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Augen lasern: LASIK

Das LASIK-Verfahren (Laser-in-situ-Keratomileusis) stellt die derzeit gängigste Augenlaser-Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten innerhalb der refraktiven Chirurgie dar. Der operative Eingriff dauert nur wenige Minuten und erfolgt meist ambulant. Mit der LASIK können sowohl eine Weitsichtigkeit, eine Kurzsichtigkeit als auch eine Hornhautverkrümmung bis zu einer bestimmten Dioptrienobergrenze (siehe Kapitel Voraussetzungen: Grenzwerte) behoben werden. Nach einem erfolgreichen Eingriff ist der verbleibende refraktive Fehler im Idealfall kleiner als ±0,5 Dioptrien. Damit stellt dieses Verfahren eine echte Alternative zu Kontaktlinsen oder Brillen dar.

Lasik: Voraussetzungen

Mit dem LASIK-Verfahren können Kurz- oder Weitsichtigkeit und eine Hornhautverkrümmung behandelt werden. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) gibt dafür folgende Grenzbereiche für eine LASIK-Operation an:

Die angegebenen Grenzwerte können in einigen Fällen je nach Lasersystem und Land ein wenig abweichen. Weitere Voraussetzungen für eine LASIK finden sie hier.

LASIK: Voruntersuchungen

Vor einer LASIK-Behandlung müssen unterschiedliche Voruntersuchungen durchgeführt werden. Für diese sollten Kontaktlinsenträger zwei bis drei Wochen vor der Voruntersuchung ihre Kontaktlinsen entnehmen und zu einer Brille wechseln. Zu allererst sollte ein Facharzt oder Optometrist die aktuelle Fehlsichtigkeit bestimmen. Mit dem sogenannten Pachymeter wird außerdem die Dicke der Hornhaut im Auge vermessen, da bei dem Eingriff Hornhaut abgetragen wird. Zudem wird die Hornhaut mittels einer Hornhauttopografie auf eine eventuelle Hornhautverkrümmung überprüft. Im weiteren Verlauf wird die Pupillengröße erfasst und der Augeninnendruck gemessen. Abschließend erfolgen eine Tränenfilmbestimmung und eine allgemeine augenärztliche Untersuchung, um eventuell vorliegende Erkrankung am Auge auszuschließen, die eine Kontraindikation für die LASIK-Behandlung darstellen. Der Augenarzt sollte in jedem Fall einen angemessenen zeitlichen Abstand zwischen Beratung und Operation einplanen, um ausreichende Bedenkzeit zu gewähren.

Wichtig: Bei der augenärztlichen Untersuchung kann es durch den Einsatz eines pupillenerweiternden Medikamentes kurzfristig zu einer verschwommenen Sicht kommen und die Augen neigen danach zu einer Überempfindlichkeit bei grellem Licht. Aus diesen Gründen ist es ratsam, eine Sonnenbrille zu der Untersuchung mitzubringen. In den ersten Stunden nach der Untersuchung ist es Patienten zudem untersagt Auto zu fahren.

LASIK: Behandlung

Nach einer erfolgten Erstberatung, einer ausführlichen Voruntersuchung und ausreichender Bedenkzeit, kann der Augenarzt die LASIK-Behandlung durchführen. Dafür sollte der Patient in den Wochen vor dem Eingriff auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten. Die LASIK-Operation wird unter lokaler Betäubung und ambulant durchgeführt. Für Angstpatienten bieten einige Ärzte den Eingriff auch unter Vollnarkose an, damit die Patienten nichts von der Behandlung mitbekommen.

Anders als beim älteren PRK-Verfahren, wird bei der LASIK-Behandlung nicht die oberste Hornhautschicht (Hornhautepithel) komplett abgetragen. Stattdessen wird eine dünne Lamelle (Flap) mit einem Durchmesser von 8 bis 9,5 mm und Dicke von 100 bis 160 µm in die Hornhaut geschnitten. Der Schnitt kann mechanisch oder mittels eines Lasers erfolgen (Femto-LASIK). Im Anschluss wird die restliche Hornhautdicke mit einem Pachymeter gemessen und die Hornhaut durch einen Excimerlaser neu modelliert, um den Sehfehler erfolgreich zu korrigieren. Die eigentliche Abtragung der Hornhaut durch einen Excimerlaser ist kaum wahrnehmbar. Währenddessen verfolgt ein Eyetracking-System die Augenbewegungen und passt den Laserstrahl entsprechend an. Im Anschluss daran wird die behandelte Hornhautfläche gereinigt und der Hornhautdeckel (Flap) in seine ursprüngliche Position zurückgebracht. Dieser saugt sich selbstständig wieder fest und verschließt das Operationsgebiet. Damit ist die Behandlung nach wenigen Minuten abgeschlossen.

Augen lasern© Alila Medical Media / Fotolia

LASIK: Nachsorge

Schon kurz nach der LASIK-Behandlung ist eine Verbesserung der Sehfähigkeit spürbar. Eine leicht verschwommene Sicht und verstärkt tränende Augen sind in den ersten Stunden nach der Operation durchaus im Normalbereich. In den ersten Wochen nach der LASIK darf am oder im operierten Auge nicht gerieben werden. Ebenso sollte auf die Verwendung von Schminke an den Augen verzichtet werden. Zudem sollten Patienten in der Heilungsphase auf starke sportliche Aktivitäten, Sauna und insbesondere auf Schwimmen verzichten.

Autofahren ist oft ab dem ersten Tag nach der Operation wieder möglich. Die endgültige neue Sehfähigkeit ist nach vier bis sechs Wochen erreicht. Sollte es zu einer leichten Verschlechterung der Dioptrien kommen, so gibt es die Möglichkeit einer Nachbesserung durch eine sogenannte Re-LASIK.

LASIK: Risiken

Wie bei allen operativen Eingriffen gibt es auch beim LASIK-Verfahren Risiken und es kann zu Infektionen oder Komplikationen kommen. Diese sind mit weniger als einem Prozent sehr selten und hängen unter anderem vom behandelnden Arzt, der verwendeten technischen Ausstattung und der Stärke der Korrektur ab. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören trockene Augen oder ein Fremdkörpergefühl im Auge. Diese Umstände können mehrere Wochen anhalten, durch die Gabe von Augentropfen aber oft deutlich verbessert werden. In der Regel verschwinden diese Beschwerden im weiteren postoperativen Verlauf. Zu dem kann es direkt nach der Operation zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit beim Sehen kommen. Durch die Schnittkanten an der Hornhaut kommt es bei Patienten mit weiter Pupille mitunter zu Brechungseffekten (sog. „Halos“) die vor allem bei Dämmerung oder nächtlichem Autofahren auftreten können. Starke mechanische Einflüsse (z.B. Sportunfälle, Reiben im Auge) können außerdem für eine Verschiebung des erzeugten „Hornhaut-Flap“ führen und machen eine erneute Behandlung durch einen Augenarzt nötig. Darüber hinaus kann es bei sehr wenigen Menschen zu einer Unverträglichkeit gegenüber den Substanzen kommen, die bei der Operation verwendet werden.

LASIK: Kosten

Die Kosten einer LASIK-Operation können in Deutschland je nach Arzt und Klinik stark variieren. So liegt die Preisspanne zwischen 750 € – 2.500 € je Auge. Diese Kostenunterschiede hängen neben der Stärke der Fehlsichtigkeit und Dauer der Operation auch vom Lasersystem und der Anzahl der durchgeführten Operationen ab. Aus diesem Grund sollten interessierte Patienten immer die unterschiedlichen Anbieter miteinander vergleichen, um Inklusivleistungen und Kosten für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen zu erhalten.

LASIK: Kostenübernahme gesetzliche Krankenkassen

Die Kosten für eine LASIK-Augenlaseroperation sind in den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht enthalten und werden daher auch nicht übernommen. Eine Augenlaserbehandlung gilt zumeist nicht als medizinisch notwendig und wird von den gesetzlichen Krankenkassen als Schönheits- oder Lifestyle-Operation eingeordnet.

Inzwischen gibt es einige Fälle, in denen die gesetzlichen Krankenkassen gerichtlich dazu verpflichtet wurden, die Kosten einer Augenlaserbehandlung zum Teil oder im Ganzen zu übernehmen. Vor allem wenn Patienten unter einer Brillen- oder Kontaktlinsenunverträglichkeit leiden, kann eine medizinische Notwendigkeit entstehen, für die nur eine LASIK-Operation zur Wahl steht. Eine Kostenübernahme ohne gerichtlichen Beschluss ist aber momentan mehr als unwahrscheinlich.

LASIK: Kostenübernahme private Krankenkassen

Bei den privaten Krankenkassen haben inzwischen viele Anbieter angefangen, die teilweise oder gänzliche Kostenübernahme einer Augenlaserbehandlung in ihren neuen Leistungskatalog zu übernehmen. Selbst wenn die Übernahme der Kosten nicht explizit im Versicherungsvertrag des Patienten erwähnt ist, können interessierte Versicherte immer häufiger auf die Kulanz der Versicherungsanbieter hoffen. Generell muss dafür der Fall vorliegen, das die LASIK-Behandlung auf einer medizinischen Notwendigkeit (Brillen- oder Kontaktlinsenunverträglichkeit) beruht oder die Verwendung einer Brille und Kontaktlinse anschließend überflüssig macht.

LASIK: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Etabliertes und erforschtes Augenlaserverfahren
  • Wenig oder keine Schmerzen während des Operationsvorgangs
  • Fast immer ein gutes Sehergebnis
  • Leichte Methode für den Augenchirurgen

Nachteile

  • Flapbedingte Risiken: Faltenbildung, Verrutschen, Abtrennung
  • Trockene Augen nach der Operation
  • Mechanische Schnitt mit einem Mikrokeratom (schmerzhaft)
  • Licht- und Blendeffekte nach der OP
  • Gefahr der Keratektasie (Hornhautschwächung)
  • Nicht bei Kontaktsportarten geeignet
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Von |2018-12-13T10:30:34+00:0010. Dezember 2018|
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