Geschichtsexkurs: Wer hat eigentlich die Brille erfunden?

Mehr als 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille. Etwa ein Drittel davon muss die Sehhilfe sogar permanent aufsetzen. Ganze 28% der „Betroffenen“ tragen die Brille zumindest gelegentlich, so beispielsweise beim Lesen. Auch wenn die klassische Brille zunehmend von unscheinbaren Kontaktlinsen und modernen Lasik-Operationen verdrängt wird, ist sie doch aus dem Alltag sehr vieler Menschen überhaupt nicht mehr wegzudenken.

Doch wem haben wir diese simple und doch so bahnbrechende Erfindung eigentlich zu verdanken? Die Historiker streiten sich um diese Frage bis heute. Einer weit verbreiteten Legende nach baute der italienische Augenarzt Alvino Armado aus Florenz um 1280 herum die erste Sehhilfe mit konvex-geschliffenen Linsen für Weitsichtige. Bis die konkav geschliffenen Linsen für Kurzsichtige erfunden wurden, sollten nochmal rund 100 Jahre ins Land ziehen. Armado galt über Jahrhunderte hinweg bis etwa 1920 als Urheber der Brille. Heute geht man davon aus, dass seine Person selber eine Erfindung ist. Der Irrglaube geht auf eine Publikation des Florentiners Ferdinando Leopoldo del Migliore zurück.

Fest steht, dass die ersten Brillen etwa um 1300 herum in Europa die Runde machten. Diese hatten zunächst keine Bügel und waren ausschließlich für weit- bzw. alterssichtige Menschen geeignet. Die älteste, heute bekannte Darstellung einer Brille datiert auf das Jahr 1352.

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur „modernen“ Brille war die Entwicklung der Bifokalbrille, die auf Benjamin Franklin zurückgeht. Franklin war es leid, seine Lese- mit einer Fernbrille tauschen zu müssen und baute eine Ausführung, bei der auf dem rechten und linken Auge jeweils zwei Brillenlinsen montiert waren. Das entsprechende Patent wurde 1909 eingetragen.