Google Glass & Co: Bald mit Augmented-Reality-Technologie aus Thüringen?

Der Suchmaschinengigant Google brachte das Thema „Augmented Reality“ mit seiner „Glass“ endgültig in den Mainstream. Auch wenn der kommerzielle Erfolg für das tollkühne Projekt bislang ausblieb, bleiben die Kalifornier hart: Die nächste Version der „Google Glass“ ist in Arbeit. Eine wichtige Basistechnologie dafür könnte aus Jena in Thüringen kommen, wo das renommierte Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik an einer neuen Displaygeneration tüftelt. Diese kann das Bild im gesamten Blickfeld des Brillenträgers projizieren, anstatt es nur auf einen kleinen Ausschnitt zu beschränken. Gleichzeitig muss kein Miniprojektor mehr verbaut werden, was entsprechende Augmented-Reality-Brillen deutlich kompakter ausfallen lassen wird.

Das Ganze funktioniert über eine Art Gitterstruktur im Nanomaßstab, die über die Brillengläser gelegt wird und dort als Lichtleiter fungiert. Jene Gitter sind für das Auge nicht zu erkennen. Was nach Science-Fiction klingt, kann schon heute in Massenmarktstückzahlen mit bestehender Infrastruktur produziert werden, heißt es im Fachjournal „Technology Review“. Eine kosteneffiziente Produktion entsprechend ausgestatteter Augmented-Reality-Brillen sei dementsprechend schon heute möglich.

Solche Brillen dürften vor allem im professionellen Kontext Verbreitung finden, bevor sie wirklich im Massenmarkt ankommen: Mechaniker oder Ärzte könnten sich beispielsweise relevante Dokumente, Skizzen oder Röntgenbilder im Sichtfeld einblenden lassen, ohne ihren Blick vom eigentlichen Objekt wegbewegen zu müssen.

Spannend: Wahrscheinlich wird diese Technologie auch Sehschwächen ausgleichen können. Beispielsweise kann das Bild für Weitsichtige leicht verzerrt dargestellt werden, um die Schärfe zu erhöhen. Auch Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmungen könnten auf diesem Weg ohne jede mechanische Komponente zumindest teilweise korrigiert werden. Die Einstellung und Feinjustierung erfolgt über eine App. Es ist nicht unwahrscheinlich, das Technologien dieser Machart die herkömmliche Brille in einer nicht allzu fernen Zukunft gänzlich ersetzen werden.