Brille

Die Brille ist eine als Sehhilfe konzipierte Konstruktion, die vor den Augen getragen wird. Diese wird vom Optiker individuell angepasst und korrigiert einerseits Stellungsfehler sowie sonstige Fehlsichtigkeiten oder fungiert als diagnostisches bzw. therapeutisches Mittel. Darüber hinaus dient sie als Schutz vor Überreizungen und Umwelteinflüssen. Im Laufe der Zeit erlangte die Brille auch als modisches Accessoire eine bemerkenswerte Bedeutung. Erfunden wurde sie in ihrer bekannten Form ca. im 13. Jahrhundert, doch auch in Epochen zuvor existierten optische Hilfsmittel. In Deutschland verwenden rund 64 % der Bevölkerung über 16 Jahre eine Korrektionsbrille. Bei Kindern sind es rund 15%.

Aufbau und Funktion der Brille

Eine Brille setzt sich aus zwei Brillengläsern zusammen. Diese geschliffenen Linsen besitzen eine lichtbrechende Wirkung und dienen somit als Sehhilfe. Eine Alternative sind gegossene Gläser aus unterschiedlichen Materialien. In diesem Fall können die Gläser unterschiedliche Zwecke erfüllen. Man unterscheidet sie hinsichtlich ihrer Flächengeometrie. Es gibt torische, asphärische, sphärische und bisphärische Gläser. Des Weiteren gibt es Freiformen für Gleitsicht– oder Einstärkengläser. Die sogenannte Weitsichtigkeit wird mit sphärischen Gläsern korrigiert. In diesem Fall besteht der Brechungsfehler daraus, dass der Brennpunkt hinter der Netzhaut liegt.

Sphärische Gläser besitzen eine sammelnde Wirkung, die dem entgegentritt. Man bezeichnet ihren Wert als Plus (bspw. +0,75). Asphärische Gläser besitzen hingegen eine streuende Wirkung. Sie korrigieren die sogenannte Kurzsichtigkeit, bei der der Brennpunkt vor der Netzhaut liegt. Man bezeichnet ihren Wert als Minus (bspw. -2,75). Bei der sogenannten Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung verwendet man Zylindergläser bzw. torische Gläser. Hierbei verwendet man aber auch eine Kombination aus torischem und sphärischem Glas. Diese Kombination erlaubt es, den Wert mittels Umrechnungsformel sowohl positiv als auch negativ darzustellen. An der refraktiven Wirkung ändert das jedoch nichts. Folgende Werte haben eine identische Wirkung: +1,00 −0,50/0° und +0,50 +0,50/90°. Inzwischen verwendet man neben Glas auch Kunststoff.

Beschichtungen und weitere Eigenschaften

Weitere Eigenschaften sind u.a. Entspiegelungen oder Tönungen. Entspiegelungen reduzieren Lichtreflexe mittels einer besonderen Antireflexbeschichtung. Diese sorgt gerade bei künstlichen Lichtverhältnissen für angenehmeres Sehen. Zur Auswahl stehen einfache oder mehrfache Entspiegelungen. Gerade bei Autofahrten in der Nacht entfalten sich die Vorteile einer solchen Beschichtung. Tönungen verringern den Lichteinfall und sind nur bei vermehrter Lichteinstrahlung oder erhöhter Blendungsempfindlichkeit zu empfehlen. Eine Option sind selbsttönende bzw. phototrope Beschichtungen, die allerdings eine langsame Reaktionszeit aufweisen und daher nicht zum Autofahren geeignet sind. Mittlerweile gehören Sonnenbrillen zu den beliebtesten Accessoires überhaupt und bieten darüber hinaus Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und schädlichen UV-Strahlen. Der Grad der Filtertönung wird in Prozent angegeben. Ebenfalls verfügbar sind Verlaufstönungen.

Fassungen

Die beiden Gläser werden von einer sogenannten Fassung zusammengehalten. Fassungen sind beim Optiker erhältlich und kommen in unterschiedlichen Größen, Formen sowie Materialien daher. Sie verfügen über eine Haltevorrichtung an ihren beiden Bügeln. Die Brille hat sich soweit in der Gesellschaft etabliert, dass auch modische Aspekte bei der Gestaltung und Auswahl eine große Rolle spielen. Es existieren neben saisonalen und trendbewussten Modellen auch zeitlos anmutende Varianten.

Verschreibung, Richtlinien und Normen

Bei der heutigen Brillenherstellung unterliegen Optiker entsprechenden Richtlinien und Normen. Das Endprodukt wird zumeist aus vorgefertigten Komponenten zusammengestellt und für den jeweiligen Kunden nochmal angepasst. Bei einer sogenannten Korrekturbrille muss zuvor die Glasstärke ermittelt werden. Das kann sowohl der Augenarzt als auch der Augenoptiker durchführen. Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) werden Sehhilfen aufgeführt. Die Kostenübernahme erfolgt jedoch mit Einschränkungen.