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Anisometropie (Ungleichsichtigkeit)

Von einer Anisometropie (Ungleichsichtigkeit) spricht man, wenn sich das rechte und das linke Auge in der Art oder dem Ausmaß einer optischer Fehlsichtigkeit oder im unterschiedlich stark ausgeprägten Sehfehler unterscheidet. In vielen Fällen lassen sich die Schwierigkeiten beim scharfen Sehen entweder auf eine nicht optimale Form oder auf einen Fehler bei der Brechkraft des Auges zurückführen. Als normal gelten Differenzen in der Brechkraft beider Augen von maximal 0,5 Dioptrien. Ist die Abweichung größer als 2,00 oder mehr Dioptrien, handelt es sich um eine Anomalie, die vom Augenarzt behandelt werden sollte.

Formen und Ursachen einer Anisometropie

Es werden zwei Formen einer Anisometropie unterschieden, die jeweils aufgrund unterschiedlicher Ursachen auftreten können.

  • Brechwertanisometropie: Bei dieser Form liegt die Ursache in der unterschiedlichen Brechkraft der Augenlinse und der Hornhaut des Auges. Bei einer zu hohen Brechkraft der Linse kommt es zu einer Kurzsichtigkeit, bei einer zu schwachen Brechkraft zu einer Weitsichtigkeit.
  • Längenanisometropie: Als Ursache dieser Form liegen zwei verschiedene Augäpfel je Auge vor, die sich in ihrem Aufbau unterscheiden können. Ist der Augapfel zu kurz, liegt der Brennpunkt hinter der Netzhaut und verursacht eine Weitsichtigkeit. Ist der Augapfel zu lang, liegt der Brennpunkt vor der Netzhaut und es liegt eine Kurzsichtigkeit vor.
© Alila Medical Media / Fotolia

Symptome

Bei gesunden Menschen kommen im Gehirn zwei weitgehend identische Bilder an. Wenn die Augen eines Menschen nicht in vollem Umfang leistungsfähig sind, dann sind sie normalerweise entweder kurzsichtig oder weitsichtig. Wird eine Anisometropie festgestellt, ist der Betroffene womöglich beides zur gleichen Zeit. Es kann vorkommen, dass ein Auge weitsichtig ist und das andere kurzsichtig. Für das Gehirn bedeutet das eine enorme Belastung, da die unterschiedlichen Bilder in einem permanenten Kraftakt vom Gehirn sortiert werden müssen. Über den Sehnerv werden dann sowohl scharfe als auch unscharfe Bilder zur selben Zeit ins Gehirn geleitet. Gegenstände, die sich im geringen Abstand zum Auge befinden, kann das kurzsichtige Auge scharf darstellen, das weitsichtige Auge hingegen produziert unscharfe Bilder. Mit Objekten in der Ferne verhält es sich genau umgekehrt. Es gilt, die scharfen Darstellungen zu identifizieren und die weniger guten Bilder auszublenden. Dieser Prozess kostet das Gehirn viel kraft und führt dazu, dass Menschen mit einer ausgeprägten Anisometropie aufgrund der Fehlbelastung oft über Kopfschmerzen und müde Augen klagen. Je ausgeprägter eine Anisometropie ist umso stärker treten diese Symptome auf.

Therapie

Am Anfang jeder Therapie steht die exakte Ermittlung der seperaten Sehschärfe beider Augen. Kleinere Abweichungen zwischen dem linken und dem rechten Auge von 0,25 oder 0,5 Dioptrien ergeben sich dabei bei fast jedem Menschen und gelten als normal. Beträgt die Differenz mehr als 2 Diotrien muss eine weitere Therapie eingeleitet werden. Dafür stehen drei unterschiedliche Methoden zur Verfügung – ein operativer Augenlaser-Eingriff, Kontaktlinsen oder eine Brille.

Fertigt der Optiker eine Brille an, verwendet er Gläser, die sich zum Beispiel um 0,25 oder 0,5 Dioptrien unterscheiden. Damit versucht er, sowohl die Fehlsichtigkeit beim relativ stärkeren als auch beim schwächeren Auge optimal auszugleichen. Das kann dazu führen, dass in einem Teil der Brille konvexe (Sammellinse) und im anderen Teil konkave (Streuungslinse) Gläser zum Einsatz kommen. Den Möglichkeiten des Optikers sind hier allerdings natürliche Grenzen gesetzt. Als maximale Differenz zwischen dem linken und dem rechten Brillenglas gelten drei Dioptrien. Weichen die beiden Fehlsichtigkeiten stärker voneinander ab, kann es weiterhin zu Wahrnehmungsstörungen kommen. Außerdem kann es bei großen Korrektionswerten durch die unterschiedlich dicken Gläser zu einem einseitigen Druckgefühl auf der Nase kommen, was auf Dauer schmerzhaft und unangenehm sein kann.

Aufgrund der aufgeführten Nachteile einer Brille kommen bei der Therapie einer Anisometropie oft Kontaktlinsen zum Einsatz. Gerade bei Werten von mehr als 3 Dioptrien Unterschied zwischen beiden Augen ist eine Therapie mit einer Brille ausgeschlossen und die Anwendung von Kontaktlinsen die einzige Möglichkeit einer Therapie.

Als dritte Variante besteht die Möglichkeit eines operativer Augenlaser-Eingriffes. Dabei wird mittels eines Lasers die Hornhaut der Augen so angepasst, dass eine Korrektur der Kurz- oder Weitsichtigkeit und Angleichung beider Fehlsichtkeiten erfolgt.

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Von | 2018-07-10T11:16:05+00:00 15. Juni 2018|
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