Keratokonus: Vor allem Kinder und Jugendliche betroffen

Hinter der Bezeichnung „Keratokonus“ verbirgt sich die fortwährende Ausdünnung und Verformung der Kornea, der Hornhaut unseres Auges. Diese Krankheit tritt stets bei beiden Augen gleichzeitig auf, kann jedoch je Auge unterschiedlich ausgeprägt sein. Dabei wird die Hornhaut in unterschiedlicher Ausprägung immer spitzer und dünner. Gleichzeitig nimmt durch die unregelmäßige Verformung der Kornea eine zunehmende Sehschwäche Anlauf. Besonders tückisch: Die Betroffenen sind per Definition kurzsichtig. Ihre Kurzsichtigkeit kann allerdings nicht vollständig durch eine herkömmliche Brille korrigiert werden, da durch die kegelförmige Hornhautwölbung auch eine Hornhautverkrümmung (sog. Astigmatismus) entsteht.

Das Phänomen tritt vergleichsweise selten in Erscheinung: Hierzulande sind etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung betroffen – es gibt demnach einen Keratokonus-Patienten pro 2.000 Einwohner. In anderen Regionen der Welt, insbesondere Asien, liegen die Zahlen teilweise deutlich höher. Besonders häufig sind Kinder und Jugendliche unter den Betroffenen. Liegt eine Down-Syndrom-Erkrankung vor, ist Keratokonus sogar 20 Mal wahrscheinlicher.

Wird die Wölbung der Hornhaut nicht rechtzeitig fachmännisch behandelt, wird sie am Ende extrem dünn, reißt stellenweise und vernarbt. In Extremfällen kann die Erblindung drohen. Erfreulicherweise sind die Therapieerfolge in spezialisierten Zentren mittlerweile sehr hoch. Eine Grundvoraussetzung dafür ist eine frühe, korrekte Diagnose, denn häufig werden die Symptome von Keratokonus anderen Krankheitsbildern zugeschrieben.

Als besonders erfolgsversprechende Behandlungsmethode hat sich die so genannte Cross-Linking-Technik hervorgetan. Bei der auch unter „CLX“ bekannten Quervernetzung der Hornhaut wird das Auge mit Hilfe von UVA-Licht und Vitamin B2 stabilisiert. Binnen Minuten kann die Hornhaut so um bis zu 350 Prozent verfestigt werden. Die Erfolgsquote liegt gerade bei jungen Patienten weit über 90 Prozent. Nicht selten springt die Sehkraft eines Auges durch Cross-Linking von 50 oder 60% auf 100%. Kann die Sehkraft nicht maximal wiederhergestellt werden, greifen Augenärzte immer wieder auch zu speziellen Kontaktlinsen.