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Farbspektrum

Sehen ist nicht gleich Sehen – es gibt viele Aspekte, die letzten Endes den finalen Sinneseindruck ergeben, den wir mit unseren Augen aufnehmen und anschließend an das Gehirn senden. Ein wichtiger Parameter ist die Farbwahrnehmung und das damit verbundene Farbspektrum. Dieser Teilbereich des menschlichen Sehapparats umfasst die Fähigkeit das ins Auge einfallende Licht in Abhängigkeit von seinem Spektrum unterschiedlich wahrzunehmen.

Farbspektrum – wie funktioniert es?

Ein wesentlicher Teil dieses Prozesses entfällt auf verschiedene Typen von Sinneszellen in der menschlichen Netzhaut, die jeweils auf Licht unterschiedlicher Wellenlänge reagieren. Im Resultat nehmen wir unterschiedliche Farben wahr. Neben den so genannten Stäbchen, die für unsere Orientierung in der Dämmerung zuständig sind, weist das menschliche Auge jeweils fünf Millionen Zapfen auf. Drei unterschiedliche Typen dieser Sinneszellen sind für die Umwandlung von blauem, grünem und rotem Licht zuständig. Haben sie das einfallende Licht verarbeitet und in elektrische Signale umgewandelt, formt das Gehirn aus dem weitergeleiteten „Erregungsmuster“ einen Sinneseindruck inklusive Farbempfindung. Dabei können unterschiedliche Konstellationen des weitergeleiteten Farbreizes ein- und denselben Farbeindruck ergeben.

Wie groß ist das Farbspektrum des Menschen?

Diese Frage lässt sich sicherlich nicht pauschal beantworten. Fest steht, dass bestimmte Tiere ein größeres Farbspektrum haben als Menschen. Letztere verarbeiten Licht in Wellenlängen zwischen 380 bis 780 Nanometern. Viele Tiere dagegen können darüber hinaus auch das für uns nicht verwertbare ultraviolette Licht wahrnehmen.

Dennoch ist das Farbspektrum des Menschen beachtlich. Als Faustregeln kann man sagen, dass wir etwa 200 Farbtöne unterscheiden können. Variiert man die Intensität des Farbtons, ergeben sich pro Farbton etwa 500 Abstufungen. Durch die Veränderung des Weißanteils kommen nochmal 20 Varianten pro Farbton hinzu. Unter dem Strich summiert sich das zu rund 20 Millionen Farben. Fehlen Sinneszellen bzw. funktionieren diese nicht korrekt, kann das Farbspektrum eines Menschen eingeschränkt ausfallen. Ein Beispiel dafür ist die so genannte Rot-Grün-Schwäche. Betroffene können getreu der Bezeichnung die Farben Rot und Grün schlechter voneinander unterscheiden als Menschen mit einem normalen Farbspektrum.