Grünes Gemüse wie z.B. Spinat oder Broccoli kann beim Erhalt der Sehkraft helfen

Spinat, Broccoli & Co.: Grünes Gemüse begünstigt Sehkraft von AMD-Patienten

Gesunde Ernährung erlebt in den westlichen Industrienationen einen noch nie dagewesenen Boom: Mehr denn je ist der moderne Mensch von heute dazu bereit Geld und Zeit für gute, gesunde Lebensmittel auszugeben. Das ungebrochene Wachstum von Biomärkten, vegetarischen und veganen Restaurants oder zahlreichen TV-, Buch- oder Magazinratgebern sind ein eindrucksvoller Indikator dafür. Was viele nicht wissen: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann auch zum Erhalt der Sehkraft bis ins hohe Alter beitragen. Mit dem berühmten Glas Karottensaft ist es dabei noch nicht getan.

Tatsächlich begünstigt das in Karotten beinhaltete Vitamin A das Sehorgan (wir berichteten). Vitamin-A-Mangel kann in Extremfällen beispielsweise zur Nachtblindheit oder trockener Hornhaut führen. Tatsächlich sind solche Fälle allerdings sehr selten, so dass die sehkraftsteigernde Wirkung der Karotte eher ein gut gemeinter Mythos bleibt.

Eine Studie der Universitätsklinik Leipzig legt nun nahe, das insbesondere grüne Gemüsesorten wie Spinat und Brokkoli eine schützende Wirkung für das Auge entfalten können. Die Untersuchung fokussierte sich auf die so genannte Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die heute jeden dritten Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr betrifft. So fanden die Leipziger Forscher heraus, dass sich die Gabe von Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren – allesamt in grünen Gemüsesorten enthalten – positiv auf die Beschaffenheit der Makula auswirkt. Hierzu wurden 200 AMD-Patienten über 12 Monate hinweg begleitet. Die Hälfte erhielt Nahrungsergänzungsmittel mit den genannten Inhaltsstoffen, die andere Hälfte ein Placebo.

Der Clou: Der Schwund von Makulapigmenten – das Kernproblem der Altersbedingten Makuladegeneration – konnte bei der Gruppe mit den Nahrungsergänzungsmitteln verlangsamt werden. Die Sehkraft jener Studienteilnehmer konnte im Zuge dessen stabilisiert oder gar verbessert werden, heißt es im Fachmagazin „Graefes Journal of Clinical & Experimental Ophthalmologie“. Bislang war nicht genau erforscht, welchen Einfluss Ernährung auf das Voranschreiten der AMD-Erkrankung haben kann. Basierend auf den Ergebnissen gehen die Forscher nun davon aus, dass eine speziell abgestimmte Diät die bis dato kaum behandelbare trockene Form der AMD positiv beeinflussen kann.