Kindliches Glaukom: So erkennen Sie die Erkrankung rechtzeitig

Ein kindliches Glaukom (kongenitale Glaukom) ist eine seltene Erkrankung die durch eine Entwicklungsstörung des Kammerwinkels im Auge. Die Häufigkeit in Deutschland beträgt ca. 1: 10.000. Betroffene Kinder können bereits mit einem Glaukom auf die Welt kommen oder aber in den ersten Lebenswochen und – monaten ein Glaukom entwickeln. Chronisch erhöhter Augeninnendruck führt im weiteren Verlauf zu einer Hornhauttrübung und -vergrößerung, die mit einer Vergrößerung des Augapfels einhergeht. Unbehandelt kann ein Glaukom bei Kindern zur Erblindung führen.

Kindliches Glaukom: Ursachen

Das angeborene Glaukom, von dem Jungen häufiger als Mädchen betroffen sind, wird gelegentlich von den Eltern vererbt. Nach verantwortlichen Genen und dafür verantwortlichen Mutationen wird noch gesucht. Andere Formen des angeborenen Glaukoms entstehen durch eine ungenügende Reifung des Kammerwinkels bzw. des Trabekelwerkes während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter. Bei diesen Kindern kommt es zu einer Störung des Kammerwasserabflusses im Auge. Da die Produktion intakt ist, kommt es zu einem Druckanstieg im Augeninneren.

Entwicklung Glaukom
© Alila Medical Media / Fotolia

Kindliches Glaukom: Symptome

Erste Anzeichen für ein Glaukom bei Babys oder Kindern können sein:

  • Augenreiben
  • Besonders große Augen
  • Tränende Augen
  • Augenlidkrämpfe
  • Blendempfindlichkeit
  • Hornhauttrübungen
  • Sehstörungen, wie z.B. Schielen

Kindliches Glaukom: Folgen

Im Allgemeinen haben Glaukome bei Kindern die gleichen Folgen wie Erwachsenglaukome. Durch den erhöhten Augeninnendruck (kommt zu einer Sehnervenschädigung (Aushöhlung des Sehnervenkopfes) und eine Beeinträchtigung des Sehvermögens durch Gesichtsfeldausfälle.


Kindliches Glaukom: Therapie

Die Therapie eines Glaukoms richtet sich immer nach dem Schweregrad. So können auch bei kindlichen Glaukomen drucksenkende Augentropfen das erste Mittel der Wahl sein. In den meisten Fällen, vor allem bei den schweren Fällen, ist eine Operation notwendig und oft die einzige Möglichkeit zu Drucksenkung innerhalb des Auges. Dabei gibt es unterschiedliche Operationstechniken die in Frage kommen. Dafür eignen sich folgende operativen Methoden:

  • Trabekulektomie (Goniotomie)
  • Iridektomie
  • Kanaloplastie

Ziel aller Behandlungen ist es immer, den Kammerwasserabfluss aus dem Augeninneren zu verbessern um somit den Augeninnendruck zu senken. Postoperativ ist eine engmaschige Kontrolle nötig, da der Augeninnendruck auch bei erfolgreicher Operation jederzeit wieder steigen kann. Kommt es zu einem wiederholten Druckanstieg muss eine medikamentöse Therapie eingeleitet oder die Operation gegebenenfalls wiederholt werden. Manchmal sind Wiederholungen der Operation möglich und leider notwendig.


Quellen:
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 31. Auflage, 2012.
Pleyer, U. (Hrsg.): Entzündliche Augenerkrankungen. Springer-Verlag, Heidelberg, 1. Auflage, 2014.
Walter, P. & Plange, N.: Basiswissen Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 1. Auflage, 2017.

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