Kann übermäßige Smartphone-Benutzung den Augen schaden?

Schadet übermäßige Smartphone-Nutzung unserer Augen?

Wir alle kennen das Bild aus dem modernen Alltag: Ob in Bus und Bahn, der Wartehalle im Rathaus oder in der Kino-Lobby – überall starren Menschen wie hypnotisiert auf ihre Smartphones. Das simple Handy von einst ist zu einem facettenreichen Alltagsbegleiter avanciert, mit dem man heute so ziemlich alles einsehen und organisieren kann. Dementsprechend hat sich unsere „Bildschirmzeit“ – die Zeit, in der wir mobile Endgeräte unterwegs betrachten – in den vergangenen zehn Jahren um ein Vielfaches erhöht. Gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen summiert sich die tägliche Smartphone-Nutzung auf Stunden. Erstaunlich: Nicht selten lässt sie dabei den TV- und Computer-Konsum hinter sich – Instant-Messengern und Spiele-Apps sei Dank.

Eltern, aber auch erwachsene Smartphone-Nutzer fragen sich dementsprechend immer häufiger, ob dieser Trend gesundheitliche Implikationen birgt. Eine einfache, allgemeine Antwort vorweg: Ja! Beispielsweise gilt es als erwiesen, dass die typische Smartphone-Betrachtungshaltung zu Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich führen kann. Daneben klagen Betroffene zwischen 30 und 65 Jahren immer häufiger über müde und gereizte Augen. Im Hinblick darauf liegt auch die Frage nahe, ob Smartphones die Sehkraft negativ beeinflussen können?

Diese kann man wiederum verneinen: Smartphones und andere Bildschirmgeräte wie Tablets oder Notebooks können das Auge negativ beeinflussen, nicht jedoch seine Sehkraft nachhaltig verschlechtern. Das am häufigsten beobachtete Phänomen ist die Reduzierung der Blinzelfrequenz: Für gewöhnlich blinzeln wir etwa 15 bis 20 Mal pro Minute. Starren wir gebannt auf einen (Smartphone-)Bildschirm, reduziert sich die Frequenz auf etwa 8 bis 12 Mal Lidschläge.

Die Folge: Das Auge wird nicht mehr ausreichend bzw. regelmäßig mit Tränenflüssigkeit benetzt und trocknet zunehmend aus. Es kommt vermehrt zu Juckreiz und einem Brenngefühl beim Schließen des Auges – klassische Symptome einer Austrocknung, die es unbedingt mit künstlicher Tränenflüssigkeit und einem bewussten, vermehrten Blinzeln zu behandeln gilt.