Aflibercept

Aflibercept ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der feuchten Form der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) eingesetzt wird. Das Fusionsprotein ist in einem Medikament namens Eylea enthalten, das seit 2013 für den Einsatz in Europa zugelassen ist.Im Kern handelt es sich bei Aflibercept um ein Anti-VEGF-Medikament. Die Abkürzung VEGF steht für Vascular Endothelial Growth Factor. Dieses Molekül regt die Teilung von Zellen und die Bildung von neuen Blutgefäßen an. Es spielt bei der Entstehung und Ausbreitung der altersabhängigen Makuladegeneration eine wichtige Rolle. Aflibercept hemmt die Funktion des Moleküls und unterbindet auf diese Weise das unerwünschte Gefäßwachstum.

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Krankhafte Veränderungen in der Netzhaut

Die Makula ist der Bereich auf der Netzhaut, auf dem die Sehzellen in besonders hoher Zahl konzentriert sind. Hier, in der Nähe des Sehnervs, werden die einfallenden Lichtstrahlen gebündelt. Bei Patienten mit einer Makuladegeneration kommt es zur Neubildung von Blutgefäßen an solchen Stellen, an denen sich eigentlich kein Blut befinden sollte. Die krankhaften Zellen weiten sich aus, sind zugleich aber sehr instabil. So kommt es immer wieder zu kleinen Blutungen und zu Ödemen. Sie üben Druck auf die Netzhaut aus und wölben sie. Dies ist der Grund, warum Menschen mit AMD gerade Linien verzerrt wahrnehmen. Typisch für die Augenerkrankung sind außerdem schwarze Flecken im zentralen Blickfeld.

AMD-Therapie mit Aflibercept

Stellt der Augenarzt die Diagnose altersabhängige Makuladegeneration, muss er im Rahmen der Behandlung zunächst die weitere Ausbreitung der Erkrankung stoppen. Es geht also darum, die Beschädigung weiterer Zellen zu verhindern und eine fortgesetzte Neubildung von Blutgefäßen zu unterbinden. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist hier das Molekül VEGF. Durch die medikamentöse Therapie mit Aflibercept wird das Molekül in seiner Funktion eingeschränkt. Man spricht deshalb im Zusammenhang mit Aflibercept auch von einem VEFG-Hemmer oder -Fänger.

Krankhafte Zellen werden von der Versorgung abgeschnitten

Aflibercept leistet sogar noch mehr. Denn der Wirkstoff ist in der Lage, die krankhaften Gefäße und Zellen von der Versorgung mit Nährstoffen zu trennen. Die Zellen werden zudem daran gehindert, neue Verbindungen zum Blutkreislauf aufzubauen. Sie erhalten so kein neues Blut und auch keine Nährstoffe mehr – das weitere Wachstum ist gestoppt, bereits vorhandene Ödeme trocknen aus.

Aflibercept wird direkt ins Auge gegeben

In der Augenheilkunde müssen Medikamente, die eine hohe Wirkstoffdosierung erfordern, häufig direkt ins Auge gegeben werden. Bei einer Einnahme in Tablettenform würde nur ein zu geringer Teil der Inhaltsstoffe tatsächlich im Auge ankommen. Auch Aflibercept wird deshalb direkt ins Auge gegeben, und zwar mit Hilfe einer feinen Spritze. Die genaue Dosierung wird vom behandelnden Augenarzt festgelegt, Als Richtwert gilt jedoch eine Einzeldosis von zwei Milligramm. Damit Aflibercept seine maximale Wirkung entfalten kann, sind wiederholte Anwendungen erforderlich. Nach der ersten Injektion erhält der Patient nach vier Wochen eine zweite Spritze, nach acht Wochen eine dritte und nach vier Wochen eine vierte. Auch danach ist die Therapie noch nicht beendet, die Abstände zwischen den einzelnen Injektionen vergrößern sich aber. Der Hersteller empfiehlt, weitere Dosen von Aflibercept nach dem dritten Monat im Abstand von acht Wochen zu injizieren. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Augenschmerzen, Bindehautblutungen und eine Steigerung des Augeninnendrucks.