Grauer Star: Laser kann Skalpell ersetzen

Der Graue Star – im Fachjargon auch „Katarakt“ – bezeichnet eine weit verbreitete Trübung der Augenlinse, die hierzulande den häufigsten Grund für operative Eingriffe am Sehorgan ausmacht. Bei genauem Hinsehen erkennt man bei einem erkrankten Auge eine gräuliche Färbung hinter der Pupille, woraus sich auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Grauer Star“ ableitet. Bei den meisten Indikationen kann diese Trübung durch ein künstliches Linsenimplantat behoben werden.

Der fortwährende Fortschritt im Bereich der Augenheilkunde verspricht betroffenen Personen nun neue Behandlungsansätze: Bei der so genannten Femto-Kataraktchirurgie kann mit Hilfe eines innovativen Femtosekundenlasers so genau gearbeitet werden wie noch nie zuvor. Die Technik wurde im kalifornischen Computer-Mekka Silicon Valley entwickelt und befindet sich seit kurzem deutschlandweit an fortschrittlichen Kliniken im Einsatz.

Der bei der herkömmlichen Operationsmethode notwendige Rundschnitt kann mit Hilfe des Femtosekundenlasers deutlich präziser durchgeführt werden als mit der Hand. Durch den Einsatz von Ultraschalenergie arbeitet der Laser quasi berührungslos und damit vergleichsweise schonendIn Deutschland wurden bereits mehrere tausend Patienten erfolgreich operiert, seitdem die Technologie Ende des vergangenen Jahres ausgeliefert wurde. Bislang gibt es nur wenige hochtechnisierte Einrichtungen in Deutschland die Femto-Kataraktchirurgie anbieten, nicht zuletzt aufgrund der hohen Investitionen die für die Anschaffung der notwendigen Gerätschaften getätigt werden müssen. Es ist jedoch denkbar, dass angesichts der Behandlungserfolge bald weitere Augenkliniken in unseren Breitengraden auf den Zug aufspringen.

Wirklich neu ist die Femtosekundenlaser-Technologie übrigens nicht: Entsprechende Geräte werden in der Augenheilkunde bereits seit über fünf Jahren eingesetzt, so unter anderem im Rahmen von Lasik-Korrekturen der Augenbrechkraft. Doch während Lasik-Korrekturen in den meisten Fällen freiwillig und damit auf eigene Rechnung erfolgen, ist die Korrektur des altersbedingten Grauen Stars eine medizinisch notwendige Indikation. Jahr für Jahr verzeichnen die deutschen Augenklinken etwa 700.000 Eingriffe – eine Tendenz, die angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft wohl nicht so schnell abreißen wird.