Kalifornische Forscher entwickeln Bildschirm, der sich an Sehschwächen anpassen kann

Etwa 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille – unter anderem dann, wenn Sie am Computer oder dem Tablet Websites betrachten oder in der Textverarbeitung arbeiten. Vor allem im fortgeschrittenen Alter gestaltet sich diese Aufgabe zunehmend schwer: Oftmals ist die Schrift zu klein, die Konturen von Schaltflächen und Menüs ohne Sehhilfe nur schwer zu erkennen.

Wissenschaftlern der University of California in Berkeley (USA) haben sich nun dieses Problems angenommen und eine spezielle Bildschirmtechnologie entwickelt, die die Brille am PC in absehbarer Zukunft abdingbar machen könnte.

Das Konzept in aller Kürze: Anstatt die Sichtverhältnisse des Betrachters durch eine Sehhilfe (Brille, Kontaktlinsen) an den Monitor anzupassen, passt sich letzterer einfach an die Sehkraft des Betrachters an. Erstaunlich: Für den ersten Versuch haben die Forscher kein eigenständiges Gerät entwickelt, sondern lediglich Modifikationen an einem handelsüblichen Bildschirm durchgeführt. Der Prototyp kann nun die Lichtintensität eines jeden Bildpunkts (Pixel) individuell anpassen und dadurch sowohl für Kurz-, als auch Weitsichtige schärfere Bilder erzeugen.

Den wesentlichen Teil der Arbeit übernimmt eine spezielle Software, die das Zusammenspiel der Bildpunkte für die individuelle Augenstärke des Betrachters in Echtzeit berechnet. Aktuell ist die Bildqualität noch stark vom Betrachtungswinkel abhängig. Sitzt der Nutzer beispielsweise seitlich zum Monitor, lässt die Schärfe deutlich nach. Um die Marktreife in greifbare Nähe zu bringen, müssen die Forscher dieses Problem unbedingt noch ausmerzen.

Ob und wann eine solcher Bildschirmtechnologie in Serie gehen kann, ist noch absolut unklar. Theoretisch kann sie bei PC-Monitoren, aber auch Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen.