Kontaktlinsenwechsel: So gewinnen Sie den täglichen Kampf

Über 40 Millionen Menschen in der Bundesrepublik tragen eine Sehhilfe. Immer mehr aus dieser Gruppe entscheiden sich für unauffällige Kontaktlinsen. Die Tageslinsen von heute sind mit dem bloßen Auge kaum noch zu erkennen und dank eines hohen Tragekomforts überaus verträglich. Problematisch ist lediglich das allmorgendliche Einsetzen, das selbst geübten Trägern gelegentlich Energie und Geduld abverlangt. Der Grund dafür ist der natürliche Lidschlussreflex: Der Körper merkt, dass man mit einem Fremdkörper ins Auge vordringen möchte – und verschließt das Lid, um das empfindliche Sehorgan zu schützen. Doch diesen Reflex kann man mit etwas Übung überlisten, erklären Optiker und Augenärzte. 



Grundsätzlich ist das frontale Einsetzen einer seitlichen Herangehensweise vorzuziehen, da die Linse sonst beim ersten Lidschlag wieder herausgedrückt werden könnte. Am Ende des Tages ist der psychologische Part schwieriger als die eigentliche Praxis: Sie müssen sich im wahrsten Sinne des Wortes von dem Gedanken lösen, dass man sich mit der Linse irgendwie verletzen könnte. Vielen hilft die Idee, dass man im Spiegel ein fremdes Auge beobachtet. Eine grundsätzlich lockere, entspannte Stimmung tut ihr Übriges – Kontaktlinsen sollte man nie unter Zeitdruck reinpressen. 



Mit der Fingern der einen Hand ziehen Sie die Oberlidwimpern kontrolliert zum Knochen über dem Auge. Im nächsten Schritt ziehen Sie mit einem Finger der anderen Hand das Unterlid herunter. Nun kommt die Linse – wahlweise auf dem Zeige- oder dem Mittelfinger platziert – ins Spiel. Wichtig ist, dass Sie die Augen im Moment des Einsetzens nicht reflexartig verdrehen. Versuchen Sie dazu einen Punkt im Spiegel zu fixieren. Das Ganze braucht seine Zeit und erfordert gerade bei den ersten Gehversuchen mehrere Anläufe. 



Wer das Einsetzen in Eigenregie partout nicht hinbekommt, sollte sich beim Optiker oder Augenarzt seines Vertrauens beraten lassen. In seltenen Fällen können anatomische Gründe wie beispielsweise eine zu enge Augenöffnung vorliegen. Auch stark weitsichtige Menschen können besondere Probleme beim Einsetzen erfahren.