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Akkommodation

Unter Akkommodation (lat.: accommodare „anpassen“) versteht man die funktionelle Fähigkeit des Auges, die Brechkraft für die Nah- und Fernsicht dynamisch anzupassen. Möglich ist dies durch die aktive Veränderung der Linsenkrümmung, die es möglich macht, Gegenstände in diversen Entfernungen scharf sehen zu können. Im Laufe zunehmenden Alters kann es zu einer Verschlechterung der Akkommodation und der Entstehung einer Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) kommen.

Wie funktioniert Akkommodation?

Die Akkommodation und damit aktive Veränderung der Linsenkrümmung hängt maßgeblich von der Flexibilität der Augenlinse, deren Form, des Ziliarmuskels und der Zonulafasern zusammen. Der Ziliarmuskel beeinflusst die Linsenkrümmung reflektorisch und verändert durch den Kontraktionszustandes der an der Linse verankerten Ziliarfasern, den Brechungsgrad der Linse.

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Formen der Akkommodation

Man unterscheidet zwischen Nah- und Fernakkommodation, einer Naheinstellungsreaktion und dem Akkommodationsruhepunkt.

Nahakkommodation: Bei der Beobachtung naher Objekte wird der Ziliarmuskels angespannt, sodass die Zonulafasern entspannen und die Linse aufgrund Ihrer Eigenelastizität an Krümmung zunimmt. Da durch kommt es zu einer Erhöhung der Brechkraft und der besseren Darstellung von Gegenständen in der Nähe.
Fernakkommodation: Bei der Betrachtung ferner Objekte kommt es zu einer Entspannung des Ziliarmuskels, was wiederrum zu Spannung der Zonulafasern führt. Dies führt zu einer Abnahme der Linsenkrümmung und Brechkraft.
Naheinstellungsreaktion: Um nah gelegene Objekte scharf sehen zu können, muss es neben einer Nahakkommodation zusätzlich zu einer Verengung der Pupille kommen. Bei dieser sog. „Konvergenzreaktion“ wird die Tiefenschärfe ehöht und die schärfere Darstellung naher Objekte gewährleistet.
Akkommodationsruhepunkt: Wenn kein Reiz für eine Nah- und Fernakkommodation vorliegt (z.B. bei Dunkelheit), ist der Ziliarmuskel nur leicht kontrahiert und Normalsichtige können auf 0,5-2 m scharf sehen

Akkomodation - Abbildung: Nah-und Fernsicht
© Alila Medical Media / Fotolia

Akkommodationsstörung

Leider kommt es im laufe des Alters zu einer Verschlechterung der Akkommodationsfähigkeit und damit einhergehenden Altersichtigkeit (Presbyopie). So kommt es bei den meisten Menschen zu einer Verringerung der Elastizität der Augenlinse (Verfestigung der Augenlinse). Dies führt dazu, dass sich die Linse nicht mehr kugelförmig ausdehnt, wenn sich der Ziliarmuskel anspannt und die Zonulafasern entspannen. Dadurch wird eine scharfe Darstellung von Objekten in der Nähe nicht mehr möglich.

Eine Lesebrille ist oft die Lösung

Auf eine beginnende altersbedingte Weitsichtigkeit reagieren die meisten Menschen auf ganz ähnliche Weise: Sie gewöhnen sich an, Bücher, Zeitungen oder Bedienungsanleitungen mit ausgestreckten Armen zu halten. Sie erhöhen auf diese Weise den Abstand des Auges zu dem Gegenstand, den sie scharf sehen möchten. Da mit jedem Lebensjahr die Akkommodationsfähigkeit ein wenig weiter sinkt, erhöht sich der Korrekturbedarf durch die Lesebrille. Die Sehhilfe muss deshalb in regelmäßigen Abständen beim Optiker angepasst werden. Konkret bedeutet das: Ein bis zwei Mal im Jahr ermittelt der Optiker die aktuelle Sehschärfe. Weichen die gemessenen Werte deutlich von früheren Ergebnissen ab, sind neue und stärkere Gläser in der Lesebrille sinnvoll. Eine Möglichkeit, die Anpassungsfähigkeit des Auges künstlich zu erhöhen, gibt es nicht. Der Optiker kann lediglich die Folgen beseitigen und Ihnen durch die Anpassung leistungsfähiger Sehhilfen wieder scharfes Sehen in jeder Lebenslage ermöglichen.

Gleitsichtbrillen und spezielle Kontaktlinsen

Die nachlassende Akkommodationsfähigkeit ist für viele Betroffene nicht die erste und einzige Sehschwäche. Oft hat der Optiker schon lange zuvor zum Beispiel Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung diagnostiziert. Diese Sehfehler wurden in der Vergangenheit vielleicht mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen ausgeglichen. Die altersbedingte Sehschwäche in der Nähe muss nun zusätzlich korrigiert werden. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder der Betroffene lässt sich vom Optiker eine Lesebrille anfertigen. Oder er entscheidet sich für Brillen bzw. Kontaktlinsen mit Gleitsicht. Dies ist in der Regel die komfortablere Variante, die allerdings eine gewisse Zeit der Eingewöhnung erfordert.

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Von |2018-07-16T13:38:18+00:0020. Dezember 2017|
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