Im Winter und Frühjahr häufen sich Autounfälle durch Sonnenblendung

Tiefstehende Sonne: Blendgefahr im Frühjahr erschwert Autofahren

Jahr für Jahr stellen sich Polizei- und Rettungskräfte spätestens ab Oktober auf ein erhöhtes Arbeitsaufkommen ein: Wenn die Tage kürzer sind, häufen sich Unfälle im Straßenverkehr spürbar. Letztere erfolgen häufig witterungsbedingt, so beispielsweise durch Nässe auf der Fahrbahn. Ein wesentlicher und vielfach unterschätzter Faktor stellen die Lichtverhältnisse dar.

So werden Verkehrsteilnehmer im Winter und Frühjahr überdurchschnittlich häufig von im flachen Winkel auftreffenden Sonnenstrahlen gefährlich geblendet, mahnen Experten des TÜV und anderer relevanter Institutionen. Die tiefstehende Sonne reduziert im Zuge dessen das Reaktionsvermögen der Autofahrer. Daneben wird die Sicht in vielen Fällen durch eine verschmutzte Windschutzscheibe zusätzlich eingeschränkt.

Gefährlich: Schaut ein Autofahrer aus Versehen direkt in die Sonne, ist er für wenige Sekunden nahezu vollständig blind. Anschließend braucht das Sehorgan mehrere Minuten, um sich vollständig zu regenerieren – ein gefährliches Zeitfenster, das Sie nach Möglichkeit auf dem Standstreifen verbringen sollten. Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern nur für eine Sekunde aussetzt, legt circa 15 Straßenmeter komplett ohne Sicht zurück.

Der beste Schutz gegen die beschriebenen Phänomene – dies dürfte nicht weiter überraschen – ist eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille mit UV-Schutz, die Sie am besten immer griffbereit im Fahrzeug deponieren. Davon abgesehen sollten Sie bei eingeschränkten Sichtverhältnissen den theoretischen Unterricht aus der Fahrschule in Erinnerung rufen: Reduzieren Sie die Geschwindigkeit, achten Sie verstärkt auf den Sicherheitsabstand und fahren Sie stets vorausschauend.

Schließlich fällt auch das Erkennen von Ampellichtern bei tiefstehender Sonne schwerer. Wer weder grün noch rot ausmachen kann, sollte langsam in die Kreuzung einfahren und auf das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer achten. Sollte es trotzdem einmal sichtbedingt krachen, bleiben KFZ-Versicherungen in der Regel hart – und werten Ihr Fahrverhalten vor Gericht womöglich als „grob fahrlässig“, was im Extremfall den Versicherungsschutz kosten kann.