Intel: US-Chipgigant schluckt Spezialisten für Sport-Datenbrillen

Datenbrillen – auch „Smart Glasses“ genannt – sind aktuell das Höchste der Gefühle im Kontext von Wearables. Gemeint sind mit High-Tech aufgeladene Alltagsgegenstände, die wir am Körper tragen –von Brillen über Uhren bis hin zu intelligenter Kleidung. Google hat mit der „Google Glass“ der Markt bereitet. Facebook geht mit der „Oculus Rift“ eine Stufe weiter und kreiert eine virtuelle Realität (wir berichteten). Nun schnappt sich der kalifornische Chip-Gigant Intel ein anderes, spezielleres Marktsegment: Mit Recon Instruments übernimmt das Unternehmen den führenden Hersteller von Datenbrillen für Sportler.

Recon entwickelt smarte Brillen für Jogger, Mountain-Biker sowie Wintersportler. Die Brillen setzen auf eine Kombination aus modernem Design und Connectivity über mitgeführte Smartphones. Für
letztere lanciert der Hersteller verschiedene Apps. Durch die Übernahme erhält das Unternehmen Zugriff auf das riesige Technologie- und Patent-Sammelsurium von Intel. Auf dieser Basis will das Duo fortan Sport-Datenbrillen für eine breitere Masse entwickeln. Aktuell rangieren die Recon-Brillen um die 500 US-Dollar und sind lediglich Fortgeschrittenen und Profis ein Begriff.

Datenbrillen im Profisport-Kontext sind schon länger Realität: Die Dallas Cowboys beispielsweise sind das erste Football-Team der US-Profiliga NFL, das Virtual-Reality-Brillen beim Training einsetzt. Die Spieler sehen dabei eine Live-Wiederholung des letzten Spielzugs in 3D aus der Sicht der Quarterback-Position. Im nächsten Schritt kann jeder Spieler das Manöver aus der First-Person-Perspektive erleben und seine Sicht währenddessen frei bewegen. Dem Quarterback wiederum ist es durch die Datenbrille möglich auch ohne die „echten“ Spieler zu trainieren und taktische Spielzüge einzustudieren.

Spezielle Anwendungen wie diese stellen einen wichtigen Schritt für die kommerzielle Legitimierung von „Google Glass“, „Oculus Rift“ & Co. dar. Aktuell beschränken sich die meisten Anwendungen für solche Geräte auf reine Informations- und Unterhaltungsanwendungen, hier insbesondere Spiele.