Gewusst weshalb: Alles rund ums Augentränen

Jeder kennt es, manchmal ist es je nach Situation sogar etwas peinlich: Aus scheinbar unerklärlichen Gründen tränen einem die Augen – ganz ohne traurigen Hintergrund, wie gerade die Herren der Schöpfung gerne proaktiv betonen. Die Gründe für den vermeintlichen Gefühlsausbruch sind mannigfaltig – wie so oft „kommt es darauf an“, wird Ihnen der Augenarzt berichten. Vorweg sei festgestellt, dass der Tränenfilm der Augen erstmal grundsätzlich gut ist: Der natürliche Schmierstoff schützt das empfindliche Sehorgan mit einer wässrigen Schicht aus der Tränendrüse sowie einer fettigen Schicht aus der so genannten Meiborn-Drüse vor dem Austrocknen. Zusätzlich verbessert eine schleimige Schicht die Haftung des Films auf der Hornhaut.

Die menschliche Tränendrüse kann pro Minute circa fünf bis sieben Mikroliter Tränenflüssigkeit produzieren – ziemlich ordentlich gemessen an der Größe unseres Auges. Der Film befeuchtet das Auge im Zuge des Blinzelns gleichmäßig, reinigt den Bindehautsack, versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und wirkt auch antibakteriell. Der Tränenfilm ist für den Sehapparat des Menschen schlussendlich unabdingbar.

Wieso tränen die Augen nun manchmal unkontrolliert? In vielen Fällen wird die Tränendrüse durch äußere Einwirkung zu einer temporären Mehrproduktion von Tränenflüssigkeit angeregt, so beispielsweise wenn ein Fremdkörper ins Auge gelangt oder wir das Auge mit unseren Fingern reiben. Auch Medikamente wie zum Beispiel Betablocker sowie die Pille bei der Frau können unkontrolliertes Augentränen auslösen.

Schließlich kommen auch Bakterien, Viren und verschiedene Allergien als Auslöser in Frage. Bei einem entsprechenden Verdachtsmoment sollten Sie daher unbedingt zeitnah den Augenarzt Ihres Vertrauens ansteuern, da unkontrolliertes Tränen beispielsweise der Vorbote einer Bindehautentzündung sein kann. In seltenen Fällen kann auch das eigentliche Tränenorgan erkranken bzw. entzünden (sog. „Canaliculitis“). Ebenso kann es zu einer akuten Entzündung des Tränensacks, der so genannten Dakryoszstitis, kommen. Auch hier gilt: Besser früher als später den Experten konsultierten – solche Entzündungen sind in der Regel sehr gut behandelbar.