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Augapfelposition

Als Augapfel (Bulbus oculi) bezeichnet man ein kugelförmiges Gebilde, das von einem Fettkörper umgeben und in der schützenden Augenhöhle eingelassen ist. Er weist einen Durchmesser von rund  2,5 Zentimetern auf und besteht im Wesentlichen aus Kammerwasser, Glaskörper, Augenhäuten und einer Linse. Die Wand des Augapfels besteht aus ganzen drei Schichten. Die äußere Augenhaut setzt sich aus der vorderen Hornhaut und der hinteren Lederhaut zusammen. Die glasklare und somit transparente Hornhaut ist gefäßfrei. An dem Rand mündet sie in die aus Kollagenfasern bestehende Lederhaut. Die weiße Lederhaut bestimmt letztendlich die charakteristische Form des Augapfels und bildet einen stabilen Antagonisten zum Augeninnendruck.

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Erkrankungen

Auch der Augapfel kann durch diverse Krankheiten in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine endokrine Orbitopathie ist eine Erkrankung der Augenhöhle und gehört zu den organspezifischen Autoimmunerkrankungen. Sie taucht zumeist mit einer Schilddrüsenfehlfunktion auf und ist u.a. an einem deutlichen Hervortreten der Augen erkennbar. Als Auslöser gelten u.a. strukturelle Veränderungen hinter dem Augapfel. Diese betreffen das dort gelegene Muskel-, Fett- und Bindegewebe. Bei solchen Krankheitsverläufen kann es zu diversen Aktivitätsgraden kommen. Zu einem häufig auffälligen Erscheinungsbild kommen organische, funktionelle sowie starke psychosoziale Belastungen hinzu. Es stehen zwar diverse symptomatische Behandlungsmaßnahmen zur Auswahl, jedoch keine letztendlich heilende Therapie.

Diagnostik mit dem Exophthalmometer

Um diverse Krankheiten und Leiden zu diagnostizieren, wenden Augenärzte ein sogenanntes Exophthalmometer an. Hierbei handelt es sich um ein augenärztliches Untersuchungsgerät, mit dem man das Hervortreten der Augäpfel adäquat messen und einordnen kann. Insbesondere bei der endokrinen Orbitopathie ist das eine absolut notwendige Maßnahme. Das Exophthalmometer arbeitet mit einem Spiegelsystem und hat sich bis heute als das gängigste Verfahren bewährt. Bei einer Untersuchung misst man den sagittalen Abstand der Hornhaut vom seitlichen knöchernen Rand der Augenhöhle. Dabei gelten Werte über 20 Millimeter sowie ein Seitenunterschied von mehr als 2 Millimeter bereits als abnormal bzw. krankhaft.
Ein verwandtes Gerät stellt das Exophthalmometer nach Luedde dar. Es ist ebenfalls leicht anzuwenden ist und liefert exzellente sowie reproduzierbare Werte. Hierbei handelt es sich um ein durchsichtiges und beidseitig kalibriertes Lineal, das auf dem seitlichen Orbitarand platziert wird. Eine sogenannte parallaktische Verschiebung wird durch die auf beiden Seiten angebrachten Skalen verhindert. Eine genaue Messung ist somit möglich. Des Weiteren steht auch die Exophthalmometrie mittels Ultraschall zur Auswahl. Hier wird die seitliche Begrenzung der Augenhöhlen als Bezugspunkt herangezogen. Man kombiniert diese Methoden oft mit dem Hertelschen Exophthalmometer, da die Achsenlänge des Auges über die Ultraschallmessung ebenfalls einbezogen wird. Es lassen sich also falsch deutbare Messungen deutlich vermeiden.

Anmerkungen zu Ergebnissen

Da man viele Aspekte einbeziehen muss, sind die Endwerte mit Vorsicht zu bewerten. Das liegt schlichtweg an verschiedenen Faktoren wie u.a. Normwerte, Streubreite, Messergebnisse, Messgenauigkeit verschiedener Untersucher oder Asymmetrien des zu untersuchenden Schädels. Die klinische Signifikanz, die tatsächlich relevant ist, ist eher in den zeitlichen Vergleichsmessungen zu finden. Zu guter Letzt sollten nur Resultate miteinander verglichen werden, die mit identischen Methoden bestimmt wurden.