Laserpointer: Harmloses Spielzeug auf Irrwegen?

Lichtzeiger – neudeutsch „Laserpointer“ – haben ihre große Zeit eigentlich schon hinter sich: Vor vielen Jahren gab es eine Phase, wo unzählige Jugendliche in der gesamten Bundesrepublik ihr Taschengeld für jene Gerätschaften ausgegeben haben. Heute kennt man sie zumeist aus dem beruflichen Kontext heraus, wo Laserpointer bei Vorträgen mit Projektionen verwendet werden.

Die technologische Entwicklung im Bereich der Halbleiterdiodenlaser hat Laserpointer in den letzten zehn Jahren effizienter und deutlich preiswerter gemacht. Die Stärke solcher Geräte wird – genauso wie bei anderen Formen von Lasern – in verschiedenen Klassen qualifiziert. Bis zur Klasse 2M sind Laserpointer für den Menschen ungefährlich. Ab der Klasse 3R wird es im wahrsten Sinne brenzlig für das menschliche Auge – bei längerer Einstrahlung kann es zu temporären oder irreversiblen Schäden kommen. Die beiden höheren Klassen 3B und 4 können darüber hinaus auch die Haut nachhaltig verletzen.

Eigentlich können solche gefährlichen Laserpointer hierzulande nicht ohne weiteres frei verkauft werden. Doch genauso wie bei illegalen Sylvesterböllern und vergleichbaren Gütern finden Menschen, die gezielt auf der Suche sind, hier und da Schlupflöcher: So lassen sich Laser der Klasse 2M relativ mühelos über Internetshops im Ausland beziehen. Verbrauchern – darunter zahlreiche Jugendliche – ist oftmals nicht bewusst, welches juristische Ausmaß die Nutzung solcher Laserpointer nach sich ziehen kann: Das Blenden von Piloten im Landeanflug auf einen Flughafen – in den letzten Jahren in der Europäischen Union mehrere Hundert Mal vorgekommen – wird als „gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr“ gewertet. Zudem liegt in einem solchen Fall womöglich ein versuchter Totschlag vor, was in der Kombination zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren führen kann.

Auch das Blenden herannahender Autofahrer – so beispielsweise von Autobahnbrücken heraus – kann massive Konsequenzen haben. Viele Länder reagierten nach entsprechenden Vorkommnissen mit teils radikalen Schritten: In Australien beispielsweise gilt seit 2008 Einfuhrverbot für sämtliche Laser mit einer Lichtleistung > 1 mW. In einigen Teilen des Landes fällt die Nutzung von Laserpointern gar unter das Waffengesetz. In den USA dürfen nur Laserpointer mit einer Lichtleistung von unter 5 mW vertrieben werden. In Großbritannien ist der Vertrieb derweil genauso wie in Australien ab 1 mW Leistung verboten.