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Hyaluronsäure als Anti-Aging Produkt?

Mit dem Alter kommt es zu Augenringen, Tränensäcken und Krähenfüßen. Dementsprechend arbeitet die Kosmetikindustrie mit Hochdruck, um neue Mittel und Techniken gegen Falten auf den Markt zu bringen. Eine Wunderwaffe ist die Hyaluronsäure. Diese findet sich einerseits in nahezu allen möglichen Kosmetikprodukten wie Augen- und Gesichtscremes, Gels, Seren, Gesichtsreinigungsmitteln, Foundations, Masken und Ampullen wieder. Andererseits ist sie auch in Form von Injektionen, den sogenannten Hyaluron Fillern, sowie als Trunk oder Tabletten erhältlich. All diese Formen haben das Ziel, kleine Fältchen verschwinden zu lassen und dem Gesicht besonders im Bereich der Augen wieder Straffheit zu verleihen. Sie versprechen den Verbrauchern die Festigung des Bindegewebes und sichtbar weniger Falten. Doch stimmt das überhaupt?

Was ist die Hyaluronsäure?

Die Hyaluronsäure kommt in fast allen Geweben von Wirbeltieren vor und wurde erstmals im Jahr 1934 von den beiden Wissenschaftlern Meyer und Palmer im Glaskörper des Rinderauges gefunden. Daraufhin wurde die wasserklare Flüssigkeit zunächst tierisch, später biotechnologisch hergestellt und für verschiedene Zwecke eingesetzt. Heute verwendet man größtenteils die biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure, die im Gegensatz zu der tierischen kaum Nebenwirkungen durch infektiöse Stoffe oder Allergien aufweist. Heute gilt das Hyaluron als das meist eingesetzte Verjüngungsmittel in der Kosmetikbranche. Aber auch das Gesundheitswesen profitiert von dem Wundermittel.

Ungefähr 15 Gramm Hyaluron befinden sich auf natürliche Weise im Körper jedes Menschen. Die körpereigene Substanz begleitet uns von der Geburt bis ins hohe Alter und erfüllt dabei eine Vielzahl an wichtigen Aufgaben. Sie hemmt Entzündungen, fördert die Wundheilung, strafft unsere Haut und vieles mehr. All das gelingt der Hyaluronsäure durch ihre besondere Eigenschaft: sie ist ein Wasserspeicher. Wie ein Schwamm kann sie das tausendfache von ihrem Eigengewicht an Wasser binden. Ein Gramm der Substanz kann bis zu sechs Liter Wasser aufnehmen. Das führt nicht nur dazu, dass unsere Körperzellen mit genügend Feuchtigkeit versorgt werden, sondern sorgt auch für die Stabilität von Gelenken und Augen. Leider baut sich die Wundersubstanz im Laufe des Lebens schrittweise ab. Der Abbau beginnt mit dem 30. Lebensjahr. Hier bemerken viele Frauen die ersten Anzeichen von Falten, insbesondere im Bereich der Augen. Das liegt daran, dass ein Hyaluronsäure-Abbau zum Verlust der Spannkraft der Haut führt und den Alterungsprozess in Gang setzt. Mit 40 Jahren trägt man noch 50% des ursprünglichen Hyaluronsäure-Anteils in sich, während es mit 60 Jahren nur noch 10% sind. Wie kommt man also gegen den Alterungsprozess an, wenn die Hälfte der körpereigenen Hyaluronsäure nicht mehr vorhanden ist?

Hyaluron – oberflächliche Anwendung

Heutzutage findet sich selbst in günstigen Pflegeprodukten der Wirkstoff Hyaluron wieder, der einen sofort sichtbaren Lifting-Effekt verspricht. Hyaluron ist kein limitiertes, exklusives Produkt auf dem Markt, sondern in verschiedenen Arten und Preisklassen bereits in Ihrem Drogerie Markt erhältlich. Tatsächlich sorgen Produkte mit Hyaluron-Anteil für eine sofortige und sichtbare Wirkung, die das Erscheinungsbild deutlich verbessert. Das Naturprodukt dringt jedoch nur in die oberste Hautschicht ein und kann daher lediglich einen temporären Straffungseffekt hervorrufen und nur die leichten, feinen Unebenheiten glätten. Eine tiefe Zornesfalte wird jedoch nicht durch eine Hyaluron Creme beseitigt werden können. Hier würde eher eine Hyaluron Filler Behandlung für den gewünschten Effekt sorgen.

Verschiedene Dosierungen und Produktarten haben natürlich ebenfalls einen Einfluss auf das Ergebnis. Das Gute an Pflegeprodukten mit Hyaluron ist, dass sie regelmäßig benutzt werden dürfen, dass es sie für jeden Hauttyp gibt und dass sie kein Mindestalter voraussetzen. Beachten Sie, dass eine Abhängigkeit von dem Produkt entstehen kann, da das Hyaluron nur punktuell wirkt und die Spannkraft ohne Anwendung der Wunderwaffe wieder in ihre alte Form zurückfällt.

Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure- Fillern

Experten raten zum Hyaluron, da es eine effektive Faltenbehandlung ohne Skalpell ermöglicht. Es handelt sich um die minimal-invasive Unterspritzung mit einer kleinen Nadel, die eine Erhöhung des Feuchtigkeitsvolumens in der Haut veranlasst.  Diese Injektion transportiert das Hyaluron in weitaus tieferes Gewebe, als eine Creme, und erzielt einen Hebeeffekt mit einer deutlich länger anhaltenden Wirkung. Gerade bei Menschen, die unter Augenringen, Tränensäcken und Falten leiden, bietet sich die Behandlung an, da das Bindegewebe deutlich angehoben wird und die dunklen Schatten an den Augen ebenfalls verschwinden. Natürlich muss hierbei bedacht werden, dass die Hyaluronsäure bei einigen nicht sofort den gewünschten Effekt bewirken kann, da beispielsweise nicht alle Augenringe gleichermaßen behandelt werden können. Auch in anderen Bereichen des Gesichts kann die Hyaluronsäure genutzt werden, wie zum Beispiel bei Nasen- und Lippenkorrekturen, Faltenreduktionen an verschiedenen Stellen oder für einen Wangenknochen-/Kinnaufbau. Aber auch hier muss beachtet werden, dass das Ergebnis nur für einen gewissen Zeitraum (einige Monate) anhält, da sich der Stoff nach einiger Zeit abbaut.

Wie läuft die Behandlung ab?

  1. Achtung! Bitte suchen Sie ein professionelles Studio für die Behandlung auf. Führen Sie die Behandlung auf keinen Fall selbstständig durch, wenn Sie keine Fachfrau/kein Fachmann auf diesem Gebiet sind. Eine unprofessionelle Behandlung kann zu langanhaltenden Schwellungen und Unebenheiten führen!
  2. Das Beratungsgespräch – Hier werden Fragen beantwortet, Wünsche geäußert, der Behandlungsplan erstellt und Risiken geklärt. Risiken sind beispielsweise Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Hämatome oder geringe Unebenheiten. Diese legen sich jedoch spätestens nach einigen Tagen von selbst.
  3. Die Vorbereitung – Verzichten Sie zwei Wochen vor der Behandlung auf Alkohol, Schlafmittel und Blutverdünner um das Risiko von Blutergüssen vorzubeugen. Sollten Sie zum Zeitpunkt der Behandlung Herpes oder andere Narben an der betroffenen Stelle haben, so sollten Sie von einer Behandlung absehen.
  4. Die Behandlung – Je nach Areal wird eine feine Nadel oder eine stumpfe Kanüle in kleinen Mengen unter die Falte injiziert oder großflächig in die Haut eingebracht. Man spürt einen leichten Schmerz, der je nach Schmerzempfinden variiert. Sie sollten beachten, dass im Bereich der Augen pro Behandlung nicht mehr als 1ml Hyaluronsäure für BEIDE Augen verwendet werden sollten. Ansonsten kann es zu Unebenheiten kommen. Es kann sein, dass diese Menge nicht reicht und die Behandlung nach einigen Wochen wiederholt werden muss.
  5. Die Anästhesie – auf Anfrage kann man sich für eine Betäubungscreme entscheiden, wobei die Hyaluronsäure mittlerweile fast immer den Wirkstoff Lidocain beinhaltet, der während der Unterspritzung betäubend wirkt und nach ungefähr zwei Stunden nachlässt.
  6. Das Ergebnis – unmittelbar nach der Behandlung lässt sich bereits ein Soforteffekt feststellen, der jedoch nicht das Endergebnis darstellt. In den Tagen darauf wird die Säure noch mehr Wasser binden und die Augenpartie stärker anheben. Mögliche Unebenheiten und Schwellungen verschwinden ebenfalls nach einigen Tagen. Nach ungefähr 10 Tagen können Sie das Endergebnis sehen.
    Sollte Ihnen das Endergebnis absolut nicht gefallen, so kann man in den meisten Fällen mithilfe eines speziellen Enzyms die Hyaluronsäure innerhalb der ersten 30 Minuten vollständig auflösen.
  7. Die Pflege – nach der Behandlung sollten Sie die Stelle für mehrere Stunden nicht berühren. Bereits am nächsten Tag dürfen Sie wie gewohnt Schminke auftragen und das Gesicht sanft waschen. Solange die Schwellung besteht, sollten Sie auf Sonne, Solarium, Sauna oder extreme Kälte verzichten.
  8. Die Nachbehandlung: wie bereits erwähnt, hält die Hyaluronsäure nicht ewig und muss entsprechend regelmäßig nachbehandelt werden. Sollte eine Sitzung nicht reichen, so werden mehrere kleine Schritte vereinbart, um den gewünschten Effekt langsam anzugehen und somit ein natürliches Endergebnis zu erzielen. Nach dem Erreichen des Endergebnisses sollten Sie alle 6 bis 12 Wochen zur Auffrischung gehen, um die Wirkung aufrecht zu halten.

Eine kleine Anmerkung am Rande: In allen Teilen des Auges findet sich die Hyaluronsäure wieder. Sie befindet sich in der Iris, der Augenkammer, der Linse, der Tränendrüse samt Tränenflüssigkeit, in der Hornhaut, der Bindehaut und dem Glaskörper. Der Glaskörper liegt zwischen der Linse und der Netzhaut und hält die Augapfeauglform zusammen. Diese besondere Funktion kann der Glaskörper aufgrund seiner Beschaffenheit aus 98% Wasser und 2% Hyaluronsäure ausführen.

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Von |2018-09-24T08:26:45+00:0031. August 2018|
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