Halbseitenblindheit (Hemianopsie): Ursachen, Symptome & Behandlung

Hemianopsie (Halbseitenblindheit)

Halbseitenblindheit (Hemianopsie oder Hemianopie) ist eine Sehstörung, die eine rechts- oder linksseitige Einschränkung oder Ausfall des Gesichtsfeldes mit sich bringt. Es handelt sich dabei nicht um eine einseitige Blindheit auf einem Auge.

Die Formen von Halbseitenblindheit

Man unterscheidet einseitige oder beidseitige Ausfälle des Gesichtsfeldes. Ist ein Auge betroffen, spricht man von einer monokularen Halbseitenblindheit, bei einem beidseitigen Ausfall von einer binokularen Hemianopsie.

Bei eineim beidseitigen Ausfall unterscheidet man zudem zwei Formen:

  • Rechte oder linke homonyme Hemianopsie: Der Ausfall tritt auf beiden Augen auf der gleichen Seite auf. Patienten erkennen z. B. entweder nur noch den linken oder rechten Bereich eines Bildausschnittes. Diese Form tritt auf bei z. B. Schädigung der Sehbahn (Tractus opticus) oder des Sehzentrums einer Hirnhälfte.
  • Heteronyme Hemianopsie: Hierbei ist auf beiden Augen jeweils die Gegenseite von einem Ausfall betroffen (sog. „Scheuklappenblick“).
Hemianopsie: Formen / Sehbahn
@ bilderzwerg / Fotolia

Die Ursachen von Halbseitenblindheit

Die Ursache für eine Halbseitenblindheit ist in der Regel eine Schädigung im Verlauf der Sehbahn im Gehirn. Bei einem einseitigen Gesichtsfeldausfall (monokulare Halbseitenblindheit) liegt oft eine Schädigung vor dem Chiasma opticum vor. Bei allen anderen Lokalisationen tritt in der Regel eine beidseitiger Gesichtsfeldausfall auf.

Die häufigsten Ursachen für eine Schädigung der Sehbahn sind:

  • Schlaganfall
  • Hirnblutungen
  • Hirnoperationen
  • Gehirntumore
  • Traumata

Die Symptome von Halbseitenblindheit

Bei einer Hemianopsie kommt es zu Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Als Gesichtsfeld wird der Bereich bezeichnet, den man sieht, wenn man mit beiden Augen geradeaus blickt. Betroffene Personen sehen je nach Art des Ausfalls bestimmte Bereiche dieses Gesichtsfeldes nicht mehr.

Es kann dazu kommen, das Hemianopsie-Betroffene Gegenstände oder Personen nicht mehr richtig sehen, die sich in ihren betroffenen und geschädigten Bereich des Gesichtsfeldes befinden. Diese und andere Einschränkungen führen zu einer wachsenden Unsicherheit im Alltag und Orientierungsschwierigkeiten bei alltäglichen Dingen, wie zum Beispiel beim Zeitung lesen.

Hemianopsie: Symptome

Die Behandlung von Halbseitenblindheit

Die Therapie einer Hemianopsie besteht aus der Beseitigung der auslösenden Ursache. Dabei stehen zwei unterschiedliche neuropsychologische Behandlungsansätze zur Verfügung. Zum einen das Restitutionstraining das auf eine möglichst weitgehende Wiederherstellung der beeinträchtigten Funktion abzielt, zum anderen das Kompensationstraining, das auf einen möglichst wirksamen Ausgleich von bestehenden Beeinträchtigungen hinarbeitet.

Restitutionstraining

Bei dem Restitutionstraining wird mittels eines speziellen visuellen Therapieverfahrens (Licht-, Farb- und Formreize) der Übergangsbereich zwischen dem noch intakten und betroffenen Gesichtsfeldbereich stimuliert um eine Wiederherstellung des gesamten Gesichtsfeldes zu erreichen. Allerdings ist diese Methode nicht unumstritten und Kosten werden häufig von den Krankenkassen nicht übernommen.

Kompensationstraining

Beim Kompensationstraining erfolgt die Therapie mit Übungen, die aus der gezielten Bewegungen und Suchstrategien für die Augen bestehen. Dazu zählt zum Beispiel das Sakkaden-Training, bei dem Menschen, die unter einer Halbseitenblindheit leiden, wieder ihre Orientierung neu erlernen sollen. Man versucht dadurch das Suchfeld der Augen des Patienten zu trainieren und so Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen. Ein weiteres Beispiel ist das Lesetraining, bei dem die Hemianopsie Patienten die Lesebewegungen an die neuen Grenzen des geschädigten Gesichtsfeldes anzupassen.


Quellen:
Buser, A. & Friedburg, D. & Lachenmayr, B.: Auge – Brille – Refraktion. Georg Thieme Verlag, Stuttagart, 5. Auflage, 2016.
Leydhecker, W.: Augenheilkunde. Springer-Verlag, Heidelberg, 23. Auflage, 1987.
Sachsenweger, M.: Duale Reihe Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2. Auflage, 2002.

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