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Binokularsehen

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan, mit dem wir uns auch in unbekannter Umgebung sofort zurecht finden. Die Augen und das Gehirn vollbringen im Zusammenspiel miteinander echte Höchstleistungen. Die Gesundheit der Augen sollte niemals als selbstverständlich hingenommen werden – vielmehr ist es sinnvoll, zumindest einmal pro Jahr einen Termin beim Augenarzt zu vereinbaren. Der Mediziner kann frühzeitig Hinweise auf mögliche Erkrankungen entdecken. Das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung spürbar. Auch die regelmäßige Kontrolle der Sehschärfe beim Optiker und die Überprüfung des Augeninnendrucks sind als Vorsorgemaßnahmen sinnvoll. Falls die Sehleistung plötzlich nachlässt, Schmerzen oder sonstige Auffälligkeiten auftreten, sollten Sie immer sofort einen Termin beim Augenarzt vereinbaren.

Wie im Gehirn ein komplettes Bild entsteht

Je mehr Sie über den Aufbau des Auges und die Funktionen seiner einzelnen Bestandteile wissen, desto sensibler können Sie mögliche Veränderungen registrieren. Nehmen Sie sich also ruhig einmal die Zeit, zum Beispiel mit Ihrem Optiker über die Entstehung von Bildern im Gehirn zu sprechen. Sie lernen in diesem Zusammenhang auch den Begriff des Binokularsehens kennen. Damit ist die Fähigkeit beider Augen gemeint, zusammen eine scharfe Abbildung zu produzieren. Ihr Optiker kann Ihnen im Detail die drei Stufen des Binokularsehens erläutern. Stufe eins ist das simultane Sehen, also die gleichzeitige Wahrnehmung eines Objektes durch das linke und das rechte Auge. Im zweiten Schritt verschmilzt das Gehirn das linke und das rechte Bild zu einer Abbildung, ehe im dritten und letzten Schritt eine räumliche Darstellung erzeugt wird.

Wenn das Binokularsehen gestört ist

Die meisten Fehlsichtigen haben zwar Schwierigkeiten, Gegenstände in der Nähe oder in der Ferne ohne Sehhilfe scharf zu erkennen. Ihr Binokularsehen ist jedoch nicht gestört. Es gelingt dem Gehirn also, aus den Signalen beider Augen ein räumliches Bild zu erzeugen. Lediglich bei der Schärfe gibt es Probleme. Hier kann Ihr Optiker Ihnen mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen helfen. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen es zu Störungen beim Binokularsehen kommt. Dies ist insbesondere beim Schielen der Fall. Wenn Ihr Optiker oder Ihr Augenarzt das betroffene Auge untersuchen, stellen sie einen Fehler in der Ausrichtung fest. Während der Ruhigstellung nimmt das Auge keine gerade Position ein. Auch beim Versuch des Binokularsehens kommt es zu Problemen. Dem Gehirn gelingt es nicht, die vom linken und vom rechten Auge gelieferten Bilder miteinander zu verschmelzen. Die Folge können doppelte Wahrnehmungen und andere Fehler sein. Diese beeinträchtigen die Sehleistung und die Lebensqualität erheblich.

Korrekturmöglichkeiten durch Sehhilfen

Wenn das Binokularsehen bei Ihnen nicht reibungslos funktioniert, sollten Sie die Ursache bei einem Augenarzt abklären lassen und sich gegebenenfalls einer Behandlung unterziehen. Dem Mediziner stehen verschiedene konservative und operative Verfahren zur Verfügung – je nachdem, worin die Gründe für die Fehlstellung des Auges zu finden sind. Allerdings lassen sich viele Formen des Schielens, die nicht bereits im Kindesalter erfolgreich behandelt wurden, später oft nur noch in geringem Umfang beeinflussen. Hier ist dann der Optiker gefragt, der durch speziell angefertigte Brillen den Sehfehler ausgleichen kann. Der Optiker gibt Ihrem Auge also die Fähigkeit zum Binokularsehen zurück.