Geschwollene Augen (Lidödem): Symptome, Ursachen & Therapie

Geschwollene Augen (Lidödem)
Photo by Mehrpouya H on Unsplash
Anzeige
ocuvers wipes (700x160)

Geschwollene Augen (Syn.: Lidödem) werden durch eine chronische oder akute Schwellung der Augenlider ausgelöst. Sie lassen das Gesicht schnell verquollen und müde wirken. Durch eine Flüssigkeitsansammlung im Unterhautzellgewebe kommt es zu einer Wölbung der Augenlider, die über die normale Form hinausgeht. Bei geschwollenen Augen kann die eigentliche Schutzfunktion des Lides (Schutz vor Austrocknung oder Fremdkörpern) für das Auge beeinträchtigt sein und das Lid schließt nicht mehr richtig.

Geschwollene Augen: Ursachen

Geschwollene Augen können akute oder chronische Ursachen haben. Akute Lidödeme treten oft in Verbindung mit übermäßigen Alkoholkonsum, durch Weinen, trockene Augen oder Schlafmangel auf und schwellen im Laufe des Tages von alleine wieder ab. Bei ihnen ist eine medizinische Behandlung oft nicht nötig.

Bei chronischen (allergischen) Lidödemen sind direkte Reaktionen auf allergieauslösende Stoffe die Ursache für geschwollene Augenlider. Heuschnupfen, Hausstaub, Milben oder Tierhaare sind dafür bekannt chronisch geschwollene Augenlider zu verursachen. Des Weiteren können zum Beispiel Insektenstiche, Bindehautentzündungen, Viren oder Bakterien zu einem chronischen Lidödem führen.

Auch folgende Erkrankungen können wiederkehrend zu geschwollenen Augen führen:

  • Hagelkorn (Chalazion): Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Verstopfung der Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen am Oberlid des Auges. Bei einem Hagelkorn ist ein schmerzlos geschwollenes Augenlid begleitendes Symptom.
  • Gerstenkorn (Hordeleum): Ein Gerstenkorn ist eine bakterielle Infektion bestimmter Drüsen am oberen oder unteren Augenlid. Durch eine abgekapselte Eiteransammlung kommt es zu einer druckempfindlichen Schwellung, die schmerzhaft und ansteckend ist.
  • Orbitaphlegmone: Dieser Begriff beschreibt die bakterielle Entzündung der ganzen Augenhöhle infolge eines verschleppten Gerstenskorns oder einer Nasennebenhöhlenentzündung. Oft sind ein stark geschwollenes Augenlid, Schmerzen, Fieber und eine gerötete Bindehaut erste Anzeichen. Diese Erkrankung muss schnellstens behandelt werden, da ansonsten eine Erblindung droht.
  • Nierenversagen: Eine Erkrankungen oder Versagen der Nieren kann zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im ganzen Körper führen. Neben den Beinen kann hier auch das Gesicht und die Augen betroffen sein.
  • Chronische Herzschwäche: Eine verringerte Pumpleistung des Herzens führt zu Wassereinlagerungen in den Beinen, Bauch um um Gesicht.
  • Tumor: Sowohl ein gut- oder bösartiger Tumor können im Augenbereich ebenfalls für Schwellungen am Auge führen. Oft bringt hier die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe Klarheit.
  • Erkrankungen der Schilddrüse: Es kann sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion, als auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu geschwollenen Augen kommen. Eine schwere Unterfunktion kann Schwellungen im Gesicht und der Gliedmaßen verursachen. Eine starke Überfunktion kann zu hervortretenden Augäpfel (Exophthalmus), geschwollenen Augen und einer Bindehautenzündung führen.

Geschwollene Augen: Begleitende Symptome

Neben der deutlich sichtbaren Schwellung der Augenlider kann es bei einem Lidödem begleitend zu weiteren Symptome kommen. Sollten diese auftreten, ist es ratsam umgehend zum Arzt zu gehen. Dazu gehören:

  • Juckreiz
  • dunkle Ringe um die Augen
  • gerötete und heiße Haut
  • Tränenfluss
  • Beeinträchtigung der Sehkraft
  • blasse und kühle Haut mit schmerzloser Schwellung
  • Fieber
Geschwollene Augen
© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Geschwollene Augen: Therapie

Bei akuten Beschwerden ist es hilfreich die geschwollenen Augenlider mit kalten Kompressen, wie zum Beispiel einem kalten Waschlappen, zu kühlen und so das Spannungsgefühl zu lindern. Außerdem fördert eine ausgewogene Ernährung und die Aufnahme von viel Flüssigkeit die Behandlung akuter Lidödeme. Achten Sie auch darauf, das der Oberkörper beim Schlafen leicht erhöht ist, damit der Lymphabfluss positiv beeinflusst wird und sich keine Flüssigkeit im Augenlid ansammelt.

Die langfristige Therapie eines Lidödems richtet sich je nach diagnostizierter Ursache. Zunächst wird der Arzt die Patienten zu ihrer Krankengeschichte befragen und versuchen herauszufinden, wie lange die Beschwerden bestehen oder ob Grunderkrankungen bekannt sind. Ein Augenarzt kann zudem eine augenärztliche Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob eine Augenerkrankung für die geschwollenen Augen verantwortlich ist. Ein Abstrich des Augensekrets kann weitere Rückschlüsse auf die Krankheitserreger geben.

Grundsätzlich sollte bei chronischen Lidödemen immer erst die Grunderkrankung therapiert werden. Sind Allergene für das Lidödem verantwortlich, ist es sinnvoll, abzuklären welche Allergene die Auslöser sind. Spielen Nierenversagen oder Bluthochdruck eine Rolle, sollten betroffene Patienten im Zweifelsfall einen Internisten oder Kardiologen konsultieren. Ist das Lidödem die Folge einer bakteriellen Entzündung, zum Beispiel eines Gerstenkorns, wird meistens ein Antibiotikum in Form von Salben oder Tropfen verschrieben.

Geschwollene Augen: Vorsorge

Wer besonders zu Augenringen und geschwollenen Augenlidern neigt, kann mit einigen Tipps ein Lidödem vorbeugen oder beseitigen. Folgende Tipps und Hausmittel können das Problem bekämpfen:

  • Viel Trinken: Nehmen Sie viel Wasser zu sich. Eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr bringt den Lymphtransport und den Abtransport von Wasseransammlungen im Gewebe in Schwung. Am besten ist eine Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag.
  • Augen kühlen: Kälte gilt als größter Feind von geschwollenen Augen. Ein gekühlter Löffel, kalte Gurkenscheiben oder Kühlpads sanft auf die geschlossenen Augenlider legen und einige Minuten entspannen.
  • Massage: Sie können mit Zeige- und Mittelfinger Ihre Augenlider sanft massieren. Fahren Sie in kreisenden Bewegungen die geschlossenen Augenlider entlang oder Klopfen/Trommeln sie leicht von der Nasenwurzel längs des Unterlids.
  • Kontaktlinsen wechseln: Liegt den geschwollenen Augen eine bakterielle Infektion zugrunde, sollten sie in jedem Fall die Kontaktlinsesn wechseln. Die alten Linsen könnten mit Erregern verunreinigt sein und neue Infektionen auslösen.
  • Ausreichend Schlaf: Der Körper benötigt Schlaf zur Regeneration – auch um geschwollene Augen zu verhindern. Als Ideal gelten sieben bis acht Stunden Schlaf bei einer kühlen Schlafzimmertemperatur von rund 18 Grad.
  • Vermeidung von Alkohol: Alkoholhaltige Getränke können den Lymphfluss einschränken und für geschwollene Augen sorgen. Darüber hinaus kann auch eine ungesunde, sehr salzige Ernährung den Rückgang des Lymphflusses bedingen. Wer also Wein, Chips oder Pommes am Abend meidet, wird am nächsten Morgen wahrscheinlich wacher um die Augen aussehen.

Quellen:
Erb, C. & Schlote, T.: Medikamentöse Augentherapie. Georg Thieme Verlag, 6.Auflage, 2016.
Lang, G.K.: Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2019.

Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here