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Funduskopie

Als Funduskopie bezeichnet man eine Untersuchung beim Augenarzt, bei der insbesondere die Netzhaut (Retina) im Fokus steht. Der Mediziner schaut sich deren Zustand mit Hilfe einer Augenspiegelung an. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist für den Patienten komplett schmerzfrei.
Viele Erkrankungen des Auges sind für den Augenarzt mit modernen diagnostischen Verfahren sichtbar, lange bevor der Patient selbst erste Symptome bemerkt. Experten empfehlen deshalb regelmäßige Vorsorgetermine beim Augenarzt. Zu jeder gründlichen Untersuchung des Auges gehört eine Funduskopie.

Licht und Vergrößerungsgläser

Der Augenarzt nutzt bei der Funduskopie eine externe Lichtquelle und starke Vergrößerungsgläser, um einen genauen Blick auf den Augenhintergrund werfen zu können. Damit das Verfahren erfolgreich genutzt werden kann, muss zunächst der natürliche Schließreflex der Pupillen ausgeschaltet werden. Sie reduzieren normalerweise bei großer Helligkeit den Lichteinfall, um das Auge vor Schäden zu bewahren. Um sich einen Überblick über den Zustand der Netzhaut verschaffen zu können, ist der Augenarzt jedoch auf möglichst stark geweitete Pupillen angewiesen. Er gibt seinem Patienten deshalb vor Beginn der Untersuchung Augentropfen, die eine Erweiterung der Pupillen bewirken.

Direkte und indirekte Funduskopie

Bei dieser Untersuchung, die auch Ophthalmoskopie genannt wird, stehen dem Augenmediziner grundsätzlich zwei verschiedene Verfahren zur Auswahl: die direkte und die indirekte Variante. Bei der direkten Funduskopie kommt ein Hohlspiegel zum Einsatz, mit dem der Augenarzt das Auge seines Patienten aus etwa zehn Zentimetern Entfernung betrachtet. Hierbei ist dank maximaler Vergrößerung eine besonders genaue Untersuchung des Augenhintergrundes möglich. Bei der indirekten Funduskopie beträgt der Abstand zwischen Arzt und Patient etwa einen halben Meter. Die Untersuchung ist weniger detailliert, der Augenarzt kann sich dafür aber einen besseren Überblick über den Gesamtzustand des Auges verschaffen.

Hinweise auf mögliche Erkrankungen

Bei der eingehenden Betrachtung der Netzhaut, des Sehnervs sowie der umgebenden Gefäße findet der Augenarzt schnell Hinweise auf mögliche krankhafte Veränderungen. Falls erforderlich, können sich dann weitere Untersuchungen an die Funduskopie anschließen.