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Entspiegelung

Alle ein bis zwei Jahre sollten Sie einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Neben klassischen Vorsorgeuntersuchungen wie zum Beispiel dem Check des Augeninnendrucks steht dann auch eine Messung Ihrer Sehschärfe auf dem Programm. Verschlechterungen der Sehleistung entwickeln sich schleichend – ebenso wie viele Erkrankungen des Auges. Die Veränderungen fallen Ihnen daher möglicherweise über einen langen Zeitraum hinweg gar nicht auf. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt oder Optiker können dazu beitragen, dass Defizite frühzeitig erkannt werden. Dann besteht die Möglichkeit, gezielt gegenzusteuern – sei es durch eine Behandlung von krankhaften Veränderungen oder durch das Tragen einer Sehhilfe. Wenn feststeht, dass Ihre Augen Unterstützung brauchen, kann Ihnen der Optiker vor allem zwei Alternativen anbieten: Kontaktlinsen oder eine Brille. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt vor allem von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Sie sollten allerdings auch die Meinung Ihres Arztes einholen. Falls Ihre Wahl auf eine Brille fällt, ist die Auswahl groß: Sowohl bei den Fassungen als auch bei den Gläsern stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen.

Spiegelungen können störend wirken

Wenn Sie mit Ihrem Optiker über die optimale Brille sprechen, dann steht zunächst Ihr Aussehen im Mittelpunkt: Sie müssen eine Fassung finden, mit der Sie sich wohlfühlen und die Ihnen gefällt. Von praktisch unsichtbaren randlosen Brillen bis hin zu sehr auffälligen Modellen aus farbigem Kunststoff oder aus Naturhorn ist beim Optiker beinahe alles zu haben. Im zweiten Schritt gilt es, eine Verglasung zu wählen. Neben mineralischem Glas bietet sich hier vor allem Kunststoff an. Das Material ist häufig leichter und zudem unempfindlicher. Bei relativ stark ausgeprägten Fehlsichtigkeiten weist Ihr Optiker Sie auf die Möglichkeit hin, die Dicke der Gläser durch die Wahl des Materials zu beeinflussen. Je höher der Brechungsindex ausfällt, desto dünner und damit auch leichter wird das Brillenglas. Das bringt optische Vorteile – die allerdings durch unschöne Spiegelungen zum Teil wieder zunichte gemacht werden können. Wie jede Glasoberfläche reflektieren auch Brillengläser zwangsläufig einen Teil des auftreffenden Lichts. Ihr Optiker kennt allerdings wirkungsvolle Maßnahmen, mit denen sich diesem Effekt entgegenwirken lässt.

Mehrere Schichten gegen Reflexionen

Reflexionen des Brillenglases sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern Sie können auch die Qualität des Sehens beeinträchtigen. Es ist deshalb sinnvoll, die Möglichkeiten einer Entspiegelung mit dem Optiker zu besprechen. So lassen sich verschiedene Schichten auf das Glas aufdampfen, die Licht in bestimmten Wellenlängen überlagern. Das führt gewissermaßen zu einer „Löschung“ der störenden Strahlen, so dass es zu keinen Reflexionen mehr kommen kann. Das Material, das vom Optiker in diesem Zusammenhang am häufigsten verwandt wird, ist Magnesiumfluorid. Es handelt sich um ein farbloses Kristall und eignet sich besonders für das Aufdampfen in mehreren Schichten übereinander. Je nachdem, wie tief Sie in die Tasche greifen möchten, kann Ihnen der Optiker eine einfache, eine mehrfache oder eine sogenannte Superentspiegelung anbieten. Letztere schafft es, die Reflexionen um bis zu 90 Prozent zu reduzieren.

Cleanschicht gegen Verschmutzungen aller Art

Brillengläser mit einer sehr guten Entspiegelung bieten Ihnen ein sehr natürlichen Seherlebnis. Zugleich sind sie, insbesondere in einer randlosen Fassung, kaum zu sehen. Umso stärker sind jedoch mögliche Verschmutzungen wahrzunehmen. Objektiv betrachtet ist das Brillenglas nicht schmutziger als ein nicht oder weniger aufwändig entspiegeltes Glas. Der Schmutz wird jedoch in stärkerem Maße als störend wahrgenommen. Der Optiker kann die Brille daher mit einem sogenannten Clean Coat versehen. Dabei handelt es sich um eine weitere Beschichtung, die in hohem Maße schmutz- und wasserabweisend ist.