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Femto-LASIK

Die Femto-LASIK ist eine Augenlaserbehandlung durch einen sog. Femtosekundenlaser, die bei der Korrektur unterschiedlicher optischer Fehlsichtigkeiten zum Einsatz kommt. Das Verfahren ist eine Weiterentwicklung der LASIK und macht es möglich, die Augen ohne mechanische Einwirkung auf die Hornhaut des Auges zu lasern. Die Femto-LASIK wird seit 2004 vor allem bei starken Kurzsichtigkeiten angewendet und bietet wie alle LASIK-Verfahren eine Alternative zu Kontaktlinsen oder einer Brille.

Voruntersuchungen und Voraussetzungen

Vor jedem Femto-LASIK Eingriff erfolgt eine fachärztliche Untersuchung, die von einem Augenarzt vorgenommen wird. Die aktuelle Fehlsichtigkeit wird bestimmt und der aktuelle Refraktionswert mit einem Abstand von ca. zwei Wochen festgestellt. Da Schichten der Hornhaut des Auges bei dem Eingriff abgetragen werden, wird mit einem Pachymeter die Dicke gemessen. Des weiteren gilt es die Behandlungsbereiche zu beachten, die ein Augenarzt in jedem individuellen Fall berücksichtigen wird. In der Regel werden folgende Behandlungsbereiche angewendet:

Obwohl diese Werte durchaus variieren und aufgrund Kriterien wie u.a. Klinik, Lasersystem oder Land höher oder niedriger ausfallen mögen, gelten für die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Werte bis 3 Dioptrien bei Astigmatismus und bis -8 Dioptrien bei der Kurzsichtigkeit als „wissenschaftlich anerkannt.

Operation mit dem Femtosekundenlaser

Die Femto-LASIK erfolgt fast genauso wie die normale LASIK. Im ersten Schritt der schmerzlosen Operation wird das Auge mit lokalen Tropfen betäubt und der Operateur platziert einen Lidsperrer am Auge. Dann wird eine Lamelle („Flap“) mit einem Durchmesser von 8 bis 9,5 mm und Dicke von 100 bis 160 µm in die Hornhaut geschnitten. Im Gegensatz zum mechanischen Einsatz eines Messers oder Hobels wie bei der LASIK, verwenden Femto-Laser ultrakurze Lichtpulse im Infrarotbereich. Diese dauern nur den Bruchteil einer Milliardstel-Sekunde und erlauben präzise Schnitte bei sehr geringer Wärmebelastung des Gewebes. Im Gegensatz zur herkömmlichen LASIK findet keinerlei Berührung eines Instruments mit dem Auge statt. Der Flap wird gleichmäßiger und genauer angelegt als mit einem mechanischen Mikrokeratom (kleines Schneidewerkzeug). Es ergibt sich ein deutlich präziserer Schnitt und ein niedrigeres Infektionsrisiko. Der Femtosekundenlaser produziert winzige Luftbläschen in einer gewünschten Tiefe. Der Flap wird dann über Luftbläschen wie bei der klassischen LASIK angehoben und zur Seite geklappt. Im Anschluss daran wird die Korrektur mit einem Excimer-Laser durchgeführt. Im letztem Schritt wird die Fläche gereinigt und der Flap zurückgelegt.

Nachteile und Risiken

Wie bei allen operativen Eingriffen kann es auch bei der neuen und modernen Femto-LASIK zu Nachteilen und Risiken kommen. Neben bekannten Risiken der LASIK-Verfahren, wie z.B. eine Über- oder Unterkorrektur der Fehlsichtigkeit durch die Operation, kann es bei der Femto-LASIK zu folgenden Nachteilen kommen:

  • Gefahr der Austrocknung des Operationsgebietes durch Verzögerung im Ablauf der Operation
  • etwa 1/5 der Patienten der Femto-LASIK Patienten berichten von einer erhöhten Blendempfindlichkeit nach der Operation
  • in den ersten Tagen nach der Operation Schwierigkeiten beim Sehen in Dunkelheit
  • während der Operation kann es zu einer Erhöhung des Augendruckes kommen, da die Laser-Arbeitsoberfläche auf die Oberfläche des Auges gelegt wird.

Ausschlusskriterien

Bei jedem Patienten müssen Kontraindikationen berücksichtigt werden. Diese Umstände können eine Femto-LASIK-Behandlung nur nach Abwägung aller Risiken ermöglichen oder auch ganz verbieten. Zunächst muss der Patient eine ausreichend dicke Hornhaut vorweisen, da bei der Behandlung ein Abtrag des Hornhautgewebes stattfindet. Mittels eines Pachymeters wird die Hornhautdicke bestimmt. Stellt der Augenarzt einen zu dünnen Wert fest, wird er den Eingriff ablehnen. Der Grenzwert der verbleibende Restdicke sollte nach dem Eingriff mindestens 250 µm betragen.

Falls chronisch progressive Hornhauterkrankungen oder eine Keratokonus festgestellt werden, führt das ebenfalls zu einer Ablehnung. Treten darüber hinaus Fluktuationen der Refraktionswerte des Patienten in relativ kurzen Zeitabständen auf, wird ebenfalls keine Femto-LASIK-Behandlung durchgeführt. Auch ein Glaukom mit Gesichtsfeldschäden oder eine Katarakt führt zum Ausschluss. Schließlich spielen auch allgemeine Erkrankungen wie Kollagenosen, Wundheilungsstörungen oder Autoimmunkrankheiten eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sollte ein LASIK-Patient mindestens 18 Jahre alt sein.

Kosten

Die Kosten einer Femto-LASIK liegen in Deutschland momentan bei 900 – 2000 € je Auge. Interessierte können also Preise der unterschiedlichen Anbieter vergleichen und so eine Menge Geld sparen.

Wichtig: Die Kosten für eine Augenlaseroperation werden in Deutschland nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einige private Krankenkassen übernehmen zwar Teile der Kosten, Patienten müssen sich aber leider darauf einstellen, dass sie ein Großteil der Kosten selber tragen müssen.

Vergleich LASIK-Methoden
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Von |2018-08-09T11:06:41+00:003. Mai 2018|
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