder zusammen

Der Sehnerv des Auges hat vor allem eine Funktion: Er liefert dem Gehirn die Informationen, die es braucht, um ein räumliches und scharfes Bild der Umgebung zu „bauen“. Die Eindrücke beider Augen werden dabei zu einem Bild verschmolzen. Der Sehnerv gilt als Teil des Gehirns und lässt sich nach Beschädigungen nicht mehr wiederherstellen.

Sehnervschädigungen

Sehnervschädigungen können im Rahmen unterschiedlicher Erkrankungen oder Verletzungen auftauchen. Dabei kann der Sehnverv verletzt werden oder im schlimmsten Fall sogar Absterben. Beispiele dafür sind z.B. eine Schädelbasisfraktur, ein Tumor oder ein Aneurysma.

Weitere Probleme können auftreten, wenn Schädigungen an der Leitungsbahn des Sehnvers (Tractus opticus) ins Gehirn vorliegen. Dabei kann es je nach Lokalisation der Schädigung zu Gesichtsfeldausfällen beider oder eines Auges kommen.