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Fremdkörpergefühl

Das menschliche Auge reagiert sehr empfindlich auf Fremdkörper, die von außen ins Innere des Auges gelangen. Das ist eine gute und sinnvolle Schutzreaktion, die hilft, unser wichtigstes Sinnesorgan vor Schäden zu bewahren. Wenn Sie zum ersten Mal Kontaktlinsen benutzen, kann es ebenfalls zu Abwehrreaktionen des Auges kommen. Reizungen und Rötungen sind keine Seltenheit – allerdings verschwinden die Beschwerden in der Regel schon nach kurzer Zeit. Bei Ihren ersten Versuchen im Umgang mit Kontaktlinsen sollten Sie sich am besten von Ihrem Optiker begleiten lassen. Er gibt Ihnen viele wertvolle Tipps und zeigt Ihnen die richtigen Handgriffe. Der Optiker ist auch ein kompetenter Ansprechpartner für Ihre Fragen. Wenn Sie etwas nicht verstehen oder sich unsicher fühlen, dann fragen Sie lieber einmal zu oft nach als einmal zu wenig. Ihr Optiker hat schon viele Menschen mit den Besonderheiten von Kontaktlinsen vertraut gemacht und hat deshalb vollstes Verständnis für Ihre Probleme.

Anlaufschwierigkeiten sind ganz normal

Nachdem Ihnen der Optiker theoretisch erklärt und praktisch vorgeführt hat, wie Sie eine Kontaktlinse ins Auge einsetzen, wird es Zeit für Ihre ersten Versuche. Waschen Sie sich gründlich die Finger, entspannen Sie sich und probieren Sie dann in aller Ruhe, eine Linse ins Auge zu bekommen. Dass Ihnen die Handgriffe nicht gleich beim ersten Mal gelingen, ist vollkommen normal. Bleiben Sie einfach ganz ruhig und probieren Sie es so lange, bis Sie erfolgreich sind. Gönnen Sie Ihren Augen zwischendurch ein paar Pausen, damit sie sich erholen können. Haben Sie es dann schließlich geschafft, fühlt sich die Linse auf der Hornhaut vermutlich erst einmal seltsam und störend an. Dieses Fremdkörpergefühl ist jedoch vollkommen normal und kein Grund zur Beunruhigung. Für Ihr Auge ist die Existenz der aufgelegten Linse eine neue Situation, an die es sich zunächst gewöhnen muss. Wenn Sie vom Optiker weiche Kontaktlinsen erhalten haben, verschwindet das unangenehme Gefühl oft sehr schnell. Bereits nach wenigen Tagen können Sie die Linsen viele Stunden am Stück tragen, ohne dass es Komplikationen gibt. Wenn Sie sich für formstabile Linsen entscheiden, dauert die Phase der Eingewöhnung in der Regel etwas länger. Das hat mit der besonderen Beschaffenheit und der geringeren Größe der stabilen Linsen zu tun. Nach etwa einer Woche sollte aber auch hier das Fremdkörpergefühl verschwinden.

Wenn das Auge nicht mehr feucht genug ist

Als geübter Kontaktlinsenträger nehmen Sie die Sehhilfen in Ihrem Auge nach einiger Zeit gar nicht mehr wahr. Bekommen Sie dennoch irgendwann das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, ist das ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Eine besonders häufige Ursache ist zu große Trockenheit des Auges. Weiche Kontaktlinsen lassen nur in begrenztem Umfang Sauerstoff und Tränenflüssigkeit zur Hornhaut gelangen. Nach einem langen Tag ist das Auge dann häufig nicht mehr feucht genug. Das führt zu Reibungen der Linse auf der Hornhaut und zu einem unangenehmen Gefühl. Mitunter können Sie mit Nachbenetzungslösungen vom Optiker Abhilfe schaffen. In der Regel ist es aber das Beste, die Linsen nun aus dem Auge zu entfernen und auf eine Brille umzusteigen.

Gründliche Reinigung kann Abhilfe schaffen

Tritt das Fremdkörpergefühl nicht erst nach vielen Stunden des Tragens auf, sondern schon bald nach dem Einsetzen der Linsen, müssen andere Ursachen vorhanden sein. Manchmal sind die Linsen nicht gründlich genug gereinigt worden. Schon kleine Verunreinigungen und Ablagerungen können die Hornhaut reizen. Um den Schmutz restlos zu beseitigen, ist eine gründliche Reinigung beim Optiker sinnvoll. Verschwindet das Fremdkörpergefühl auch dann nicht, sollten Sie einen Termin beim Augenarzt vereinbaren und die Gründe abklären lassen.