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Brillenpass

Der Brillenpass vereint alle wichtigen Daten und Fakten zu Ihrer Brille in einem Dokument. In den meisten Fällen hat der Pass sehr kompakte Abmessungen. Seine Größe entspricht oft einer Kreditkarte. Somit passt er problemlos ins Portemonnaie. Falls Sie Ihre Brille einmal verlieren sollten oder aus anderen Gründen kurzfristig Ersatz beschaffen müssen, haben Sie dank des Brillenpasses alle relevanten Werte sofort zur Hand.

Korrektionswerte für beide Augen

Ein Brillenpass ist ganz einfach zu lesen. Ihr Optiker trägt in den dafür vorgesehenen Feldern die Korrektionswerte ein, die er für das linke und das rechte Auge separat ermittelt hat. Von besonderer Bedeutung ist der Sphärenwert, der mit der Buchstabenkombination „SPH“ abgekürzt wird. Es handelt sich um die Dioptrienwerte, die der Optiker im Rahmen des Sehtests bestimmt hat. Je höher der Wert ausfällt, desto stärker ist Ihre Fehlsichtigkeit ausgeprägt. Die Abstufung erfolgt in Schritten von 0,25 Dioptrien. Mögliche Werte sind also zum Beispiel 1 Dioptrie, 1,25 Dioptrien, 1,5 Dioptrien usw. Dem Wert kann entweder ein Pluszeichen oder ein Minuszeichen vorangestellt werden. Diese Angabe verrät die Art Ihrer Fehlsichtigkeit. Minuswerte stehen für Kurzsichtigkeit, Pluswerte für Weitsichtigkeit. Damit die Werte Ihren Augen korrekt zugeordnet werden können, werden sie mit einem „L“ für „Links“ und einem „R“ für „Rechts“ versehen.

Zylinder, Achse und Augenabstand

Bei vielen Menschen weist die Hornhaut keine regelmäßige, runde Form auf. Stattdessen ist sie mitunter länglich verformt. Ihr Optiker spricht dann von einer Hornhautverkrümmung bzw. von Astigmatismus. Das Phänomen tritt oft in Kombination mit starker Kurzsichtigkeit auf und muss separat ausgeglichen werden. Der entsprechende Wert wird vom Optiker wiederum im Brillenpass vermerkt. Den Grad der Hornhautverkrümmung gibt der Experte als Zylinderwert an. Wie die Sphärenwert wird auch der Zylinderwert in Viertelschritten angegeben und entweder mit einem Plus- oder einem Minuszeichen versehen. Im Vordruck für den Brillenpass ist das Feld für den Zylinderwert standardmäßig enthalten. Liegt ein solcher Sehfehler bei Ihnen nicht vor, lässt der Optiker den entsprechenden Bereich einfach frei. Dasselbe gilt für den Achsenwert. Auch er ist nur dann erforderlich, wenn der Optiker bei der Untersuchung Ihrer Augen eine Hornhautverkrümmung festgestellt hat. Der Achsenwert, der zwischen 0 und 180 Grad liegen kann, bestimmt die Richtung für den Ausgleich des Astigmatismus. In jedem Fall muss der Brillenpass zudem Angaben über den Abstand zwischen Ihren Augen bzw. zwischen den Pupillen enthalten. Die Pupillendistanz misst der Optiker separat für das linke und das rechte Auge. Bezugspunkt ist dabei jeweils die Mitte der Nase. Ein letzter Wert, der nur für Gleitsichtbrillen Relevanz hat, ist die Addition. Es handelt sich um die Differenz zwischen dem Lesewert und dem Fernwert.

Schnelle Ersatzbrille von jedem Optiker

Nachdem Sie vom Optiker Ihren Brillenpass erhalten haben, sollten Sie diesen zum Beispiel in der Geldbörse deponieren und am besten immer bei sich führen. Wenn Ihre Brille einmal kaputtgeht oder Sie Ihre Sehhilfe verlieren, ist der Brillenpass der Schlüssel zur schnellen Ersatzbrille. Ihr Optiker hat alle relevanten Daten zu Ihrer Brille in seinem Computer gespeichert. Wenn Sie jedoch in einer fremden Stadt Ersatz benötigen, müsste der dortige Optiker zunächst umfangreiche Messungen durchführen – gäbe es nicht den Brillenpass. Denn in ihm findet jeder Optiker sofort alle wichtigen Daten. Auf dieser Basis kann er Ihnen innerhalb kürzester Zeit eine Brille anfertigen, die Ihre Fehlsichtigkeit optimal ausgleicht.