Google-Tochter: Künstliche Intelligenz soll Früherkennung von Augenerkrankungen verbessern

Erst kürzlich hat Facebook-Gründer Marc Zuckerberg gemeinsam mit seiner Ehefrau angekündigt zu Lebzeiten seiner neugeborenen Tochter die größten, fatalen Krankheiten unserer Zeit heilen zu wollen – insbesondere mit Hilfe von Machine Learning, Big Data und künstlicher Intelligenz (KI). Was nach Science-Fiction klingt, ist schon länger Realität: Der kalifornische Suchmaschinengigant Google, der seit Jahren unter anderem am Schlüssel zum ewigen Leben forscht, will mit Algorithmen unter anderem vermeidbaren Erblindungen den Kampf ansagen.

Das von Google übernommene britische Startup DeepMind wendet modernste Künstliche-Intelligenz-Routinen unter anderem im medizinischen Kontext an. Vereinfacht gesprochen: Ein Algorithmus scannt historische Daten wie beispielsweise Befunde und sucht nach Mustern, die statistisch belastbar zu einer bestimmten Schlussfolgerung führen – nach dem Motto „Wenn A eintrifft, ist B sehr wahrscheinlich“.

Nachdem DeepMind geholfen hat bei einer bestimmten Patientengruppe Nierenversagen vorherzusagen, macht sich das Unternehmen nun dran Erblindungen zu verhindern. Dazu scannt das Programm die mit Hilfe von Optischer Kohärenztomografie (OCT) erstellte Scans von Augenhintergründen bei einer Kontrollgruppe aus Großbritannien. Auch hier können Auffälligkeiten ziemlich belastbare Aussagen zum weiteren Krankheitsverlauf ermöglichen – bis hin zur Wahrscheinlichkeit einer vermeidbaren Erblindung. Insbesondere fokussiert sich DeepMind auf Auffälligkeiten, die auf eine Diabetische Retinopathie oder eine Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) hinweisen – beides sehr häufige Auslöser für erworbene Erblindungen in westlichen Industrienationen. Die bisherigen Diagnoseverfahren für komplexe OCT-Aufnahmen seien zu solchen Aussagen nicht in der Lage, heißt es seitens des Unternehmens.

Der Vorstoß wird von Datenschützern heftig kritisiert. Eine Berechtigung ist nicht von der Hand zu weisen: Big-Data-basierte Technologien wie DeepMind könnten in einer extremen Ausprägung dazu führen, dass man Menschen in naher Zukunft beispielsweise nach ihrer Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen clustert. Ein Vorgehen, das beispielsweise große Auswirkungen auf die Krankenversicherung haben dürfte. DeepMind winkt jedoch ab und weist darauf hin, dass man die OCT-Scans im Gegensatz zu früheren Experimenten anonymisiert verarbeitet.