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Flüssigkeitszirkulation im Auge

In einem gesunden Auge sorgt eine funktionierende Flüssigkeitszirkulation für den richtigen Augeninnendruck, der zur Aufrechterhaltung der Form und der Funktion des Auges erforderlich ist. Gerät die Zirkulation ins Stocken, kann der Augeninnendruck steigen, was zu Schäden am Sehnerv führen kann. Dies ist ein typisches Merkmal des Grünen Stars, den der Augenarzt Glaukom nennt. Die Flüssigkeit im Auge entsteht im Ziliarkörper, einer Drüse hinter der Iris. Sie fließt durch die Pupille und dann über das so genannte Trabekelwerk aus dem Auge heraus. Solange das Auge gesund ist, befinden sich die Produktion neuer Flüssigkeit und der Abfluss bereits vorhandener Flüssigkeit in einem Gleichgewicht. Dieses hält den Augendruck relativ konstant. Kommt es nun, wie beim Glaukom, zu einer Art Verstopfung, die den Abfluss verhindert, dann entsteht durch die weiterhin von der Drüse produzierte Kammerflüssigkeit bald ein zu hoher Druck innerhalb des Auges.

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Mehrere Tests zu verschiedenen Zeiten

Mögliche Fehlentwicklungen, das heißt ein Anstieg des Drucks im Auge, sollten möglichst frühzeitig erkannt werden. Es ist deshalb sinnvoll, regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt oder beim Optiker durchführen zu lassen. Sowohl der Mediziner als auch der Optiker können den Druck in einem relativ kurzen Zeitraum ermitteln. Er ist allerdings nicht an jedem Tag und in jeder Situation gleich. Um ein wirklich umfassendes Bild zu gewinnen, empfiehlt sich daher der wiederholte Besuch beim Optiker oder Augenarzt zu verschiedenen Zeiten. So kommt eine ganze Messreihe zustanden, die sehr viel aussagekräftigere Daten liefert als lediglich punktuelle Messungen.

Risikofaktoren für den Grünen Star

Wer unter generellem Bluthochdruck leidet, Diabetes, Gicht oder häufige Migräne hat, wer zudem stark fehlsichtig und älter als 40 Jahre ist, der vereint eine Reihe von Risikofaktoren für ein Glaukom in sich. Dann ist eine regelmäßige Messung des Augeninnendrucks beim Optiker oder Augenarzt in jedem Fall zu empfehlen. Viele Patienten sind bereits ohnehin wegen einer möglichen Erkrankung ihrer Augen in ärztlicher Behandlung. Der Augenarzt kontrolliert dann ohnehin in regelmäßigen Abständen den Druck. Doch auch wer noch ohne Probleme sieht und nicht einmal eine schwache Brille vom Optiker benötigt, sollte die Messungen des Augeninnendrucks nicht vernachlässigen. Ein chronisches Glaukom entwickelt sich lange Zeit praktisch unbemerkt. Macht es sich dann mit Sehstörungen oder Einschränkungen des Gesichtsfelds bemerkbar, sind zumeist bereits irreparable Schäden am Sehnerv eingetreten.

Medikamente oder Operation

Wird der Augeninnendruck vom Optiker oder Augenarzt als normal eingestuft, lässt dies den Rückschluss zu, dass die Flüssigkeitszirkulation reibungslos läuft. Trotzdem ist ein Glaukom nicht ausgeschlossen. Insbesondere besteht die Gefahr eines entzündlichen Glaukoms. Dieses kann plötzlich auftreten und dann sehr heftig ausfallen. Viele Patienten suchen in diesem Fall mit akuten Sehstörungen, geröteten Augen, starken Kopfschmerzen und Erbrechen den Augenarzt auf. Dieser muss nun sehr schnell die erforderlichen Maßnahmen einleiten, um bleibende Schäden am Auge zu verhindern und zumindest deren Ausmaß einzugrenzen. Das erste Ziel besteht in der Absenkung des überhöhten Augeninnendrucks. Im zweiten Schritt geht es darum, die Flüssigkeitszirkulation wieder in Gang zu setzen. So soll das Auge wieder befähigt werden, den Druck in seinem Inneren selbst zu regulieren. Das Behandlungsziel kann der Augenarzt entweder konservativ, das heißt mit Medikamenten, oder operativ erreichen. Nach der erfolgreichen Behandlung muss der Patient alles unternehmen, was eine erneute Störung der Flüssigkeitszirkulation hervorrufen könnte. Der Augenarzt und der Optiker können hier wertvolle Tipps geben. Sie raten beispielsweise zur Reduzierung von Stress und Hektik, zum Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Kaffee. Außerdem dürfen keine schweren Lasten gehoben und keine Tätigkeiten in gebückter Haltung ausgeführt werden.