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Fluoreszenzangiographie

Die Fluoreszenzangiographie ist ein Verfahren, das der Augenarzt für die Untersuchung des Augenhintergrundes nutzt. Das Ziel besteht darin, eine möglichst detailgetreue Darstellung der Netzhaut und damit den Zustand des Augenhintergrundes zu dokumentieren um mögliche krankhafte Veränderungen zu entdecken. Zu den Erkrankungen, die sich mit Hilfe der Fluoreszenzangiographie diagnostizieren lassen, zählen vor allem die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die diabetische Retinopathie sowie Entzündungen und verschiedene Gefäßverschlüsse. Bei diesen und anderen schweren Augenerkrankungen ist eine frühzeitige Therapie von großer Bedeutung. Da die Fluoreszenzangiographie schon kleine Veränderungen im Gewebe gut sichtbar macht, gilt sie in der modernen Augenheilkunde als unverzichtbar.

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So läuft die Fluoreszenzangiographie

Hochauflösende Kameras liefern Bilder in digitaler Form, die der Augenarzt am Bildschirm auswerten und für die Beobachtung eines Krankheitsverlaufs abspeichern kann. Um die Struktur der Netzhaut besser sichtbar zu machen, nutzt der Augenarzt einen Farbstoff. Er ist wasserlöslich und wird in der Regel in den Unterarm des Patienten injiziert. Mit dem Blutkreislauf gelangt der Farbstoff schon Sekunden später ins Auge, wo er nun für mehr Kontrast und deutlich aussagekräftigere Bilder sorgt.

Mehrere Aufnahmen in verschiedenen Phasen

Die Fluoreszenzangiographie dauert etwa eine Viertelstunde. Durch die Verteilung des Blutes steht der Farbstoff als Kontrastmittel zu verschiedenen Zeitpunkten in unterschiedlicher Konzentration zur Verfügung. Die ersten Bilder werden etwa 20 Sekunden nach der Injektion angefertigt. Der Augenarzt spricht hier von der arteriellen Phase der Fluoreszenzangiographie. Sie wird gefolgt von der venösen Phase, die nach etwa einer Minute beginnt. Nach fünf bis spätestens 15 Minuten komplettieren dann Bilder aus der Spätphase die Fluoreszenzangiographie.

Auswertung der Bilder

Zusätzlich zu den Fotos mit Farbstoff-Einsatz fertigt der Augenarzt noch Bilder an, bei denen nur normale Beleuchtung das Auge erhellt. Dabei handelt es sich sowohl um Farbbilder als auch um Aufnahmen in Graustufen. Durch die Nutzung eines Blitzlichtes sowie verschiedener Filter, die jeweils Lichtstrahlen mit speziellen Wellenlängen passieren lassen, ergibt sich eine sehr umfassende Abbildung des Augenhintergrundes. Somit steht dem Augenarzt für die Diagnostik eine breite Datenbasis zur Verfügung.